- 22.10.2010, 10:26:43
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Wirtschaftsmediation: Konfliktlösung als betriebswirtschaftliche Strategie
Wien (OTS) - Der Österreichische Bundesverband für Mediation (ÖBM)
lud am Donnerstag, dem 21. Oktober, zur Fachtagung
"Wirtschaftsmediation" ins Bundesministerium für Wirtschaft, Familie
und Jugend.
ExpertInnen und Wirtschaftstreibende referierten und diskutierten
vor rund 140 TeilnehmerInnen über die Rolle der Mediation zur
Verbesserung betriebswirtschaftlicher Prozesse. Ziel des ÖBM war es,
Wirtschaftsmediation als kosteneffiziente und nachhaltige Alternative
zu Gerichtsverfahren aufzuzeigen und den Nutzen der Mediation für
Arbeitnehmer, Unternehmen und Volkswirtschaft zu verdeutlichen. Unter
dem Ehrenschutz von Bundesminister Dr. Reinhold Mitterlehner fanden
impulsgebende Fachvorträge und eine hochkarätige Podiumsdiskussion
statt.
In den Fachvorträgen von Mag. Dr. Ulrike Frauenberger-Pfeiler,
Assistenz-Professorin am Institut für Zivilverfahrensrecht an der
Universität Wien, und Dr. Wilfried Kerntke, Geschäftsführer der
inmedio, Institut für Mediation, Beratung und Entwicklung, wurden
rechtliche und internationale Aspekte der Wirtschaftsmediation
beleuchtet. Ein aktuelles, äußerst erfolgreiches Praxisbeispiel
brachte Mediator und Unternehmensberater Karl F. Brandt, Brandt &
Partner GmbH.
Podiumsdiskussion: Kostenersparnis durch Wirtschaftsmediation
Der "ORF-Bürgeranwalt" Dr. Peter Resetarits moderierte im
Anschluss an die Vorträge die Podiumsdiskussion, die der Frage
nachging, wie Mediation Prozesse im Wirtschaftsleben sinnvoll
unterstützen und nachhaltig verbessern kann. René Haidlmair,
Haidlmair GmbH Werkzeugbau, schloss an den Vortrag Brandts an und
brachte persönliche Erfahrungen ein. "Bei der Mediation fällt im
Gegensatz zum Gerichtsverfahren der zeitliche Druck weg. Zudem hat
uns die Wirtschaftsmediation viel Geld gespart."
Entlastung der Gerichte
Die Entlastung des Gerichtssystems und die Verbesserung von
Beziehungen sind ein großer Vorteil der Mediation, unterstrich auch
Ass.-Prof. Mag. Dr. Ulrike Frauenberger-Pfeiler. Zudem ist sie der
Meinung, dass die Mediation einen wesentlichen Bedeutungszuwachs
erlangen könnte, indem vermehrt in ausgewählten Rechtsgebieten der
Versuch einer außergerichtlichen Einigung als Voraussetzung für die
Anrufung des Gerichts vorgesehen wird. "Jede selbstverantwortlich
erarbeitete, kreative Lösung auf Basis der Interessen und Bedürfnisse
der Konfliktparteien ist vorzuziehen, weil diese zu ihrer Lösung auch
stehen und langwierige Zwangsvollstreckungsverfahren vermieden werden
können", so Frauenberger-Pfeiler.
Konfliktprävention
Die österreichische Wirtschaftskammer, WKO, möchte Mediation in
Unternehmen forcieren. "Aufgrund der demografischen Entwicklung
werden wir in den kommenden Jahren verstärkt mit Betriebsübernahmen
konfrontiert sein. Hier kommt es vor allem auch zu einem
Generationenkonflikt - zu dem emotionalen Problem "Nicht loslassen zu
können" und den Jüngeren Verantwortung zu übertragen. Die WKO hat
besonderes Interesse daran, dass eine Betriebsübernahme konfliktfrei
stattfindet. Scheitert diese, droht der Betrieb verkauft oder im
schlimmsten Fall sogar aufgelöst zu werden. In Folge sind auch
Standort und Arbeitsplätze bedroht", erklärte Mag. Karl-Heinz Wanker,
MSc MBA, hauptverantwortlich für die Öffentlichkeitsarbeit der
Stabsabteilung EU-Koordination der Wirtschaftskammer Österreich.
Qualitätssteigerung internationaler Arbeitsprozesse
Internationale Erfahrung brachte Dr. Wilfried Kerntke ein, der als
Mediator und Berater für Organisations- und Unternehmensentwicklung
in Europa, Asien und Mittelamerika tätig ist. "Das Verfahren muss im
Einzelfall immer an die Verhältnisse angepasst werden, aber das gilt
nicht allein für das Ausland, sondern ebenso für jede Form von
kulturellem Unterschied im Inland."
Ziel des ÖBM: verbesserte Arbeitsstrukturen
Als größte Fach- und Interessensvertretung für Mediation in
Österreich und der EU und mit 2.400 qualifizierten Mitgliedern ist es
das Ziel des ÖBM, Mediation als festen Bestandteil der Konfliktkultur
in die Gesellschaft und das Wirtschaftsleben zu integrieren und zur
Professionalisierung der Mediation beizutragen. Mag. Marianus
Mautner, Bundessprecher des ÖBM, bringt die Leistungen der Mediation
für die Wirtschaft auf den Punkt: "Weltweite Strukturen, Fusionen und
Kooperationen bedürfen der Organisationsentwicklung. Besonders bei
kulturellen Differenzen, Informationsmängeln, unterschiedlichen
Zielsetzungen und Erwartungen ist Mediation ein wichtiges Werkzeug
Missverständnisse gering zu halten, interne Konflikte zu vermeiden
oder auszuräumen sowie die Zusammenarbeit leichter, effizienter und
damit auch ertragreicher zu machen."
Zukunftsvision: klare Rahmenbedingungen
Für alle TeilnehmerInnen stand außer Zweifel, dass Mediation,
richtig angewandt, die Wirtschaft nachhaltig verbessert und
unterstützt. Zur Anwendung im richtigen Fall und zum richtigen
Zeitpunkt und durch die richtigen Mediatoren fehlen jedoch oft
gesetzliche Determinanten. Der gemeinsame Appell richtet sich daher
an die Gesetzgeber, dies rasch zu ändern.
Mehr Infos unter www.oebm.at bzw. über die kostenlose
ÖBM-Mediations-Hotline: 0800 88 00 88
Rückfragehinweis:
Österreichischer Bundesverband für Mediation, Tel: 01/403 27 61 www.oebm.at Mag. Marianus Mautner, Bundessprecher ÖBM, mobil 0699/1507 6000 Dr. Barbara Günther, Schriftführerin ÖBM, mobil: 0699/1507 6013 comm:unications, Agentur für PR, Events & Marketing Mag. Sabine Siegert Tel. 01/315 14 11-44, [email protected] www.communications.co.at
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