• 12.11.2010, 12:21:52
  • /
  • OTS0165 OTW0165

Akademie der Wissenschaften: Sorge um Spitzenforschung

Appell der ÖAW-InstitutsdirektorInnen: Dynamische Entwicklung der ÖAW nicht gefährden und den Wissenschaftsstandort Österreich sichern

Wien (OTS) - Sparpläne gefährden die Konkurrenzfähigkeit des
Forschungsstandortes Österreich. Auch die Österreichische Akademie
der Wissenschaften (ÖAW) ist betroffen. Die Direktorinnen und
Direktoren ihrer Forschungsinstitute appellieren an die
Verantwortlichen, die dynamische Entwicklung der ÖAW nicht zu
gefährden und alles zu tun, um den Wissenschaftsstandort Österreich
zu sichern.

"Es geht dabei nicht um den Protest einer der vielen
unterschiedlichen Interessensgruppen, die vom Sparpaket der
Bundesregierung betroffen sind. Unsere Sorge betrifft
Zukunftsperspektiven in Forschung und Bildung, die im gemeinsamen
Interesse sein sollten. Hier hat Österreich zuletzt aufgeholt, auch
wenn noch lange nicht der Standard anderer reicher Länder wie etwa
der Schweiz und Skandinaviens erreicht ist. Jetzt sind diese
Fortschritte durch Einschnitte bei Universitäten, FWF und
außeruniversitärer Forschung gefährdet", betont der Vorsitzende der
Institutsdirektorenkonferenz der ÖAW, Walter Pohl.

Die ÖAW ist die führende außeruniversitäre
Grundlagenforschungseinrichtung Österreichs mit einem vielfältigen
Forschungsportfolio, von der Geschichte und Demographie bis zur
Mikrobiologie, Quantenoptik und Weltraumforschung. Auch wenn ihr
Budget gegenüber vergleichbaren ausländischen Institutionen relativ
gering ist, hat sie sich in den letzten zehn Jahren beträchtlich
weiterentwickelt. Sie hat ihre Strukturen modernisiert und in
zukunftsträchtige Forschungsbereiche investiert. Heute bietet sie
einer Reihe von Spitzenforscherinnen und -forschern ausgezeichnete
Arbeitsbedingungen, und viele ihrer Institute gehören zur Weltklasse.

Nun droht diese positive Entwicklung abzureißen. Eine
Wissensgesellschaft mit geschwächter Grundlagenforschung wird rasch
den Anschluss verlieren. Universitäten, außeruniversitäre Forschung
und Förderung der Grundlagenforschung (FWF) müssen gemeinsam gestärkt
und dürfen keinesfalls gegeneinander ausgespielt werden.

Die Institutsdirektorinnen und -direktoren sind alarmiert. Sie
sind verantwortlich für etwa 1500 großteils wissenschaftliche
Arbeitsplätze, somit auch für die nächste Forschergeneration, die
sich derzeit in Projekten und Forschungsaufträgen bewährt. "Der
Nachwuchs ist von den Sparplänen am meisten betroffen. Die Besten
müssen die Chance bekommen, dem Forschungsstandort Österreich
erhalten zu bleiben oder nach dem Sammeln wichtiger
Auslandserfahrungen zurückzukehren. Sonst gehen uns diese Talente
verloren und wandern in Länder ab, die wesentlich umsichtiger und
stärker in die Zukunft ihrer Grundlagenforschung investieren - wie
die USA, Deutschland oder die Schweiz. Spitzenleute aus dem Ausland
werden nicht mehr nach Österreich kommen. Wo langfristige
Aufbauarbeit abgebrochen wird, sind die Investitionen verloren. Wenn
die Entwicklung der Forschung einmal stagniert, bedarf es ungleich
größerer Mittel, die unterbrochene Dynamik wieder in Gang zu
bringen", befürchten die Institutsdirektorinnen und -direktoren der
ÖAW-Forschungseinrichtungen.

Rückfragehinweis:
Univ.-Prof. Dr. Walter Pohl
Vorsitzender der Institutsdirektorenkonferenz (IDK) der ÖAW
Institut für Mittelalterforschung der ÖAW
mailto:[email protected]
Tel.: +43 1 51581-7240

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | OAW

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel