• 24.10.2010, 10:19:08
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ÖH Uni Wien: Regierung macht klar: Es darf nicht jede_r studieren!

Ergebnis der Regierungsklausur in Bad Loipersdorf hat fatale Auswirkungen.

Wien (OTS) - Weil der bisherige Wahnsinn der SPÖVP nicht reicht,
fällt nun ab dem 25. Lebensjahr die dringend notwendige
Familienbeihilfe. Das bedeutet abgesehen von der Beschneidung
finanzieller Unterstützung auch, dass Studierende sich zukünftig ab
diesem Zeitpunkt nicht mehr bei ihren Eltern mitversichern können.
Die fehlende Familienbeihilfe zieht aber auch sonst einen
finanziellen Rattenschwanz nach sich, da sie für zahlreiche
Ermäßigungen, wie zum Beispiel das Semesterticket der Wiener Linen,
Voraussetzung ist.

Schon jetzt arbeiten 80% der Studierenden, um sich ihren
Lebensunterhalt zu verdienen. Nebenbei soll das Studium noch in
Mindesstudienzeit absolviert werden, sonst warten Studiengeühren. Mit
dem Wegfallen der Familienbeihilfe werden diese Studierende noch
zusätzlich unter Druck gesetzt. "Die Vorstellung, dass Menschen mit
18 Jahren ein Studium beginnen und dieses dann ungestört abschließen,
ist absolut realitstsfern. Ganz zu schweigen davon, dass mit einer
Kürzung die Absolvierung unbezahlter Praktika und sonstiger
Zusatzausbildungen künftig für die meisten Studierenden unmöglich
sein werden," empört sich Veronika Helfert vom Vorsitzteam derÖH Uni
Wien.

Gründe für einen späteren Studienbeginn gibt es viele: Vorschule,
Sitzenbleiben, der Besuch einer BMHS, um nur einige davon zu nennen.
Das Studium in Mindesstudienzeit noch vor dem 25. Lebensjahr
abzuschließen ist somit lediglich der Idealfall. Verzögerungen
während des Studiums, für die Studierende selbst nicht verantwortlich
sind, stehen immer noch an der Tagesordnung. So gibt es mit unter
nicht genügend Lehrveranstaltungen für alle und die Wartezeiten für
Pflichtübungen sind oft lang. "Läppische 80 Millionen Euro können an
der miserablen Situation der Unis nicht viel ändern; sie sind nur ein
Tropfen auf dem heißen Stein" kritisiert Oona Kroisleitner vom
Vorsitzteam der ÖH Uni Wien den aktuellen Vorschlag.

Die ohnehin schon finanziell schwierige Zeit eines Studiums wird nun
vor allem für Menschen aus finanziell schwächer gestelltem Umfeld zu
einer beinahe unüberbrückbaren Hürde. Die SPÖ verabschiedet sich
damit endgültig von ihrem früheren Grundsatz, sozial gerecht zu sein
- von der ÖVP war ohnehin außer Elitenförderung nichts zu erwarten.
"Die Bedingung, dass nur dann mehr Geld für die Unis bereitgestellt
wird, wenn die STEP verschärft und Zugangsbeschränkungen eingeführt
werden, ist schlichtweg inakzeptabel! Es müssen doch die Alarmglocken
läuten, wenn es in Österreich sowohl zu wenige Akademiker_innen als
auch zu wenige Studienanfänger_innen gibt!", so Flora Eder vom
Vorsitzteam der ÖH Uni Wien.

Allein in Wien haben am vergangenen Dienstag 20.000 Studierende ihrer
Wut Luft gemacht. Diese lautstarken Proteste wurden von der
SPÖVP-Regierung einfach ignoriert. An einer Fortsetzung dieser
Proteste am nächsten Dienstag (26.10.) wird schon gearbeitet.

Rückfragehinweis:

ÖH Uni Wien - Öffentlichkeitsarbeit
   mailto:[email protected]
   http://www.oeh.univie.ac.at/
   
   Johanna Pisecky: 0680 20 80 370
   Lucia Bischof: 0676 97 18 993

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