- 18.10.2010, 10:20:30
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Bessere Absicherung für Häuslbauer: Konkurs der Baufirma hat oft fatale Folgen
Linz (OTS) - Im Sommer 2010 schlitterte eine oberösterreichische
Baufirma in den Konkurs. 40 Häuslbauer kamen um ihre Vorauszahlungen
in der Höhe von insgesamt 1,2 Millionen Euro! Die AK fordert erneut
einen besseren gesetzlichen Schutz vor Konkurs des
Generalunternehmers. Weitere "Dauerbrenner" in der AK-Bauberatung in
den letzen Monaten: Mängel bei Vollwärmeschutz und
Kostenüberschreitungen.
"Jährlich wenden sich rund 1600 Konsumenten/-innen an unsere
Bauberatung, weil sie Schwierigkeiten mit Baufirmen haben", berichtet
AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer. Besonders schlimm ist es, wenn
Unternehmen pleite gehen. So geschehen im vergangenen Sommer: 40
Oberösterreicherinnen und Oberösterreicher hatten einen Bauvertrag
mit der Firma JÖDA Fertighaus GmbH abgeschlossen. Die einzelnen
Konsumenten/-innen zahlten zwischen 9000 und 37.000 Euro. Als das
Unternehmen dann vom Masseverwalter geschlossen wurde, waren alle
Vorauszahlungen verloren. Eine nennenswerte Leistung hatte die Firma
in vielen Fällen noch gar nicht erbracht.
Die beste Absicherung gegen Konkurs der Baufirma ist, keine
Vorauszahlungen zu leisten und nur nach Baufortschritt zu bezahlen.
Besteht das Unternehmen jedoch auf die Vorauszahlung, wird diese in
manchen Fällen durch eine Bankgarantie abgesichert. Diese gilt aber
nicht für den klassischen Generalunternehmervertrag, bei dem die
Kundin/der Kunde das Grundstück zur Verfügung stellt und eine
Baufirma als Generalunternehmen das Haus errichtet, sondern nur für
jene Konsumentinnen und Konsumenten, die von einem Unternehmer ein
vorgeplantes Haus samt Grundstück erwerben. AK-Präsident Kalliauer:
"Das ist völlig unverständlich. Auch ein Generalunternehmer, der eine
Vorauszahlung verlangt, soll verpflichtet sein, diese durch eine
Bankgarantie zugunsten der Kunden abzusichern."
Weiterer "Dauerbrenner" in der AK-Bauberatung sind Baumängel. Hier
verzeichnen die AK-Experten/-innen vor allem beim Thema
Vollwärmeschutz einen massiven Anstieg der Beschwerden. Durch die
öffentliche Förderung von energiesparender Bauweise und thermischer
Sanierung boomt die Branche. Immer mehr Firmen bieten diese Arbeiten
an und führen sie häufig unter großem Zeitdruck durch. Nicht alle
verfügen über die erforderliche Erfahrung und den finanziellen
Rückhalt, um auftretende Mängel rasch und sicher beheben zu können.
Kalliauer: "Wir raten, vor Vertragsabschluss unbedingt einen
Haftrücklass zu vereinbaren."
Weiteres Problemkind: Kostenvoranschläge. Sie werden häufig weit
überschritten. "Manche Angebote vermitteln den Eindruck, dass die
veranschlagten Kosten unrealistisch niedrig berechnet wurden, um
seriös kalkulierende Mitbewerber zu unterbieten", kritisiert
Kalliauer und rät Betroffenen, sich an die AK zu wenden: "Wir
überprüfen, ob bei Kostenüberschreitungen auch wirklich alles
rechtens war."
Rückfragehinweis:
Arbeiterkammer Oberösterreich, Kommunikation
Ulrike Etlinger
Tel.: 80732) 6906-2193
mailto:ulrike.etlinger@akooe.at
http://www.arbeiterkammer.com
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