• 02.11.2010, 15:47:49
  • /
  • OTS0191 OTW0191

Volkshilfe: Präsentation zu Armut und Pflege

Die Volkshilfe Österreich hat heute ihre Untersuchung zum Zusammenhang von Armut und Pflege und präsentiert.

Wien (OTS) - Im Europäischen Jahr zur Bekämpfung von Armut und
sozialer Ausgrenzung hat die Volkshilfe mit Unterstützung des
Bundesministeriums für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz den
Zusammenhang zwischen Armut und Pflege untersucht. Die Ergebnisse
wurden heute im Ringturm der Wiener Städtischen Versicherung
präsentiert und mit Bundesminister Rudolf Hundstorfer in einer
Podiumsdiskussion diskutiert.

Studien belegen, dass arme Menschen häufiger krank sind und in
weiterer Folge Pflege und Betreuung benötigen. Gerade von Armut
betroffene Menschen können sich aber oft keine adäquate pflegerische
Versorgung und Betreuung leisten. Nach der Begrüßung durch
Dr. Judit Havasi, Vorstandsdirektorin der Wiener Städtischen
Versicherung, präsentierten Geschäftsführer Erich Fenninger und
Veronika Richter die Ergebnisse der Untersuchung. Sie zeigt, dass
einkommensschwache Personen gesundheitlich stärker vorbelastet sind
und eine geringere Lebenserwartung haben, daraus ergibt sich für
diese Gruppe ein höherer Pflegebedarf. Dieser Pflegebedarf ist aber
nicht für alle Pflegebedürftigen erschwinglich, besonders schwierig
ist die Situation für Frauen und Personen in besonderen Lebenslagen
wie Wohnungslose, (Langzeit)Arbeitslose, Personen mit
Migrationshintergrund oder AsylwerberInnen.

Die in der Untersuchung dargestellten Good Practice Beispiele
zeigen unterschiedliche Lösungsansätze wie aufsuchende
Informationsvermittlung, muttersprachliche Beratung, Teilhabe am
gesellschaftlichen Leben und besondere Pflege- und Betreuungsangebote
für ältere wohnungslose Menschen auf.

In der von Verena Fabris, für die Untersuchung verantwortliche
Bereichsleiterin der Volkshilfe Österreich moderierten
Podiumsdiskussion dankte Bundesminister Rudolf Hundstorfer für die
Ergebnisse der Studie und nahm auch zur Diskussion um das Pflegegeld
Stellung, "denn wir verändern keine bestehenden Bescheide, sondern
dämpfen aus Kostengründen den Neuzugang. In Summe werden wir dennoch
auch im kommenden Jahr 65 Mio mehr für die Pflege ausgeben als
heuer."

Für den Präsidenten der Volkshilfe Österreich Univ.-Prof. Dr.
Josef Weidenholzer ist es wichtig, "dass der Zusammenhang zwischen
Armut und Pflegebedürftigkeit wahrgenommen wird. Das bedeutet
erschwingliche Dienstleistungen, aber auch Maßnahmen, die speziell
auf einkommensschwache Menschen abzielen. Zur Finanzierung wünschen
wir uns noch eine stärkere vermögensbezogene Besteuerung."

Der Geschäftsführer des Fonds Soziales Wien Peter Hacker wies "auf
die komplexen Systeme in der Pflege und Betreuung hin und begrüßte
die Diskussion über die Herausforderungen der Zukunft ausdrücklich.
"Denn es gibt noch viele Ungerechtigkeiten, die sich aus den
unterschiedlich gewachsenen Strukturen ergeben.", so Hacker.

Der Vertreter der Wiener Städtischen Versicherung Mag. Peter Kranz
verwies auf das flexible und leistbare Modell der Pflegeversicherung
aus seinem Haus, das er als Ergänzung zur staatlichen Unterstützung
sieht.

Rückfragehinweis:
Erwin Berger, MAS
Leiter Kommunikation Volkshilfe Österreich
E: [email protected],
T: 0676 834 02 215

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | VHO

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel