- 29.10.2010, 13:01:50
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Ärztekammer: Kürzung der Familienbeihilfe ist unsozial
Erschwerte Studienbedingungen werden Ärztemangel verschärfen
Wien (OTS) - Als "unsozial und unsolidarisch" bezeichnete der
Obmann der Bundeskurie Angestellte Ärzte in der Österreichischen
Ärztekammer (ÖÄK), Harald Mayer, das Vorhaben der Regierung, die
Familienbeihilfe nach dem 24. Lebensjahr ersatzlos zu streichen.
Jungen Menschen, die ohnehin schon unter erschwerten Bedingungen
studieren würden, werde so ein zusätzliches Hindernis in den Weg
gelegt, kritisierte Mayer am Freitag in einer Aussendung.
"Ein Medizinstudium dauert mindestens sechs Jahre. Selbst wenn jemand
mit 18 Jahren zu studieren beginnt, ist das keine Garantie dafür,
dass man mit 24 den Abschluss in der Tasche hat", sagte Mayer. Grund
sei der Umstand, dass es für manche Lehrveranstaltungen nur eine
begrenzte Anzahl an Plätzen gebe. "Wer im ersten Anlauf keinen Platz
ergattert, muss warten. Und das kostet Zeit", führte der Chef der
Spitalsärzte aus. Lange Wartelisten würden dazu führen, dass
Studierende im Extremfall um mehrere Semester zurückgeworfen würden -
und das unverschuldet.
"Unter solchen Bedingungen ist es ein Ding der Unmöglichkeit, bis zum
24. Lebensjahr ein anspruchsvolles, aufwändiges Studium zu
absolvieren. Fällt die Familienbeihilfe weg, werden noch mehr
Studierende gezwungen, neben dem Studium zu arbeiten. Dadurch bleibt
aber in der Folge weniger Zeit für die Ausbildung", führte Mayer
weiter aus. Resultat: Das Medizinstudium würde somit deutlich mehr
als die veranschlagten sechs Jahre in Anspruch nehmen; im Extremfall
könnte auch die Drop-out-Rate wieder nach oben schnellen. "Wir
steuern bereits jetzt auf einen Ärztemangel zu, das Personal in den
Spitälern arbeitet am Limit und müsste dringend aufgestockt werden",
so der Kurienobmann. Eine Verlängerung der Studiendauer oder erhöhte
Drop-out-Raten würden sich fatal auf den ärztlichen Personalstand und
in letzter Konsequenz auf die medizinische Versorgung der Bevölkerung
auswirken, warnte Mayer abschließend. (sl)
Rückfragehinweis:
Pressestelle der Österreichischen Ärztekammer
Tel.: (++43-1) 513 18 33
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