• 14.10.2010, 13:36:26
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16./17.10. Welternährungstag und Internationaler Tag der Armutsbekämpfung: "Hunger ist ein Verbrechen an der Menschheit"

Wien (OTS) - Nie gab es Zeiten, in denen niemand hungern musste,
nur: Heute ist Hunger keine Frage der Verfügbarkeit, sondern eine
Frage der Verteilung. Weltweit leiden derzeit rund eine Milliarde
Menschen an Hunger. Auch wenn ihre Zahl in den letzten Jahren
insgesamt gesunken ist, ist man vom ersten UN-Millenniumsziel - der
Halbierung der Zahl hungernder Menschen - meilenweit entfernt.

Die Ursachen für Hunger sind vielfältig: Gewaltsame Konflikte und
Vertreibung, Ernteausfälle, mangelhafte Infrastruktur,
wirtschaftliche Armut und soziale Ausgrenzung sind unter anderem
Faktoren, die man als endogene Ursachen bezeichnen kann.
"Eine weitere und wesentliche Ursache liegt jedoch in der, global
betrachtet, Menschen verachtenden Politik der reichen
Nationalstaaten. Diese drücken sich vor der Einhaltung der
internationalen Verpflichtung, Hunger und Armut in der Welt bis 2015
zu halbieren", betont Petra Navara-Unterluggauer, Geschäftsführerin
des Dachverbands der entwicklungspolitischen und humanitären
Organisationen, AG Globale Verantwortung.

In Österreich sind die Ausgaben für Entwicklungszusammenarbeit
(EZA) reine "Ermessensausgaben" und nicht gesetzlich festgelegt. "Die
wiederholte Zusage, das 0.7 Prozent Ziel einzuhalten, ist reine Häme,
solange die Regierung sich ihrer Umsetzung nach Belieben entziehen
kann", konstatiert Navara. Die wichtigste Maßnahme, um einen
relevanten Beitrag zur Bekämpfung von Hunger und Armut zu leisten,
ist neben einer entwicklungsfördernden Weltwirtschaftspolitik die
internationale EZA. Dazu muss sie auch in kleinen Ländern wie
Österreich mit den ihr zustehenden Budgetmitteln ausgestattet werden,
mahnt Navara: "Hunger ist kein Schicksal. Hunger ist ein Verbrechen
an der Menschheit, wenn wir es unterlassen zu handeln."

Die gesetzliche Verankerung der EZA im Budget und die Erstellung
eines Stufenplans für die Erreichung des 0.7 Prozent Ziels mit einem
verbindlichen Zeithorizont bleiben daher die erste Forderung der AG
Globale Verantwortung. Diese muss dringend umgesetzt werden, da
Österreich derzeit mit einer Leistung von 0.3 Prozent des
Bruttonationaleinkommens für EZA und den höchsten EZA-Kürzungen im
Jahr 2009 zu den europäischen Schlusslichtern zählt.

Rückfragehinweis:
AG Globale Verantwortung, Mag.a Katharina Katzer,
Tel. 01/ 522 44 22-15, [email protected]

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