• 19.11.2010, 09:55:55
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Alkohol-Interlock: Sicher Fahren ohne Alkohol

Anlässlich der Safe & Sober-Fachenquete diskutierten EU-Experten in Wien den Einsatz von Alkohol-Interlock-Geräten zur Reduktion von Alkoholunfällen.

Wien (OTS) - Alkohol am Steuer zählt nach wie vor zu den
häufigsten Todesursachen im Straßenverkehr - im Schnitt könnte bis zu
einem Drittel aller tödlichen Unfälle auf alkoholisiertes Fahren
zurückzuführen sein. Allein im Zeitraum Jänner bis August 2010
passierten bereits 1.513 Alkoholunfälle (Jänner bis August 2009:
1.395). Anlässlich der Kampagne "Safe & Sober" des Europäischen
Verkehrssicherheitsrates (ETSC), die auf unterschiedlichen Ebenen
ansetzt, um Alkoholunfälle zu reduzieren, veranstaltete das KfV
gestern eine Fachenquete, insbesondere alkoholisiertes Fahren im
Berufsverkehr und eine Methode zur Prävention von Alkoholunfällen
wurde von den Experten diskutiert: Der Einsatz von
Alkohol-Interlock-Geräten.

Einsatz von Alkohol-Interlock zur Unfallprävention
Alkohol-Interlocks sind technische Vorrichtungen im Fahrzeug, in die
vor Einschalten der Zündung Atemluft geblasen werden muss. Im Gerät
wird elektrochemisch die Alkoholkonzentration in der Atemluft
gemessen: Nur wenn der gemessene Wert geringer ist als der
voreingestellte Grenzwert, wird die Zündung freigegeben. Übersteigt
der Messwert die zulässige Grenze, so blockiert die Zündung, und es
kann erst wieder nach einem vorher definierten Intervall versucht
werden, das Auto zu starten. "Erfahrungen aus anderen europäischen
Ländern zeigen, dass sich Alkohol-Interlocks bewährt haben. In
Schweden sind bereits knapp 80.000 solcher Alkoholschlösser in
Berufskraftfahrzeugen installiert", sagt Othmar Thann, Direktor des
KfV (Kuratorium für Verkehrssicherheit).

Pilotprojekte mit Alkolenkern und Berufskraftfahrern
Pro Jahr gibt es in Österreich rund 30.000 Führerscheinentzüge
infolge alkoholisierten Fahrens. In einem Pilotprojekt des KfV wird
derzeit der Einsatz von Alkohol-Interlocks in Fahrzeugen von Lenkern,
die bereits durch alkoholisiertes Fahren auffällig wurden, getestet.
"Führerscheinentzug hat oft einschneidende Folgen, beispielsweise
wenn jemand vom Auto abhängig ist, um den Arbeitsplatz zu erreichen.
Der Einbau von Alko-Interlocks als Rehabilitationsmaßnahme wäre ein
neues Angebot zur frühzeitigen Rückerlangung der Fahrberechtigung und
erhöht die Verkehrssicherheit", so Thann. In Holland ist der Einbau
der Fahrsperre für Alkolenker, die bei Polizeikontrollen mit mehr als
1,3 Promille erwischt wurden, ab 2011 bereits Pflicht.
Ein zweites Pilotprojekt des KfV soll Berufskraftfahrer daran
hindern, alkoholisiert mit ihren schweren Fahrzeugen am Verkehr
teilzunehmen. Der Anteil von LKW-Lenkern, die unter Alkoholeinfluss
fahren, ist in Österreich zwar gering. Wenn aber etwas passiert, ist
die Gefährdung für beteiligte Verkehrsteilnehmer extrem hoch. In
Kooperation mit der WKO wurden in 31 Fahrzeugen von 23 Unternehmen
Alkohol-Interlocks eingebaut. "In einigen Ländern sind Maßnahmen mit
Alkohol-Interlocks gängige Praxis. In Schweden sind bereits
zehntausende LKW und Busse mit eingebauten Alkolock-Geräten
unterwegs. In Österreich wäre der Einbau dieser Vorrichtungen vor
allem für Lenker denkbar, die Verantwortung für sehr viele Leben
tragen, wie etwa Schulbuslenker", schließt Thann.

Rückfragehinweis:
Kuratorium für Verkehrssicherheit, Kommunikation & Öffentlichkeitsarbeit
Bakk.phil. Elisabeth Gerstendorfer
Tel.: 05 77 0 77-1906
mailto:[email protected]
www.kfv.at

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