• 20.10.2010, 10:05:11
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Licht am Ende des Tunnels: Österreichs Direktinvestitionen im ersten Halbjahr 2010

Wien (OTS) - Im Verlauf des ersten Halbjahres 2010 haben heimische
Direktinvestoren etwa 4,6 Mrd EUR in ihre Auslandsbeteiligungen
investiert - ein Betrag der dem Gesamtergebnis des Jahres 2009
entspricht. Umgekehrt haben ausländische Geldgeber die finanzielle
Basis ihrer österreichischen Beteiligungen im selben Zeitraum sogar
um 10,4 Mrd EUR aufgestockt. Stärkere Zuflüsse als in diesem Semester
hat die Statistik erst ein einziges Mal verzeichnet. Zumindest auf
den ersten Blick scheint das Tief bei grenzüberschreitenden
Unternehmensbeteiligungen überwunden zu sein.

Die Details der Statistik zeigen jedoch, dass große Vorsicht bei der
Interpretation der Daten geboten ist: So entfallen bei den aktiven
Direktinvestitionen weniger als 2 Mrd EUR tatsächlich auf
Eigenkapitalzuschüsse. Rund 1,2 Mrd EUR der Direktinvestitionen sind
deutlich volatilere Konzernkredite, die auch Zahlungsziele für
konzerninterne Leistungen umfassen. Die reinvestierten Gewinne in
Höhe von 1,5 Mrd EUR beruhen auf der Annahme wieder ansteigender
Erträge. Bei den passiven Direktinvestitionen erfolgte der Großteil
(8,4 Mrd EUR) zwar tatsächlich in Gestalt von
Eigenkapitaltransaktionen, allerdings steht fast der gesamte Betrag
im Zusammenhang mit Restrukturierungsmaßnahmen eines einzigen
Konzerns. Kreditgewährungen spielen mit 0,6 Mrd EUR eine geringere
Rolle, aber die Reinvestitionen von 1,5 Mrd EUR unterstellen auch
hier eine verbesserte Ertragslage der Konzerne.

Eine zurückhaltende Interpretation der Semesterergebnisse ergibt
sich auch bei Betrachtung der Anzahl der gemeldeten Investitionen:
400 Projekte im Ausland sind deutlich weniger als 640 im
Vergleichssemester des Vorjahres - auch wenn man berücksichtigt, dass
erfahrungsgemäß mit einer gewissen Anzahl an Nachmeldungen zu rechnen
ist. 170 Fälle von Eigenkapitalzufuhren aus dem Ausland im ersten
Halbjahr sind hingegen ein durchschnittliches Resultat. In beiden
Richtungen sind vor allem jene Investoren tätig, die sich seit Jahren
grenzüberschreitend engagieren und offensichtlich eine langfristige
Strategie verfolgen.

Betrachtet man die Ergebnisse nach den Zielländern der
Direktinvestitionen, so zeigt sich, dass die führenden Destinationen
Südafrika und Cayman Islands vor allem von konzerninternen
Finanzierungen betroffen sind, bei den Eigenkapitaltransaktionen
führen die Russische Föderation und Rumänien mit jeweils 250 Mio EUR,
vor Kroatien, Deutschland, Zypern und dem Vereinigten Königreich, wo
jeweils mehr als 100 Mio EUR investiert wurden. Bei der Herkunft der
ausländischen Direktinvestitionsmittel dominieren Deutschland und
Italien mit einer Zufuhr von Eigenkapital in Höhe von +6,0 Mrd EUR
bzw. +2,0 Mrd EUR. Die erheblichen Zuwächse aus dem Vereinigten
Königreich (+2,9 Mrd EUR) und den Niederlanden (+0,8 Mrd EUR) bzw.
die Desinvestitionen der USA (-1,4 Mrd EUR) und Frankreichs (-1,1 Mrd
EUR) resultieren überwiegend aus der Umschichtung konzerninterner
Kreditfinanzierungen.

Die Branchenanalyse ergibt, dass 80% der passiven
Direktinvestitionen auf den Bankensektor und jeweils weitere 8% auf
Holdinggesellschaften und den Telekommunikationssektor entfallen.
Aktivseitig führen die Holdinggesellschaften als Investoren, denen
40% der aufgewendeten Mittel zuzurechnen sind, vor den Handelsfirmen
(40%) und den Banken (8%).

Weitere statistische Informationen unter statistik.oenb.at sowie
dieaktuellezahl.oenb.at

Pressesprecher:
Mag. Oliver Huber, Tel.: +43-1-40420-6622, [email protected]

Rückfragehinweis:
Oesterreichische Nationalbank
Statistik Hotline
Tel.: +43-1 404 20/5555
mailto:[email protected]
www.oenb.at

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