- 27.10.2010, 09:59:31
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Haushalte wählten Alternativen zu inländischen Bankprodukten
Wien (OTS) - OeNB-Direktor Ittner präsentiert heute anlässlich der
traditionellen Weltspartagspressekonferenz das aktuelle
Finanzverhalten der Österreicher
Private Haushalte investierten im ersten Halbjahr 2010 einerseits
generell weniger in Finanzanlagen und wählten andererseits überdies
verstärkt Alternativen zu Bankprodukten. Dazu zählten insbesondere
Bargeld, Anleihen und Lebensversicherungen.
Unter dem Eindruck eines nach wie vor geringen Zinsniveaus und sich
erholender Aktienkurse waren im ersten Halbjahr 2010 folgende
Tendenzen erkennbar: Zum Einen haben private Haushalte ihre
Ersparnisbildung gedämpft um den Konsum stabil zu halten: Die
Sparquote fiel von 11,1% im Jahr 2009 auf 9,6% im ersten Halbjahr
2010. Zum Anderen fiel - Hand in Hand mit dem geringeren Sparen - die
Finanzvermögensbildung schwächer und je Quartal sehr selektiv aus.
Private Haushalte veranlagten im ersten Halbjahr 2010 5,7 Mrd EUR
(das sind 114 EUR im Durchschnitt pro Monat für jeden Österreicher).
Im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren es noch 9,6 Mrd EUR
gewesen. Wie der Direktor der Hauptabteilung Statistik Turner weiter
ausführte, waren die konstanten Faktoren im Vermögensaufbau die
Ausweitung der Bargeldhaltung (+610 Mio EUR) sowie eine langfristig
orientierte Erhöhung der Lebensversicherungs-
und Pensionskassenansprüche (2,1 Mrd EUR).
Ein differenziertes Bild zeigt sich bei den übrigen
Finanzveranlagungen: Private Haushalte nahmen insbesondere im ersten
Quartal 2010 große Umschichtungen in ihren Portefeuilles vor.
Bankeinlagen wurden in diesem Zusammenhang in den ersten drei Monaten
per saldo um 1 Mrd EUR stark abgebaut. Diese Entwicklung beeinflusste
auch den Halbjahreswert massiv, denn der Anteil der neu veranlagten
Bankeinlagen an der Geldvermögensbildung lag mit 900 Mio EUR bei nur
16%.
Ebenfalls sehr unterschiedlich war das Kaufverhalten bei Wertpapieren
im ersten Halbjahr: Während im ersten Quartal 2010 Anleihen, Aktien
und Investmentzertifikate netto um 1,3 Mrd EUR gekauft wurden, fanden
im zweiten Quartal minimale Verkäufe statt. Getrieben wurde diese
gegenläufige Bewegung durch Bankanleihen und Investmentzertifikate.
Insgesamt bedeutet dies für Banken als traditionell erste Adresse im
Vermögensaufbau der privaten Haushalte, dass sie seit 2009 weniger
der neu veranlagten Finanzmittel an sich ziehen konnten. Im ersten
Halbjahr wurden nur mehr 10% der gesamten 5,7 Mrd EUR in Bankprodukte
(Einlagen, Anleihen und Aktien) investiert.
Das Finanzvermögen der privaten Haushalte stieg im ersten Semester
nicht nur durch Neuveranlagungen, sondern auch durch positive
Kursentwicklungen auf den Kapitalmärkten um 1,4 Mrd EUR. Insgesamt
erhöhte sich das Vermögen zwischen Dezember 2009 und Juni 2010
um 7,1 Mrd EUR auf 447 Mrd EUR (+1,6%). Davon entfielen 34% auf
Spareinlagen einschließlich Bauspareinlagen. Letztere entwickelten
sich allerdings in den vergangenen Jahren weit weniger "dynamisch"
als die sonstigen Spareinlagen.
Private Haushalte verschuldeten sich im ersten Halbjahr 2010 nur
mittels Wohnbaukrediten (380 Mio EUR), während im nahezu gleichen
Ausmaß Konsum- und sonstige Kredite netto getilgt wurden. Damit setzt
sich der seit 2008 feststellbare Trend einer deutlichen Verlangsamung
der Kreditaufnahmen durch private Haushalte fort. Private Haushalte
hatten zum Ultimo 2010 Kreditschulden in Höhe von 156,3 Mrd EUR,
davon 25% in Fremdwährungen denominiert (38 Mrd EUR). Kreditschulden
in Höhe von 134 Mrd EUR waren bei inländischen Banken ausstehend.
Wichtigste Kategorie innerhalb der Verbindlichkeiten waren mit 65%
(101 Mrd EUR) Wohnbaufinanzierungen.
Rückfragehinweis
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Tel.: +43-1-40420-5555
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Herausgeber
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