- 18.11.2010, 11:38:45
- /
- OTS0130 OTW0130
Beatrix Karl: Jeder Euro für Wissenschaft und Forschung ist ein Euro für die Zukunft
Wissenschafts- und Forschungsministerin bei Fragestunde im Hohen Haus
Wien (OTS/ÖVP-PK) - "Ab dem kommenden Jahr wird es jährlich 80
Millionen Euro zusätzlich für den Hochschulbereich geben - ein
wichtiges Signal, denn jeder Euro, der in Wissenschaft und Forschung
investiert wird, ist ein Euro mehr für unsere Zukunft", betonte
Wissenschafts- und Forschungsministerin Dr. Beatrix Karl heute,
Donnerstag, in der Fragestunde im Hohen Haus. Karl skizzierte, wie
sie die 80 Millionen Euro Offensivmittel im Hochschulbereich
einsetzen wird, welche Eckpunkte der Hochschulplan umfassen muss und
was eine künftige Hochschul-Finanzierung ausmachen soll. Weiters ging
die Ministerin auf die aktuelle Diskussion rund um Basissubventionen
für außeruniversitäre Forschungseinrichtungen ein.
"Es ist gerade unter Konsolidierungsvoraussetzungen wichtig, dass die
Mittel dort effizient und wirkungsorientiert eingesetzt werden, wo
ein nachhaltiges und geordnetes Wachstum gefördert wird", so die
Ministerin. Die 80 Millionen Euro an Offensivmitteln, die ab 2011
jährlich zur Verfügung stehen, sollen dabei in folgende Bereiche
investiert werden:
- Maßnahmen zu Verbesserungen in der Lehre und damit mehr Qualität
in der Hochschulbildung durch bessere Studienbedingungen. Besonderer
Schwerpunkt soll in den Massenfächern vor allem auch in den
gesellschaftlich wichtigen MINT-Fächern (Mathematik, Informatik,
Naturwissenschaften und Technik) gelegt werden.
- Eingliederung von exzellenten Einrichtungen der außeruniversitären
Forschung in Universitäten und verstärkte Kooperationen der
Hochschulen untereinander sowie mit der Wirtschaft.
- Ausbau der Fachhochschulen, auch als maßgeblicher Beitrag zur
Entlastung der Unis.
- Neustart der universitären "Overhead-Finanzierung" im Rahmen der
Forschungsfinanzierung durch den FWF.
- Offensivmittel für die Leistungsvereinbarung der Universitäten für
die Umsetzung des Hochschulplanes.
Weiters ging Karl in der Fragestunde auf den Hochschulplan ein, der
derzeit entwickelt wird: "Die längerfristige Entwicklung des
Hochschulsektors ist von zentraler Bedeutung und der historisch
gewachsene Tertiärbereich muss gezielter ausgebaut werden - dazu
braucht es den koordinierenden Hochschulplan als Gesamtplanung des
tertiären Sektors." Maßgeblich ist dabei die Schwerpunkt- und
Profilbildung der einzelnen Universitäten, damit wir auch
international verstärkt sichtbar werden. Es sollen auch europäische
Reforminitiativen zur Orientierung dienen. Schwerpunkte bei der
Erstellung des Hochschulplans sind die Studienplatzfinanzierung, ein
Bauleitplan und der Forschungsinfrastrukturplan.
"Ein nachhaltiges und geordnetes Wachstum der Studierendenzahlen ist
prioritär für die künftige Entwicklung unseres Hochschulraumes", so
die Ministerin weiter. Diese Priorität verfolge sie vor allem unter
Beachtung folgender Grundsätze:
- Teilhabe möglichst breiter Bevölkerungsschichten und vielfältige
Zugangswege
- Steigerung der Zahl der Absolventinnen und Absolventen
- mehr Planbarkeit
- höheres Qualitätsbewusstsein in Forschung und Lehre
- eine höhere Transparenz
- Entlastung von unnötiger Bürokratie und mehr Effizienz
Thema der Fragestunde war auch die Finanzierung der Universitäten.
"Die Finanzierung der Unis ist bis 2012 gesichert - ab 2013 kommt es
aber durch strukturelle Mehrkosten zu einem Bedarf, der nicht allein
von der öffentlichen Hand gedeckt werden kann", betonte Karl. Während
im europäischen Schnitt die öffentliche Hand 67 Prozent der
Finanzierung des tertiären Sektors beisteuert, sind es in Österreich
rund 80 Prozent. "Klar ist: Die Unis brauchen mehr Geld." Karl
plädiert für einen "Finanzierungsmix" aus öffentlichen Mitteln sowie
der Beteiligung der Wirtschaft und der Studierenden. "Das Modell
einer Mischfinanzierung der Universitäten durch öffentliche Gelder
und private Beiträge ist notwendig und sinnvoll."
Weiters bezog die Ministerin Stellung zur aktuellen Diskussion rund
um die Basissubvention für außeruniversitäre Forschungseinrichtungen.
"Mein Ziel ist es, die Förderung für außeruniversitäre Forschung auf
neue Beine zu stellen. Wir müssen uns auf unsere Stärkefelder
konzentrieren", sagte Karl. Künftig solle es neben den drei
institutionellen Säulen (Österreichische Akademie der Wissenschaften,
Ludwig-Boltzmann-Gesellschaft und Institute for Science and
Technology Austria) drei thematische Säulen geben:
1. Anreizbildung zur Integration von Forschungsexzellenz in
bestehende Strukturen (Universitäten, ÖAW): Ziel ist es,
außeruniversitäre Forschungseinrichtungen verstärkt in bestehende
Strukturen wie die Universitäten und ÖAW zu integrieren. Damit kann
die Exzellenz dieser Einrichtungen an den Universitäten und der ÖAW
nachhaltig gesichert werden. Die Aufnahmebereitschaft der
Universitäten ist gegeben, erste entsprechende Schritte gibt es an
der Universität Graz und der TU Wien.
2. Sicherung der EU-Rückflüsse im Bereich der außeruniversitären
Forschungseinrichtungen der GSK: Um EU-Rückflüsse zu sichern, gewährt
das BMWF mit Wirkung vom 1. Jänner 2011 finanzielle Unterstützung bei
der Teilnahme an genehmigten Projekten im 7. EU-Rahmenprogramm.
Mittels Teilfinanzierung von Projektkosten, die zur Durchführung des
Projekts unabdingbar sind, aber nachweislich nicht durch EU-Förderung
gedeckt werden, sollen Rückflüsse und damit wichtige Mittel für die
Einrichtungen gesichert werden.
3. Stärkung der Forschungsinfrastruktur im Bereich Geistes-, Sozial-
und Kulturwissenschaften (GSK): Für jene derzeit geförderten
Institutionen, die vor allem im Bereich der Archivierung und
Dokumentation von zeitgeschichtlichen Materialien tätig sind, wird
die Möglichkeit eines "Dokumentationsnetzwerks der politischen
Ideengeschichte nach 1918" überprüft. Dieses Netzwerk bildet als
GSK-Infrastruktur eine wichtige Voraussetzung, die den
wissenschaftlichen, interdisziplinären Austausch ermöglicht.
"Es gibt von meiner Seite eine Einladung mit einem entsprechenden
Angebot und auch finanziellen Anreizen an Institutionen und
Universitäten, entsprechende Verhandlungen miteinander und mit dem
Ressort zu führen", so die Ministerin zu den derzeit laufenden
Gesprächen zwischen dem BMWF und den betroffenen Einrichtungen.
(Schluss)
Rückfragehinweis:
Pressestelle des ÖVP-Parlamentsklubs
Tel.: 01/40110/4436
http://www.oevpklub.at
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | VPK






