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OTS0058   12. Nov. 2010, 09:34

Sexuelle Sehnsüchte im Alter

Fach-Enquete in Pensionisten-Wohnhaus


Am Donnerstag, 11. November 2010 fand am Nachmittag
im Pensionisten-Wohnhaus "Am Mühlengrund" eine Fach-Enquete mit dem
Titel "Ich fühle, daher lebe ich! Über die sexuellen Sehnsüchte im
Alter" statt. Die Veranstaltung ist Teil einer Enquete-Reihe, die das
Kuratorium Wiener Pensionisten-Wohnhäuser anlässlich des
50-Jahr-Jubiläums 2010 organisieren. Mit über 250 TeilnehmerInnen war
die Veranstaltung sehr gut besucht.

"Wir widmen uns in unserer Enquete einem Tabuthema in der
Gesellschaft, mit dem wir in unserer Arbeit täglich konfrontiert
sind. Unsere 9.300 BewohnerInnen haben in unseren Häusern die
Möglichkeit selbstbestimmt zu wohnen. Für uns ist der Mensch auch im
Alter ein Wesen mit sexuellen Bedürfnissen und er möchte diese
ausleben können. Institutionen haben daher die Aufgabe dieses
Bedürfnis nicht zu tabuisieren und den Menschen in seiner Ganzheit -
einschließlich seiner Sexualität - zu begreifen", so die
Geschäftsführerin der "Häuser zum Leben", Mag.a Gabriele Graumann zur
Motivation die Fach-Enquete durchzuführen. Das Kuratorium Wiener
Pensionisten-Wohnhäuser möchte mit der Veranstaltung die Diskussion
anregen - auch in den eigenen Häusern.

Bei der Auswahl der ReferentInnen wurde auf die verschiedenen
Zugänge zum Thema ein Hauptaugenmerk gelegt. Prof. Dr.in Kronelia
Hauser stellte in ihrem pointierten Statement die Frage nach der
Bedeutung und der gesellschaftlichen Funktion der Sexualität heute.
Sie räumte mit einigen Klischees auf, etwa damit, dass ältere
Menschen das Bedürfnis nach Sexualität verlieren. Den Blick einer
Sexualassistentin vermittelt Nina de Vries, die seit vierzehn Jahren
in diesem Beruf tätig ist. Es gehe in ihrer Arbeit nicht so sehr
darum, was angeboten wird, sondern wie es angeboten wird.

Die achtzigjährige Buchautorin Elfriede Vavrik hat mit
"Nacktbadestrand" einen autobiografischen Bestseller über die Lust im
Alter geschrieben und erzählte im Rahmen der Fach-Enquete sehr offen
Ausschnitte aus ihrem Sexualleben. Die Psychologinnen Mag.a Regina
Rajecky sowie Dr.in Ingrid Seczer widmeten sich der Frage "Sexueller
Genuss mit 85 +?!" Aus ihrer täglichen Arbeit mit alten Menschen im
Pensionisten-Wohnhaus bzw. im Geriatriezentrum wissen sie, dass
"unsere BewohnerInnen nicht das Bedürfnis nach Sexualität verlieren,
sondern sie verlieren oft die Menschen, die sie berühren." Die beiden
Psychologinnen definieren Sexualität folgendermaßen: "Sexualität
bedeutet ein Stück Lebensqualität, eine Ressource für
Lebenszufriedenheit und Wohlbefinden." Für Prof. Dr. Erwin Böhm stand
die Sexualität in der Demenz im Mittelpunkt seiner Betrachtungen. Er
ist der Begründer des Psychobiografischen Pflegemodells nach dem in
den "Häusern zum Leben" gearbeitet wird.

Einig waren sich alle ReferentInnen des interessanten Nachmittags
darin, dass sexuelle Bedürfnisse im Alter keinesfalls aufhören. Es
sei höchste Zeit, dass auch in der Gesellschaft dieses Thema
enttabuisiert werde.

OTS-Originaltext Presseaussendung unter ausschließlicher inhaltlicher Verantwortung des Aussenders.
OTS0058 2010-11-12 09:34 120934 Nov 10 NRK0008 0432



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Rückfragehinweis: Gerda Füricht-Fiegl, MSc
Pressesprecherin
Häuser zum Leben
Tel: 01/31399-170231
Mobil: 0676/832 50 361
Mail: gerda.fuericht-fiegl@kwp.at
www.kwp.at

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