• 14.10.2010, 17:20:31
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Kirche: Kardinal Schönborn ruft zu "Veränderungen" auf

Eröffnung der 3. Diözesanversammlung im Rahmen der Initiative "Apostelgeschichte 2010" - "Strukturreform" ist notwendig, aber kein "Rasterplan", sondern ein "Masterplan"

Wien (OTS) - Wien, 14.10.10 (PEW) "Jetzt ist der Moment,
Veränderungen aktiv anzugehen. In zehn Jahren können wir sie nur mehr
erleiden": Dies betonte Kardinal Christoph am Donnerstagnachmittag im
Wiener Stephansdom bei der Eröffnung der 3. Diözesanversammlung im
Rahmen der Initiative "Apostelgeschichte 2010"; an der
Diözesanversammlung nehmen rund 1.450 Delegierte aus den
Pfarrgemeinden, den katholischen Organisationen und den kirchlichen
Einrichtungen teil. "Jetzt haben wir die Chance, aber auch die
Aufgabe, selber mitgestaltend in diesem beschleunigten
Umwandlungsprozess des kirchlichen Lebens beteiligt zu sein", betonte
der Wiener Erzbischof. Zugleich deutete er an, dass es auch in
Zukunft Diözesanversammlungen geben wird, um diesen
Umwandlungsprozess mitzugestalten und zu begleiten.

Eine "Strukturreform" sei notwendig, stellte Kardinal Schönborn
fest. In vielen Diözesen Europas sei das bereits geschehen. Vielfach
sei dabei nach "Rasterplan" vorgegangen worden: In der französischen
Diözese Carcassone seien per Dekret aus 250 Pfarren 17 geworden, in
der Diözese Bayeux-Lisieux aus 250 Pfarren 50. Ähnliches habe sich in
deutschen Diözesen ereignet. In Wien müsse es stattdessen einen
"Masterplan" geben: eine Strukturreform, "die nie die Mission aus den
Augen verliert", und eine Mission, "die die Strukturreformen
inspiriert und ihnen Sinn und Richtung gibt". Es gehe um einen
"Masterplan", der sich bewusst am "Meister" - Jesus Christus -
orientiert und an seinem Plan für die Kirche von Wien.

Für Jesus sei es immer darum gegangen, Menschen zu sammeln. Diese
"Sammlung" sehe er auch als seinen Hauptauftrag als Bischof, so
Schönborn. Die Grundfrage für die Pfarrgemeinden, die Gemeinschaften,
die Orden, die Bewegungen laute: "Sammlung um Jesus". Das bedeute
zugleich auch, immer tiefer "in die Lebensschule Jesu" zu gehen. In
der neueren Geschichte der Erzdiözese Wien seien immer wieder
"nachhaltig wirkende Elemente" dieser "Lebensschule" zu sehen. Der
Wiener Erzbischof nannte u.a. die Aktivistenrunden der Katholischen
Jugend und der Katholischen Aktion, die "Mondo migliore"-Kurse von P.
Riccardo Lombardi in Rocca di Papa, die "Cursillo"-Bewegung, aber
auch die "Movimenti", die Bewegung der Basisgemeinden "oder einfach
ein lebendiges Pfarrgemeindeleben". Hier liege "die" Priorität des
"Masterplans", die Suche nach neuen und alten Wegen der Schulung der
getauften und gefirmten Christen zur Jüngerschaft. So könne
"Gemeinde" entstehen.

Die 3. Diözesanversammlung werde mit einer "Sendungsfeier" enden,
kündigte der Wiener Erzbischof an. Die "Sendung" sei Ausdruck des
gemeinsamen Priestertums aller Getauften. Schönborn: "Alle
Strukturreformen leben und sterben in dem Maß, in dem sie Sammlung
und Sendung zum Ausgangspunkt und zum Maßstab haben". (forts)

Rückfragehinweis:

Erzdiözese Wien, Öffentlichkeitsarbeit & Kommunikation
   Erich Leitenberger
   1010 Wien, Stephansplatz 4/7/1
   Tel: 01/51552-3591
   E-Mail: [email protected]
   http://presse.stephanscom.at

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