- 18.10.2010, 14:21:24
- /
- OTS0197 OTW0197
Wlodkowski: Mehr Nachhaltigkeit bringt Wachstum und Arbeitsplätze
Sozialpartner: Bad Ischler Dialog 2010 zu Wachstum, Beschäftigung, Integration
Wien (OTS) - "Mehr Nachhaltigkeit im ökonomischen, ökologischen
und sozialen Bereich bringt wirtschaftliches Wachstum und neue
Arbeitsplätze. Die Land- und Forstwirtschaft, die schon seit
Generationen nach dem Prinzip Nachhaltigkeit wirtschaftet, ist bereit
und in der Lage, aktiv an dieser Neuausrichtung unseres Landes
mitzuwirken. Dabei geht es nicht nur um die ländlichen Regionen, für
die die Landwirtschaft Motor der Entwicklung bleiben wird und muss,
sondern auch um zukunftsträchtige Technologien, wie Energie und
Industriegrundstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen beziehungsweise um
Wachstumsbranchen, wie die Tourismus- und Freizeitwirtschaft. Der
gesamte Umweltbereich sichert heute schon fast 200.000 Arbeitsplätze,
weitere 100.000 sollen in den nächsten Jahren folgen", dies stellte
Gerhard Wlodkowski, Präsident der LK Österreich, im Rahmen des
Sozialpartner-Dialogs in Bad Ischl fest.
Langfristige Strategie notwendig
"Um alle Entwicklungsmöglichkeiten zu nutzen und Wachstumsimpulse
zu setzen, aus denen Wertschöpfung und neue Arbeitsplätze entstehen,
ist eine langfristige Strategie nötig. Der Schlüssel dafür ist die
Nachhaltigkeit der gesamten Wirtschaft", unterstrich Wlodkowski. Als
wesentliches Element einer solchen Wachstumsstrategie nannte er den
verstärkten Einsatz erneuerbarer Energie bei gleichzeitiger Reduktion
der Emissionen: "Der Ausbau regenerativer Energie und die effiziente
Nutzung biogener Stoffe schaffen Aufträge für Forschung und
Entwicklung, sichern Wertschöpfung im Inland und haben bedeutende
Beschäftigungseffekte", gab der Präsident zu bedenken. Die EU habe
sich verpflichtet, die Treibhausgase um 20% zu verringern, die
Energieeffizienz um 20% zu erhöhen und den Anteil der Erneuerbaren
auf 20% zu steigern. "Daher sind für uns alle Bereiche der
erneuerbaren Energieerzeugung in sämtlichen Anwendungsbereichen, wie
Strom, Verkehr, Wärme oder Kühlung, Wachstumsfelder der Zukunft mit
dem Ziel einer Reduktion der Importabhängigkeit. Die Umsetzung der
Energiestrategie durch die Bundesregierung ist daher für uns ein
Gebot der Stunde", betonte Wlodkowski.
Landwirtschaft und Tourismus
"Eine der wesentlichsten Grundlagen für die positive Entwicklung
der Freizeit- und Tourismuswirtschaft ist die besonders gepflegte und
abwechslungsreiche Kulturlandschaft Österreichs mit ihren
unterschiedlichsten Naturerlebnissen in der regionalen Vielfalt und
geringen räumlichen Distanzen. Diese Landschaft ist das Ergebnis
einer unternehmerisch ausgerichteten multifunktionalen Land- und
Forstwirtschaft. Daher ist es gerade am Vorabend einer weiteren
Reform der EU-Agrarpolitik notwendig zu betonen, dass diese
Leistungen der bäuerlichen Familien für die gesamte Gesellschaft in
Zukunft nur dann in vollem Umfang möglich sein werden, wenn dazu die
politischen und budgetären Rahmenbedingungen stimmen", so Wlodkowski.
Ländliche Regionen sichern
"Der ländliche Raum wird weiter an Bevölkerung verlieren. Daher
werden die Land- und Forstwirtschaft und die damit verbunden
Unternehmensstrukturen von immer größerer Bedeutung für diese
Regionen sein. Diese gemeinsame Erkenntnis der Sozialpartner ist für
uns Verpflichtung, den Menschen in diesen Gebieten neue Optionen für
Arbeit und Wertschöpfung zu bieten, die sich im Bereich der
erneuerbaren Energien oder des sanften Tourismus auftun. Darüber
hinaus sind weiterhin begleitende agrarpolitische Programme nötig,
will man nicht massive Arbeitsplatzverluste hinnehmen", warnte
Wlodkowski. Er erinnerte in diesem Zusammenhang an eine jüngst
präsentierte WIFO-Studie, die bei einem Wegfall des Programms
"Ländliche Entwicklung" von einem Minus von bis zu 100.000
Arbeitsplätzen ausgeht.
Sozialpartner gemeinsam aktiv
Österreichs Sozialpartner haben sich zum Ziel gesetzt, ein
"zukunftsfähiges, innovationsstarkes, partizipatives und nachhaltiges
Wirtschafts- und Gesellschaftsmodell mit hohem Lebensstandard zu
verfolgen und im internationalen Kontext zu verwirklichen". Dabei
setzen sie auf einen breiten Konsens aller betroffenen Gruppen, um
den Veränderungsprozess leichter und erfolgreicher bewältigen zu
können. In diesem Sinne sehen sich die Sozialpartner als Mitgestalter
und Manager des Strukturwandels und "werden ihre Expertise
einbringen, um die Veränderungsprozesse zur Förderung des Wachstums,
der nachhaltigen Wettbewerbsfähigkeit der österreichischen
Wirtschaft, der Solidarität und Sicherung des sozialen Zusammenhaltes
zu nutzen".
(Schluss)
Rückfragehinweis:
Landwirtschaftskammer Österreich
Dr. Josef Siffert
Tel.: +43/1/53441-8521
mailto: [email protected]
www.lk-oe.at
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | AIM






