- 12.11.2010, 11:00:18
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Kooperation und/oder Wettbewerb? Zum Verhältnis von universitärer und außeruniversitärer Forschung. - BILD

Wien (OTS) - Bei der heutigen Pressekonferenz anlässlich der
Eröffnung der jährlichen Herbstkonferenz des Österreichischen
Wissenschaftsrates warf der Vorsitzende des Wissenschaftsrates, Prof.
Jürgen Mittelstraß, einen Blick in die Zukunft der österreichischen
Forschungs- und Wissenschaftslandschaft. Die Situation ist ernst.
Die aktuellen Budgetpläne werden die österreichische Wissenschaft
und Forschung allgemein vor erhebliche Einschränkungen stellen. "Der
Wind im Universitäts- und Wissenschaftssystem ist schärfer geworden,
der Wettbewerbsdruck, vor allem im europäischen Hochschulraum,
wächst. Will Österreich hier bestehen, bedarf es eines tragfähigen,
zukunftsorientierten Gesamtkonzeptes, das mit einem verbindlichen
Hochschulfinanzierungspfad verbunden ist. Die Budgetdebatte davon
entkoppelt zu führen, ist immens bedrohlich." Diese Bedrohung träfe
nicht nur die außeruniversitäre Forschung, der, im Blick auf jüngst
bekannt gewordene Budgetmaßnahmen (Streichung der Basisfinanzierung,
der Anbahnungs- und Kofinanzierung von EU Projekten) in Teilen die
finanzielle Basis entzogen werden soll, sondern auch die
Universitäten, die den Kern eines Wissenschaftssystems darstellen.
Es ist die Universität, so Mittelstraß weiter, die den
wissenschaftlichen Nachwuchs für sich selbst und für die Forschung im
Allgemeinen ausbildet und die für die wachsend Bedeutung inter- und
transdisziplinärer Forschung den dafür optimalen Rahmen bietet.
Der Wissenschaftsrat empfiehlt hier nachdrücklich, strategisch zu
denken, Kooperationen dort zu fördern, wo diese nicht nur der
gemeinsamen Nutzung von Infrastruktur dienen, sondern auch der
Schwerpunktsetzung und der Profilschärfung der Forschungs- und
Bildungseinrichtungen. Dies schließt auch die außeruniversitäre
Forschung und die Fachhochschulen mit ein. Budgetknappheit sollte
nicht dazu führen, die Forschungs- und Bildungseinrichtungen in ein
falsch verstandenes Konkurrenzdenken zu stürzen - etwa nach der
Maxime, Wettbewerb ist wichtiger als Kooperation.
Wettbewerb ist dort sinnvoll, wo er der langfristigen
Qualitätssicherung und der wissenschaftlichen Leistungsfähigkeit im
internationalen Kontext dient, ein Wert an sich ist er nicht.
Die heute beginnende Tagung wird sich der Frage stellen, wie dem
österreichischen Forschungs- bzw. Wissenschaftssystem durch
Kooperation und/oder Wettbewerb die produktive Weiterentwicklung
gesichert und einer ernst zu nehmende Weiterentwicklung gerechter
entsprochen werden kann. Ein Blick über den Tellerrand - dargestellt
durch innovative Beispiele der Kooperation und des produktiven
Wettbewerbs aus der Schweiz, Ungarn und Großbritannien - soll auch
und gerade in Zeiten knapper Kassen neue forschungspolitische Wege
weisen.
Weitere Bilder unter:
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Dr. Ulrike Plettenbacher, (0)1/319 49 99-20,
Österreichischer Wissenschaftsrat,
Liechtensteinstr. 22a, 1090 Wien
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