- 15.11.2010, 09:11:24
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OeNB-Gouverneur Nowotny: "Der Euro hat in der Krise über den Euroraum hinaus als Schutzschild gewirkt"
Wien (OTS) - Von der Wirtschafts- und Währungsunion profitiere
nicht nur der Euroraum, sondern die gesamte Region, also ganz Europa.
Der Euroraum und die Länder Zentral, Ost- und Südosteuropas (CESEE)
müssen nun jedoch ihre Verwundbarkeit verringern und Ungleichgewichte
abbauen, um mittelfristig wieder den alten Wachstumspfad zu
erreichen. Im heurigen Jahr werden nahezu alle
CESEE-Volkswirtschaften wachsen. So Ewald Nowotny, OeNB-Gouverneur
und Mitglied des EZB-Rats, zur Eröffnung der diesjährigen Conference
on European Economic Integration (CEEI) der Oesterreichischen
Nationalbank (OeNB) zum Thema "Catching-Up Strategies after the
Crisis".
"Jetzt, wo Licht am Ende des Tunnels zu sehen ist, besteht die
große Herausforderung für die Region darin, die Verwundbarkeit der
Volkswirtschaften zu verringern und den Wachstumspfad wieder an das
Vor-Krisen-Niveau heranzuführen", so Nowotny. Angesichts der
gestiegenen Risikoaversion traditioneller Investoren müssen
alternative Wachstumsquellen erschlossen werden. Wachstum und
Wettbewerbsfähigkeit der Länder müssen durch strukturelle Reformen
und Infrastrukturinvestitionen abgesichert werden.
"Dazu gehört auch eine durchdachte Regulierung der Finanzmärkte.
Im Krisenfall kann eine starke Finanzmarktverflechtung zu einer
raschen Übertragung von Vertrauensverlusten führen", erläuterte
Nowotny. Das schmälere die positiven Wachstumseffekte der
Finanzmarktintegration und deren Beitrag zum überregionalen
Risikoausgleich. Dies betrifft vor allem jene Länder, deren
wirtschaftspolitischer Aktionsradius aufgrund einer Teilnahme am
Euroraum oder einer engen Wechselkursanbindung an den Euro
eingeschränkt ist.
Ebenso wichtig sei es, den fiskalpolitischen Spielraum zu wahren.
Auch wenn die osteuropäischen Länder weiterhin einen deutlich
geringeren Schuldenstand aufweisen als der Euroraum, muss jede
Möglichkeit genützt werden, bei den Staatsfinanzen wieder einen
nachhaltigen Kurs einzuschlagen, ohne dabei das Wachstum zu
gefährden. Nur so kann verhindert werden, dass die weitgehend
bewältigte Finanzkrise - wie in einigen westeuropäischen Ländern -
nahtlos in eine Verschuldungskrise übergeht.
Für Österreichs Wachstumsaussichten ist die Entwicklung Osteuropas
aufgrund der engen Handels- und Investitionsbeziehungen wichtig.
Trotz Finanzkrise konnte Österreichs Wirtschaft ihre Marktanteile
dort weiter ausbauen. Nowotny: "Auch das große Engagement des
österreichischen Bankensektors in der Region wurde durch die Krise
nicht nachhaltig beeinträchtigt".
Auf der heute und morgen stattfindenden Konferenz der OeNB werden
hochrangige Vertreter ost- und westeuropäischer Notenbanken,
internationaler Organisationen und Institutionen diese und ähnliche
Fragen erörtern.
Weitere Information finden sich auf der CEEC-Plattform der OeNB
http://ceec.oenb.at.
Rückfragehinweis:
Oesterreichische Nationalbank Mag. Oliver Huber Pressesprecher Tel.: +43-1 404 20/6622 mailto:[email protected] www.oenb.at
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