• 10.11.2010, 09:00:17
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Geschäftsklima in Mittelosteuropa hellt sich zunehmend auf

Geschäftsklima in Mittelosteuropa verbessert sich zum sechsten Mal in Folge / Direktinvestoren blicken zuversichtlich in die Zukunft

Grafik zu OTS - Geschäftsklima in Mittelosteuropa hellt sich zunehmend auf

Wien (OTS) - Das Geschäftsklima in Mittelosteuropa hat sich im
Oktober 2010 gegenüber Juli neuerlich verbessert, zugleich steigen
die Konjunkturerwartungen der Direktinvestoren in der Region wieder.
So lassen sich die Ergebnisse der jüngsten Erhebung zum Thomson
Reuters & OeKB Geschäftsklima-Index Mittelosteuropa auf den Punkt
bringen.

Die rund 400 MOE-Headquarters, die von Österreich aus ihre 1.400
Unternehmensbeteiligungen in der Region steuern, attestieren dem
Geschäftsklima in Mittelosteuropa neuerlich - nun schon zum sechsten
Mal in Folge - eine weitere Aufhellung. Der Geschäftsklima-Indikator
steigt um 6 Prozentpunkte und erreicht per Saldo somit erstmals
wieder den Wert von Oktober 2008. Zufrieden zeigen sich 40 % der
befragten Unternehmen mit ihrer Aktuellen Geschäftslage, nur 17 %
melden einen schlechteren Geschäftsgang. Der entsprechende Indikator
verbessert sich gegenüber Juli um 6 Prozentpunkte. Wieder deutlich
optimistischer geben sich die Direktinvestoren hinsichtlich der
zukünftigen Entwicklung ihrer Niederlassungen in Mittelosteuropa:
Nachdem der Indikator in der Juli-Erhebung noch geringfügig
zurückging, blicken die Befragten nun wieder zuversichtlicher in die
Zukunft. Der Saldenwert (positive abzüglich negativer Meldungen) des
Indikators Geschäftserwartungen klettert auf 36 Prozentpunkte und
erreicht damit den höchsten Wert seit April 2008.

Für die meisten Länder günstige Konjunkturaussichten

Positiv bewerten die Direktinvestoren auch die
Konjunkturaussichten in der Region. So klettert der
Konjunkturindikator um 7 Prozentpunkte nach oben, nachdem er in der
Erhebung im Juli 2010 noch leicht gesunken war. 43 % der Befragten
erwarten einen Wirtschaftsaufschwung in den kommenden zwölf Monaten,
49 % gehen davon aus, dass die konjunkturelle Lage unverändert
bleiben wird. Auf Länderebene lassen sich allerdings deutliche
Unterschiede bezüglich der Konjunkturerwartungen der Direktinvestoren
feststellen: Während den Erhebungsteilnehmern zufolge insbesondere
die Wirtschaft in Bulgarien und Russland einen Gang höher schalten
wird, überwindet die Ukraine die Finanz- und Wirtschaftskrise, welche
das Land besonders stark getroffen hat, nur langsam.

Ukraine verpasst Aufschwung

Neben einer stagnierenden Konjunktur erwarten die Direktinvestoren
in der Ukraine eine Verschlechterung des künftigen Geschäftsgangs für
die Betriebe vor Ort: Der Indikator der Geschäftserwartungen verliert
seit der Juli-Erhebung 5 Prozentpunkte. Besonders negativ wird zudem
die Aktuelle Geschäftslage bewertet: Die Ukraine ist das einzige
Land, in dem sich die Performance der Betriebe aus Sicht der
Direktinvestoren im Vergleich zur Erhebung im Juli verschlechtert
hat. Zudem weist die Ukraine derzeit als einziges Land einen
negativen Saldenwert (positive abzüglich mehr negativer Meldungen)
beim Indikator Aktuelle Geschäftslage aus. Dieser hat gegenüber Juli
um 8 Prozentpunkte nachgegeben. Die deutliche Abkühlung des
Geschäftsklimas in der Ukraine überrascht insofern, als bei der
Befragung im Juli noch alle Kernindikatoren für das Land einen
positiven Trend auswiesen.

Direktinvestoren in Russland zunehmend euphorisch

Einen starken Aufwärtstrend bestätigen die Direktinvestoren
hingegen Ukraines großen Nachbarn Russland. Der
Geschäftsklima-Indikator hat seit Juli um 14 Prozentpunkte zugelegt
und erreicht nach sechs Erhöhungen in Folge nunmehr im
Ländervergleich den höchsten Saldenwert. Allein in Kroatien gibt es
eine vergleichbare Aufhellung des Geschäftsklimas (+13
Prozentpunkte), wenngleich die Ausgangsbasis für dieses Land geringer
ist. Das herausragende Ergebnis des Geschäftsklima-Indikators in
Russland basiert zum Teil auf der guten Aktuellen Geschäftslage der
Betriebe. Stärker wird es jedoch von den Erwartungen der
Direktinvestoren hinsichtlich der künftigen Entwicklung ihrer
Niederlassungen angetrieben: 69 % der Befragten erwarten eine
positive Entwicklung ihrer Beteiligungen in den nächsten sechs
Monaten, nur 5 % eine Verschlechterung der Situation. Der daraus
resultierende Saldenwert von 64 Prozentpunkten ist der höchste in der
Gesamtregion MOE.

Günstiges Geschäftsklima für Versicherungen und Business Services

Das Geschäftsklima für die einzelnen Branchen in Mittelosteuropa
entwickelt sich unterschiedlich. Am günstigsten ist das
Geschäftsklima in der Region derzeit für Versicherungen. Dies ist auf
die -- im Branchenvergleich -- größte Zufriedenheit der
Versicherungsunternehmen mit der aktuellen Performance ihrer
MOE-Beteiligungen zurückzuführen. Der entsprechende Indikator
verzeichnet zudem den höchsten Zuwachs. Im Hinblick auf die Zukunft
gibt sich die Versicherungsbranche hingegen pessimistischer: Der
Indikator Geschäftserwartungen sinkt um 3 Prozentpunkte gegenüber
Juli 2010. Das Bankwesen, die zweite Branche im
Finanzdienstleistungssektor, erfährt eine gegenläufige Entwicklung
zur Versicherungsindustrie: Die Aktuelle Geschäftslage stagniert, die
Geschäftserwartungen hingegen steigen. Trotz optimistischen Blicks in
die Zukunft sind die Banken die einzige Branche in Mittelosteuropa,
in der die Investitionsbereitschaft seit Juli 2010 gesunken ist, per
Saldo sogar in den Minusbereich (-2 Prozentpunkte). Neben der
Versicherungswirtschaft melden auch die Business Services
(Unternehmensberatungen, Rechtsanwälte, EDV-Dienstleister etc.) eine
deutliche Aufhellung des Geschäftsklimas. Die Erhebungsteilnehmer aus
diesem Sektor haben sehr positive Erwartungen bezüglich der künftigen
Entwicklung ihrer Beteiligungen. Mit 45 Prozentpunkten erreicht der
Geschäftserwartungen-Indikator den höchsten Saldenwert im
Branchenvergleich.

Rückschläge für Immobilienbranche sowie Energie- und
Wasserversorgungswirtschaft

Am unteren Ende der Skala - was das Geschäftsklima für die
einzelnen Branchen in Mittelosteuropa betrifft - befindet sich der
Immobiliensektor. So stufen die Befragten Aktuelle Geschäftslage
ihrer Beteiligungen schlechter ein als noch im Juli 2010. Der
entsprechende Indikator sinkt um 10 Prozentpunkte auf einen
Saldenwert von 0 Prozentpunkten, d.h. positive Einschätzungen zur
Aktuellen Geschäftslage halten sich mit den negativen die Waage.
Dennoch scheinen die Immobilienunternehmen weiterhin viel Potential
in Mittelosteuropa zu sehen. Zum einen erhöht sich die
Investitionsbereitschaft der Direktinvestoren: Die Immobilienbranche
weist beim Investitions-Indikator mit 33 Prozentpunkten den höchsten
Saldenwert unter allen betrachteten Sektoren auf. Zum anderen steigen
die Geschäftserwartungen der Befragten aus dem Immobiliensektor
gegenüber Juli 2010 im Branchenvergleich am stärksten. Einen
Rückschlag in ihrer wirtschaftlichen Entwicklung muss nach Aussagen
der Direktinvestoren die Energie- und Wasserversorgungswirtschaft
hinnehmen: Sie ist die einzige Branche, in welcher sich gleichzeitig
die Aktuelle Geschäftslage und die Geschäftserwartungen seit der
Juli-Erhebung verschlechtert haben -- auch wenn der Rückgang beim
Indikator Geschäftserwartungen mit -1 Prozentpunkten nur sehr gering
ausfällt. Mit einem Rückgang von 7 Prozentpunkten beklagen die
Unternehmen aus der Energie- und Wasserversorgungswirtschaft aber die
unter allen Branchen deutlichste Abkühlung des Geschäftsklimas.

Der Thomson Reuters & OeKB Geschäftsklima-Index Mittelosteuropa
(MOE) basiert auf vierteljährlichen Primärerhebungen unter rund 400
Entscheidungsträgern von MOE-Headquarters mit Sitz in Österreich, die
zu rund 1.400 ihrer Unternehmensbeteiligungen in Mittelosteuropa
befragt werden. Erhoben werden die Einschätzungen der
Direktinvestoren zur Aktuellen Geschäftslage sowie deren Erwartungen
hinsichtlich der Geschäftsentwicklung in den
Unternehmensbeteiligungen vor Ort (Geschäftsklima), Expansions- und
Investitionsstrategien der Unternehmen in MOE, Beurteilungen der
Standortqualität Österreichs als Brückenkopf für das
Mittelosteuropa-Geschäft und schließlich Einschätzungen zur
allgemeinen Wirtschaftsentwicklung in der Region.

Der Thomson Reuters & OeKB Geschäftsklima-Index Mittelosteuropa
bietet differenzierte Analysen nach Ländern, Branchen und
Unternehmensgrößen. Als Ergebnis stehen der Wirtschaft
Frühindikatoren zur Verfügung, die praxisnahe Aussagen und Prognosen
u.a. über den Geschäftserfolg von Direktinvestoren in einzelnen
Ländern Mittelosteuropas bzw. in der Gesamtregion ermöglichen.

Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM/Original Bild
Service, sowie im OTS Bildarchiv unter http://bild.ots.at

Rückfragehinweis:

Mag. Wolfgang Lueghammer
   Oesterreichische Kontrollbank AG (OeKB) 
   Information Services
   Tel. +43 1 531 27-2568
   [email protected]
   
   Mag. Verena Ebner
   Oesterreichische Kontrollbank AG (OeKB) 
   Information Services
   Tel. +43 1 531 27-2560
   [email protected]

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