• 11.11.2010, 12:09:30
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Zukunftsorientierte Migrationspolitik schafft Wachstum und Wohlstand

Studie belegt positive volkswirtschaftliche Effekte

Wien (OTS/PWK868) - Eine gut durchdachte zukunftsorientierte
Migrationspolitik, die verstärkt höher qualifizierte Menschen mit
Migrationshintergrund nach Österreich bringt, verschafft Österreich
unschätzbare Vorteile. Deshalb haben Wirtschaftskammer Österreich
(WKÖ) und Industriellenvereinigung (IV) schon vor zwei Jahren ihren
Vorschlag für ein kriteriengeleitetes Zuwanderungsmodell vorgelegt.
Dass zukunftsorientiere Migrationspolitik Wachstum und Wohlstand
fördert, belegt nun eine aktuelle Studie der Donau Universität Krems
und des IHS, welche die WKÖ gemeinsam mit der IV in Auftrag gegeben
und heute, Donnerstag, vorgestellt hat.

Eine aktive, zukunftsorientierte Migrationspolitik - so die
Studie "Potentielle Auswirkungen einer Änderung der österreichischen
Migrationspolitik in Richtung qualifizierte Zuwanderung auf das
mittel- bis langfristige Wirtschaftswachstum (Prognosehorizont 2050)"
- könnte die Arbeitslosigkeit senken, das Bildungs- und
Beschäftigungsniveau heben und die Produktivität ebenso wie die
Investitionen erhöhen, hielten Anna Maria Hochhauser,
Generalsekretärin der WKÖ, und IV-Generalsekretär Markus Beyrer fest.
So können allein durch die verbesserte Qualifikationsstruktur der
Migranten zusätzliche 20.000 bis 25.000 Arbeitsplätze bis zum Jahr
2050 geschaffen werden, wie Dr. Ulrich Schuh, Leiter der Abteilung
Ökonomie am Institut für Höhere Studien (IHS), ausführte. Außerdem
kann ein kriteriengeleitetes Zuwanderungsmodell wie die
Rot-Weiß-Rot-Card das Wirtschaftswachstum bis zum Jahr 2050 um bis zu
1,8% steigern. Und langfristig würden zudem die
Bildungsentscheidungen der Bevölkerung positiv beeinflusst.
Insbesondere wenig qualifizierte Arbeitnehmer profitierten über
höhere Löhne und sinkende Arbeitslosigkeit, so der Experte.

"Kein Mehr an Zuwanderung, aber höher Qualifizierte"

Durch die Einführung der Rot-Weiß-Rot-Card würde die Zahl der
höher qualifizieren Zuwanderer deutlich steigen, und zwar von derzeit
1.000 auf bis zu 8.000 Personen im Jahr 2030. In Summe würde das eine
Zuwanderung von etwa 100.000 Fachkräften aus Drittstaaten zwischen
2010 und 2030 bedeuten. Dabei geht die Studie von einer Beibehaltung
der jährlichen durchschnittlichen Nettozuwanderung von 30.000
Personen aus. Eine Umsetzung der Rot-Weiß-Rot-Card bedeutet also
nicht "ein Mehr an Zuwanderung, sondern bringt höher qualifizierte
Zuwanderer", wie Hochhauser und Beyrer betonen.

Rasche Umsetzung der Rot-Weiß-Rot-Card

"Die Vorschläge der Sozialpartner für eine qualifizierte
Zuwanderung liegen auf dem Tisch. Nun muss rasch eine Umsetzung
erfolgen", appellierten die Generalsekretäre an die Politik. Doch der
rechtliche Rahmen allein reiche nicht aus - darüber hinaus müsse
Österreich ganz klare Zeichen setzen, dass qualifizierte Fachkräfte
aus dem Ausland hierzulande wirklich willkommen seien. Besonders
wichtig sei dabei, dass sich Zuwandernde bereits in ihrem
Herkunftsland umfassend über Österreich informieren können, so
Beyrer. Ein Info-Portal im Internet könnte das österreichische
Migrationssystem übersichtlich darstellen, damit die besten Köpfe auf
unser Land aufmerksam werden. "Schließlich muss Österreich für
hochmobile, weltweit umworbene Talente als Lebens- und
Wirtschaftsstandort attraktiv sein, um international wettbewerbsfähig
zu bleiben".

Hochhauser: "Migration funktioniert nicht wie ein Wasserhahn, den
man sofort auf und zu drehen kann. Es geht um eine langfristig
angelegte Strategie, die erst nach einigen Jahren ihre volle Wirkung
entfaltet. deshalb ist es besonders wichtig, jetzt die nötigen
Weichen zu stellen, damit im Aufschwung und vor allem in den
kommenden Jahren jene Arbeitskräfte zur Verfügung stehen, die von der
Wirtschaft dringend benötigt werden". (PM)

Rückfragehinweis:

Mag. Petra Medek
   Stabsabteilung Presse der WKÖ
   Tel.: 0590900/DW 4599
   [email protected]
   
   Dr. Raphael Draschtak
   Pressesprecher IV
   Tel.: +43 (1) 71135/DW 2305
   [email protected]

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