• 12.11.2010, 10:30:11
  • /
  • OTS0082 OTW0082

Österreichischer Wissenschaftsrat mahnt zur Besonnenheit

Wien (OTS) - Über der hektischen Diskussion um die vorgesehenen
Kürzungsmaßnahmen im Bereich der Basisförderung außeruniversitärer
Forschungseinrichtungen und der EUAnbahnungsfinanzierung droht die
Existenz wesentlicher Probleme im Verhältnis der universitären und
der außeruniversitären Forschung aus dem Blick zu geraten. Diese
Probleme bestehen im gegebenen österreichischen Wissenschafts- und
Forschungssystem auch unabhängig von den derzeit dominanten
Budgetfragen.

Das österreichische Wissenschafts- und Forschungssystem weist
neben den Universitäten und großen außeruniversitären
Forschungseinrichtungen, z.B. der Österreichischen Akademie der
Wissenschaften, eine Vielzahl kleinerer und kleinster
Forschungseinrichtungen, speziell im Bereich der Sozial- und
Geisteswissenschaften auf, mit unterschiedlicher wissenschaftlicher
Leistungsfähigkeit. Diese Einrichtungen verdanken ihre Existenz
wiederum sehr unterschiedlichen, häufig auch sehr zeitbedingten
Initiativen; sie sind Ausdruck einer insgesamt gesehen eher
naturwüchsigen Entwicklung. Auch sind sie angesichts einer sich
ständig verschärfenden Wettbewerbslage - auf nationaler
wie auf internationaler, zumal europäischer Ebene - häufig zu klein
und institutionell zu schwach, um im Konzert der großen
Forschungseinrichtungen wirklich mithalten zu können. Hier sind daher
auch Maßnahmen optimierender und strukturbereinigender
Art, etwa in Form einer Integration in größere Forschungsverbünde
oder Universitäten, dringend geboten.

In diesem Sinne schlägt der Wissenschaftsrat, zuletzt in seiner
Empfehlung "Universität Österreich 2025", vor, für kleinere
Einrichtungen der außeruniversitären Forschung, speziell in den
Sozial- und Geisteswissenschaften, eine Integration in die
Universitäten zu prüfen. Die Universitäten bilden den Kern eines
Wissenschafts- und Forschungssystems, unter anderem weil sie den
wissenschaftlichen Nachwuchs ausbilden und für die wachsende
Bedeutung der interdisziplinären Forschung einen optimalen Rahmen
darstellen. Dies gilt auch im Blick auf eine häufig nur historisch
erklärbare außeruniversitäre Form der Forschung, und hier
insbesondere mit Blick auf mit ihnen gegebene wissenschaftliche
Schätze, die auf Dauer bewahrt und gepflegt sein wollen. Umgekehrt
könnte aufgrund mangelnder oder nur schwacher Forschungsleistungen im
Einzelfall
auf dem Wege einer Streichung der Basisförderung auch die Schließung
einer Forschungseinrichtung ins Auge gefasst werden. Allerdings wäre
eine vorausgehende externe Evaluation Bedingung für einen solchen
Schritt. Budgetgründe können eine Rolle spielen, etwa wenn sich eine
Konzentration begrenzter verfügbarer Mittel auf größere
leistungsfähige Einrichtungen empfiehlt, sollten aber allein nicht
ausschlaggebend sein. Als primäres Ziel muss eine Optimierung des
österreichischen Wissenschafts- und Forschungssystems gelten.

Rückfragehinweis: [email protected]

Rückfragehinweis:
Österreichischer Wissenschaftsrat
mailto:[email protected]

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | WSR

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel