- 18.10.2010, 12:48:44
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Künstler entert mit Laster das Parlament und hisst Flagge der Würde
Emmerich Weissenberger stellte sechs Tonnen schweren Cube der Würde vor das Hohe Haus und ermahnte mit Megafon die Politik: "Was Ihr Memmen tut ist eine Schande!"
Wien (OTS) - Als er sich am Karfreitag in 20 Metern Höhe
symbolisch mit Stacheldrahtkrone und Lendenschurz kreuzigte,
berichtete die Weltpresse über seinen Protest gegen den Missbrauch in
der Kirche. Heute Vormittag hat der Wiener Künstler Emmerich
Weissenberger in einer spektakulären Aktion das Parlament in Wien
besetzt.
Mit einem schwarzen Truck, der einen sechs Tonnen schweren "Cube
der Würde" aus massiven Holz geladen hatte, fuhr er mitten auf die
Rampe des Parlaments. Weissenberger, ganz in Weiß gewandet, kletterte
aus dem Inneren des 3,3 Meter hohen Kubus auf das Dach uns hisste die
Flagge der Würde, die aus zwei Totentüchern seiner Serie
"Anna.Ikona", den Abdrücken zweier Leichname aus dem Anatomischen
Institut der Universität Wien, gemacht wurde. Schließlich verlas mit
einem Megafon vor dem Zentrum der heimischen Politik die
Menschenrechtskonvention der Vereinten Nationen.
Die Aktion vor dem Hohen Haus soll ein Protest gegen die
Würdelosigkeit in der österreichischen Politik sein und ein "Zeichen
gegen die Unmenschlichkeit wie die Abschiebung unschuldiger Kinder
mit Polizeigewalt, geboren aus der Gier nach Stimmen, um die eigene
Macht zu sichern", sagt der dreifache Vater Weissenberger über seine
Mission: "Meine Aktion richtet sich nicht gegen die Politik selbst,
denn es gibt viele integere Politiker in unserem Land, sondern gegen
die Extremisten, die Menschen manipulieren, Hass und Missgunst
schüren. Sie nennen sich Politiker, doch was diese Heuchler, diese
Memmen tun ist eine Schande. Kein seriöser Künstler kann so etwas
akzeptieren. Wir müssen wieder Mut zeigen, jeder von uns, und dürfen
nicht aus taktischen oder opportunistischen Gründen schweigen.
Deswegen melde ich mich mit dieser Aktion zu Wort. Die Politiker
müssen wissen: wir nehmen diese Würdelosigkeit nicht mehr einfach
hin. Was solchen Kindern, die einfach abgeschoben werden, angetan
wird ist ein Verbrechen der Politik an der Würde des Menschen. Es
muss wieder Würde in unsere Politik einkehren - das ist meine
Botschaft." Und Emmerich Weissenberger nimmt sich kein Blatt vor den
Mund: "Es darf nicht sein, dass unser Land wieder mit brauner Jauche
übergossen wird."
Die Form des Kubus wählte der Künstler, weil er "ein heiliger
Kunstraum, eine moderne Ikone ist, die den Menschen als Raum der
Begegnung miteinander und mit sich selbst dienen soll." Der Kubus
(Maße: 6 x 2,55 x 3,3 Meter) wurde nach seinen Entwürfen von Erwin
Thoma, einem Pionier der Holzbauweise, aus THOMA Holz 100 gebaut.
Dieses revolutionäre Holzsystem ermöglicht es, aus nachhaltigem Holz
ohne einen einzigen Nagel, Leim oder Chemie, nur durch mechanische
Holzverbindungen, mehrstöckige Häuser, Hotels, Kirchen oder eben
Kuben zu bauen.
+ WEISSENBERGERS WERK IN 2 AUSSTELLUNGEN: "DER CUBE DER WÜRDE" VOM
18.-20. OKTOBER IN GRAZ
Unmittelbar nach der Aktion in Wien fährt der Truck mit dem "Cube
der Würde" nach Graz, wo dieser noch am selben Tag in Kooperation mit
der Galerie Eugen Lendl (Palais Lengheimb, Bürgergasse 4, 8010 Graz,
Tel. 0316 825-514) aufgestellt und bis zum 20. Oktober von Emmerich
Weissenberger und sechs weiteren KünstlerInnen (Mara Mattuschka, Nora
Ruzsics, Ursula Röck, Donat Grzechowiak, Skip Grabner, Christian
Kemp) bespielt wird.
+ "DER CUBE DER WÜRDE UND DIE KREUZIGUNG AM KARFREITAG" VOM 21.10.
BIS 20.11. IN DER GALERIE PEITHNER-LICHTENFELS IN WIEN
Am 21. Oktober (19 Uhr) wird die Ausstellung "Der Cube der Würde
und die Kreuzigung am Karfreitag" in der Galerie Georg
Peithner-Lichtenfels in Wien (Sonnenfelsgasse 6, 1010 Wien, Tel. 0699
135 737 30) eröffnet, wo bereits erste Bilder der Aktion vor dem
Wiener Parlament ausgestellt sowie die Serie der Totentücher
"Anna.Ikona" und Bilder der Kreuzigung des Künstlers am Karfreitag
auf dem Wiener Stephansdom gezeigt werden. Die Ausstellung wird bis
zum 20. November 2010 zu sehen sein.
Emmerich Weissenberger besuchte die Akademie der Bildenden Künste
in Wien (Prof. Damisch, Prof. Graf) und die Meisterklasse für
Bildhauerei in Graz. Seine Bilder wurden in zahlreichen Einzel- und
Gruppenausstellungen, vom Europa Museum in Luxemburg über das Museum
Moderner Kunst in Merida bis zu Sothebys Wien, gezeigt.
Weitere Information zu seinem Werk finden Interessierte unter
www.emmerichweissenberger.com.
Rückfragehinweis:
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Claudio Honsal, Tel. +43 664 30 11 402
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