• 28.10.2010, 09:44:50
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Adelheid Fürntrath-Moretti als Bundesvorsitzende von Frau in der Wirtschaft bestätigt

Gfk-Umfrage bestätigt: Frauen sind nach wie vor Mehrfach-Belastung ausgesetzt - Fürntrath-Moretti: Ausbau von flexibleren Kinderbetreuungsplätzen ist Gebot der Stunde

Wien (OTS/PWK824) - Die Abgeordnete zum Nationalrat Adelheid
Fürntrath-Moretti wurde gestern, am 27.10. 2010 im Rahmen der
Generalversammlung von Frau in der Wirtschaft (FiW) als
Bundesvorsitzende wiedergewählt. "Als Vertreterin der
Unternehmerinnen, ist es mir vor allem ein Anliegen, durch
konsequente Arbeit, soziale Rahmenbedingungen zu verbessern", setzte
Fürntrath-Moretti Schwerpunkte für die kommenden drei Jahre ihrer
Funktionsperiode. Erreichen wolle sie vor allem die längst fällige
Erhöhung des Wochengeldes für Unternehmerinnen sowie die Schaffung
von mehr leistbaren und flexiblen Kinderbetreuungsplätzen.

Dass man hier den richtigen Weg einschlage, so die alte und neue
Bundesvorsitzende, zeigt auch eine aktuelle von Frau in der
Wirtschaft in Auftrag gegebene Befragung des
Marktforschungsinstitutes GfK. Von 300 selbstständig und
unselbstständig beschäftigten Müttern, darunter 50 Unternehmerinnen,
gaben 74 Prozent an, ihre Kinder selbst zu betreuen, 80 Prozent
erledigen zusätzlich die Hausarbeit zur Gänze alleine. "Das Ergebnis
bestätigt, dass die meisten Frauen immer noch einer Doppel- und
Mehrfachbelastung ausgesetzt sind", betonte Fürntrath-Moretti.

Frau in der Wirtschaft: 45.000 zusätzliche Kinderbetreuungsplätze
notwendig

Deshalb fordert die Bundesvorsitzende eine längst fällige "rasche
und deutliche Forcierung" des Ausbaus von Kinderbetreuungsplätzen:
"Wir gehen davon aus, dass 45.000 zusätzliche Kinderbetreuungsplätze
mit deutlich flexibleren Öffnungszeiten geschaffen werden müssen.
Denn die klassischen 9-to-5 Jobs werden weniger - darauf müssen auch
die Kinderbetreuungseinrichtungen reagieren." Starre Betreuungszeiten
und lange Ferienpausen gingen, so Fürntrath-Moretti, an der Realität
vorbei und würden berufstätigen Frauen - selbständig oder
unselbständig - die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und damit den
täglichen Alltag enorm erschweren. Ebenso umgesetzt werden müsse eine
Ausweitung der steuerlichen Absetzbarkeit von Kinderbetreuung für
über 10-jährige Kinder sowie von haushaltsnahen Dienstleistungen.

Fürntrath-Moretti: "An überholten Rollenklischees rütteln -
Rabenmutter war gestern"

Immerhin, bewertete Fürntrath-Moretti positiv, seien sich
zumindest die Frauen selbst ihrer Leistungen und Mutterqualitäten
bewusst: So sind, gemäß der Umfragedaten, 80 Prozent der befragten
Frauen der Meinung, dass berufstätige Mütter genauso gute Mütter
seien, wie jene, die zu Hause bleiben. "Es geht aber auch um ein
gesellschaftspolitisches Umdenken. Leider werden Mütter, die
erfolgreich im Berufsleben sind und aktiv an ihrer Karriere arbeiten,
immer noch oft als "Rabenmütter" verurteilt. Hier gilt es, noch
stärker an überholten Rollenklischees zu rütteln", so
Fürntrath-Moretti. Berufstätige Mütter mit Kleinkindern sollen
Hemmnisse durch altradierte Rollen abgebaut werden.

Ladies Lounge mit Justizministerin Claudia Bandion-Ortner - "Mehr
Gerechtigkeit"

Bei der Ladies Lounge von Frau in der Wirtschaft am Mittwochabend
mit Justizministerin Claudia Bandion-Ortner betonte
Fürntrath-Moretti: "Wir Unternehmerinnen wollen Fairness und
Gerechtigkeit - unter anderem beim Wochengeld: Während
unselbstständig Beschäftigte ein durchschnittliches Wochengeld von
derzeit 41 Euro kassieren, müssen Selbstständige mit 25,57 Euro
auskommen." Bandion-Ortner bekräftigte ihr Eintreten für die
gemeinsame Obsorge: "Mit dem Instrument der gemeinsamen Obsorge will
ich Männer motivieren mehr Verantwortung zu übernehmen und ihnen ein
Mitspracherecht in wichtigen Bereichen wie der medizinischen
Versorgung und der Ausbildung des Kindes einräumen. Dabei geht es
weniger um die Anliegen der Eltern, sondern in erster Linie um das
Wohl des Kindes", betonte die Justizministerin. Sie verwies auf
internationale Studien, die einen erhöhten Anreiz der gemeinsamen
Obsorge belegen, vermehrt freiwillig Unterhaltszahlungen zu leisten.
Auch Bandion-Ortner unterstrich die Wichtigkeit von einem weiteren
Ausbau von Kinderbetreuungseinrichtungen und sprach sich weiters
skeptisch gegenüber Quotenregelungen für Frauen aus. (ES/AC)

Rückfragehinweis:
Wirtschaftskammer Österreich, Frau in der Wirtschaft
Mag. Elisabeth Zehetner
Tel.: Tel.: (++43) 0590 900-3018
mailto: [email protected]
http://wko.at/unternehmerin

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