• 22.10.2010, 10:28:34
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Kulturministerin Claudia Schmied schließt Rahmenzielvereinbarungen mit Bundesmuseen und ÖNB ab

Einführung der kultur- und museumspolitischen 3-Jahres-Planung

Wien (OTS) - Die in den letzten Monaten mit den Bundesmuseen und
der Österreichischen Nationalbibliothek (ÖNB) verhandelten
Rahmenzielvereinbarungen wurden heute von Kulturministerin Dr.
Claudia Schmied unterzeichnet. In den Vereinbarungen werden konkrete
Ziele und Maßnahmen samt Erfolgsindikatoren für die folgenden drei
Jahre vereinbart, deren Umsetzung in den Jahresberichten der
Bundesmuseen und der ÖNB dokumentiert werden.

"Mit den Rahmenzielvereinbarungen schaffen wir ein professionelles
mittelfristiges Planungsinstrument für mehr Klarheit und Transparenz
in den kultur- und museumspolitischen Schwerpunktsetzungen der
Bundesmuseen und der Nationalbibliothek. So haben wir zum Beispiel
den freien Eintritt für Kinder und Jugendliche für die kommenden
Jahre abgesichert. Ich freue mich und bedanke mich bei den
Geschäftsführungen und Kuratorien für die konstruktive
Zusammenarbeit", so Kulturministerin Claudia Schmied.

Auf Basis des 2008 diesbezüglich ergänzten Bundesmuseen-Gesetzes und
den im Dezember 2009 erlassenen neuen Museums- bzw.
Bibliotheksordnungen wurde in enger und intensiver Kooperation
zwischen dem Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur und
den Bundesinstitutionen erstmals Rahmenzielvereinbarungen erarbeitet.
Nachdem im September und Oktober alle Geschäftsführungen und
Kuratorien der Bundesmuseen und der ÖNB diesen zugestimmt haben,
treten die Rahmenzielvereinbarungen ab sofort in Kraft.

Die Rahmenzielvereinbarungen gliedern sich in einen für alle
Bundesmuseen und die Nationalbibliothek gleichlautenden allgemeinen
Teil, der gemeinsame kulturpolitische Ziele verankert, und einen
besonderen Teil mit individuellen Vereinbarungen für jede der
wissenschaftlichen Anstalten.

Gemeinsame Ziele für alle Bundesmuseen und die ÖNB

Für alle Institutionen wird in den Rahmenzielvereinbarungen der seit
Anfang 2010 umgesetzte freie Eintritt für Kinder und Jugendliche bis
zum 19. Lebensjahr verankert und das Ziel formuliert, eine
nachhaltige Bindung zu dieser Zielgruppe aufzubauen. Weiters werden
die Angebote und Serviceleistungen für BesucherInnen, z. B. bei der
Bibliotheksbenutzung, Objektbeschriftung oder
Eintrittspreisgestaltung, verbessert und Maßnahmen vereinbart, um den
Anteil der BesucherInnen mit besonderen Bedürfnissen und
Migrationshintergrund zu erhöhen.

Ein weiteres Ziel ist, die Bundesmuseen und die ÖNB als Orte der
Wissenschaft und Forschung nachhaltig zu positionieren und
insbesondere die Außenwirkung der Forschungstätigkeit der
wissenschaftlichen Anstalten zu stärken. Zur vollständigen
Inventarisierung werden die Bundesmuseen und die ÖNB einen
Umsetzungsplan zur sukzessiven Erschließung und digitalen Erfassung
des Sammlungsbestandes vorlegen. Für den Aufbau eines
museumsspezifischen Risikomanagements werden umfassende Krisen- und
Evakuierungspläne für alle Sammlungs- und Gebäudeteile erstellt.

Außerdem werden langfristige Depotkonzepte und Restaurierungspläne
zur bestmöglichen räumlichen und konservatorischen Pflege und
Erhaltung der Sammlungen erarbeitet. Auch wird eine Initiative zur
Verbesserung in den Bereichen Personal und Organisation gesetzt und
zukünftig in allen Bundesmuseen und der ÖNB jährliche
MitarbeiterInnengespräche und Weiterbildungsangebote mit dem
Schwerpunkt der Förderung von Nachwuchsführungskräften eingeführt.

Individuelle Ziele für jedes Bundesmuseum und die ÖNB

Im besonderen Teil der Rahmenzielvereinbarungen werden für jedes Haus
individuelle Ziele vereinbart, die sich an den aktuellen Vorhaben der
Bundesmuseen und der ÖNB orientieren:

- Albertina: Umsetzen des Projekts "Albertina Online" zur digitalen
Präsentation der grafischen Sammlung
- Belvedere: Umsetzungsplan für das "20er-Haus"
- MUMOK: Erarbeiten eines mittelfristigen Investitionsplans, Umsetzen
von Maßnahmen zur Stärkung der Präsenz im MusemsQuartier
- MAK: Erarbeiten eines neuen Marketingkonzepts und Strategien für
Kooperationen (z. B. mit Universitäten)
- Kunsthistorisches Museum: Umsetzen des Projekts "Kunstkammer",
Erarbeiten eines entscheidungsfähigen Projektplans für das Projekt
"Museum NEU" und eines Gesamtkonzepts für die KHM-Gruppe
- Naturhistorisches Museum: Erarbeiten eines Konzepts zur
Neupräsentation der Schausammlungen, eines neuen Marketingkonzepts
und einer Gesamtstrategie
- Technisches Museum Wien: Verstärken der interaktiven Komponente bei
Ausstellungen und Vermittlung, Erweitern der Museumsarbeit anhand
gesellschaftlich relevanter Themen und Intensivieren der
Zusammenarbeit mit der ÖNB im Bereich der audiovisuellen Medien
- ÖNB: Planung und Umsetzung des Projekts "Literaturmuseum",
Erweitern des digitalen Lesesaals, Erarbeiten von Depotlösungen,
Beteiligung an EU-Projekten (Europeana) und Intensivieren der
Zusammenarbeit mit dem TMW im Bereich der audiovisuellen Medien

"Nach dem Erlass der neuen Museumsordnungen 2009 setzen wir 2010 den
nächsten wesentlichen Schritt für die zukunftsorientierte Entwicklung
der Bundesmuseen und der ÖNB. 2011 wird mit den neuen
Geschäftsordnungen für Kuratorien und Geschäftsführungen die Struktur
für eine moderne Governance und professionelle Stufenplanung in der
Museenlandschaft abgeschlossen. Damit werden die Institutionen
gestärkt, ihren unverzichtbaren Beitrag zur kulturellen Bildung und
Vermittlung von Kunst und Kultur in Österreich zu leisten. Stabile
und verlässliche Rahmenbedingungen bei künstlerischer Autonomie der
Institutionen, das ist unsere Maxime ", so Kulturministerin Claudia
Schmied.

Rückfragehinweis:
Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur,
Mag. Sigrid Wilhelm
Pressesprecherin
Tel.: +43-1-53120-5030
mailto:sigrid.wilhelm@bmukk.gv.at

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