• 16.10.2010, 09:40:53
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ÖAW fordert intensiven Dialog über Zukunft von Bildung, Forschung und Lehre in Österreich

Wien (OTS) - Die Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW)
wandte sich am 15. Oktober 2010 mit einer Resolution an die
Österreichische Bundesregierung und das Österreichische Parlament

Mit der Forderung nach einem intensiven Dialog mit
Vertreter(inne)n der Forschungsträger über die Zukunft von Bildung,
akademischer Forschung und Lehre in Österreich und entsprechenden
Konsequenzen für die künftige Finanzierung wandte sich die
österreichische Akademie der Wissenschaften am 15. Oktober 2010 in
einer Resolution an das Präsidium des Parlaments und an die
Österreichische Bundesregierung.

Die von den Mitgliedern des ÖAW-Präsidiums, Präsident Helmut Denk,
Vizepräsidentin Sigrid Jalkotzy-Deger, Generalsekretär Arnold Suppan
und Sekretär Georg Stingl, unterzeichnete Resolution im Wortlaut:

"Mit großer Sorge verfolgt die Österreichische Akademie der
Wissenschaften (ÖAW) die krisenhafte Entwicklung an den
österreichischen Universitäten. Die ÖAW ist mit den Universitäten eng
verbunden, da nicht nur die meisten ihrer Mitglieder aus den
Universitäten kommen und enge wissenschaftliche Kooperationen
bestehen, sondern auch eine Reihe international renommierter
Professor(inn)en als Direktor(inn)en und mit ihnen zahlreiche
hervorragende Doktorand(inn)en in ihren Forschungsinstitutionen tätig
sind. Die seit Monaten kursierenden Gerüchte über massive
Einsparungen im Lehr- und Forschungsbereich haben auch an der ÖAW
große Unruhe ausgelöst.

Seit mehreren Jahren öffnet sich für die meisten österreichischen
Universitäten die Schere zwischen stark steigenden Studierendenzahlen
und damit nicht parallel gehender budgetärer Ausstattung. Bereits
seit dem Parlamentsbeschluss im September 2008 war absehbar, dass ein
weitgehend freier Universitätszugang und der Verzicht auf
Studiengebühren zu Unplanbarkeit und Unterfinanzierung und damit zu
Qualitätsverlust in der universitären Ausbildung beitragen. Weder in
westlichen Industrieländern noch in den aufstrebenden Staaten Asiens,
schon gar nicht an den 100 weltweit führenden Universitäten,
existiert ein vergleichbares System. Wir halten in diesem
Zusammenhang fest, dass sich die ÖAW aus Verantwortungsbewusstsein
gegenüber unserer Jugend uneingeschränkt mit allen zur Optimierung
der universitären Ausbildung notwendigen Maßnahmen identifiziert. Die
Forderung der Bundesregierung und des Parlaments an die
österreichischen Universitäten, im internationalen Wettbewerb
mitzuhalten, ist unter diesen Umständen unzumutbar. Ein Blick in die
mit Österreich vergleichbare und in wissenschaftlicher und
wirtschaftlicher Hinsicht sehr erfolgreiche Schweiz zeigt, welche
Bedeutung unser Nachbarland seinen Spitzenuniversitäten zumisst und
welche öffentlichen Dotierungen der Grundlagenforschung zufließen.

Österreich wird im internationalen Wettbewerb nur dann bestehen,
wenn es gelingt, aus der Vergangenheit resultierende Defizite wett zu
machen und neue Wege in Forschung und Entwicklung inner- und
außerhalb der Universitäten zu beschreiten. Eine Vernachlässigung der
Förderung von Bildung und tertiärer Ausbildung könnte schon in
wenigen Jahren schwere Folgen für unsere Gesellschaft haben.

Die ÖAW fordert das Präsidium des Parlaments und die
Österreichische Bundesregierung auf, umgehend einen intensiven Dialog
mit Vertreter(inne)n der Forschungsträger über die Zukunft von
Bildung, akademischer Forschung und Lehre in Österreich zu führen und
die dabei festgestellten finanziellen Erfordernisse in die künftigen
Budgets einfließen zu lassen."

Rückfragehinweis:

Dr. Marianne Baumgart
   Österreichische Akademie der Wissenschaften/Öffentlichkeitsarbeit
   Austrian Academy of Sciences/Public Relations 
   T +43 1 51581-1219 
   [email protected] 
   www.oeaw.ac.at/pr

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | OAW

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