- 14.10.2010, 12:20:56
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Alzheimer: Eine Kostenlawine rollt auf Österreich zu
Derzeit 63.000 Erkrankte - Im Jahr 2050 werden es 234.000 sein
Wien (OTS) - Derzeit leiden in Österreich ungefähr 91.000 Personen
unter einer demenziellen Erkrankung, 63.000 von ihnen an der
Alzheimer-Krankheit. Bis zum Jahr 2050 wird diese Zahl auf 234.000
angestiegen sein. Vor der damit zu erwartenden Kostenlawine warnen
anlässlich des 5. Wiener Alzheimertags am 16. Oktober 2010 im Wiener
Rathaus die Wiener Ärztekammer und die Österreichische Alzheimer
Gesellschaft. Denn schon derzeit betragen in Österreich die
jährlichen Kosten für die Versorgung Demenzkranker in etwa 1,1
Milliarden Euro. ****
Die Häufigkeit von Demenzerkrankungen steigt exponentiell mit dem
Alter an. Damit wird es mit der zunehmenden Lebenserwartung der
österreichischen Bevölkerung zu einer enormen Zunahme von alten
Menschen kommen, die an geistigen Abbausymptomen leiden.
Bei knapp 60 Prozent der Betroffenen ist die Demenzursache die
Alzheimer-Krankheit. In diesem Fall ist die Kommunikation zwischen
den Nervenzellen zunehmend gestört, und Nervenzellen sterben ab.
Damit verbunden ist der kognitive Abbau: Das zuletzt Erlernte wird
zuerst vergessen.
Wechseln zu Beginn die Phasen der Verwirrtheit mit den Phasen der
Orientierung ab, so lebt der Kranke danach immer mehr in seiner
eigenen Welt. Diese kann sich sehr unterschiedlich darstellen. Viele
Patienten sind dadurch stark verunsichert und reagieren mit
Aggression und auffälligem Verhalten.
Sobald der Kranke 24 Stunden begleitet werden muss, ist die
Übersiedlung in eine Betreuungseinrichtung meist die einzige
Alternative.
Wie schnell der Abbau vor sich geht, ist von Person zu Person
verschieden. Menschen, die in ihrem ganzen Leben geistig aktiv und
rege waren, können die krankheitsbedingten Ausfälle anfangs noch
kompensieren - was eine gewisse Möglichkeit der Vorbeugung bedeutet.
Enorme Belastung für die Angehörigen
Etwa drei Viertel der Kosten der Betreuung von an Alzheimer
erkrankten Patienten machen nicht medizinische Kosten aus. Einen
Großteil davon tragen die Angehörigen der Erkrankten selbst.
"Die Betreuung von Demenzkranken stellt neben der menschlichen
Komponente somit eine auch finanziell enorme finanzielle Belastung
für die Angehörigen dar", betont der Vizepräsident und Obmann der
Kurie niedergelassene Ärzte der Ärztekammer für Wien, Johannes
Steinhart.
Wie groß die Belastung ist, wird daraus ersichtlich, wenn man den
Gesundheitszustand der Betreuungspersonen betrachtet. "Mehr als ein
Drittel von ihnen leidet an Depression, und die Sterblichkeitsrate
ist je nach Belastung gegenüber der Allgemeinbevölkerung um das fünf-
bis siebenfache erhöht", erklärt Steinhart, der hinsichtlich der zu
erwartenden Kostenlawine eine einfache Rechnung aufstellt: "Wenn man
die Zahl von erwerbsfähigen Personen pro Demenzkranken betrachtet, so
kamen im Jahr 2000 noch 56 erwerbsfähige Personen auf einen Patient
mit Demenz. 2050 werden es nur noch 17 Personen sein."
Das zeige die enorme "Sprengkraft", die hier auf die nächsten
Generationen zukomme. Steinhart: "Notwendig sind hier der weitere
Ausbau von mobilen Diensten sowie die zusätzliche Schaffung von
spezialisierten stationären Einrichtungen, wenn es dann zu Hause
nicht mehr weitergeht."
In diesem Zusammenhang weist Steinhart auch auf die Notwendigkeit
hin, dass die auf den Demenzstationen tätigen Mitarbeiter spezielle
Schulungen für den Umgang mit den Patienten bedürften. Außerdem
sollte für alle Mitarbeiter eine engmaschige Supervision zur
Verfügung stehen. Steinhart: "Jeder Mitarbeiter sollte die
Möglichkeit haben, jederzeit die Station zu wechseln, wenn ihm einmal
die Aufgabe zu viel wird." (hpp)
(Forts.)
Rückfragehinweis:
Ärztekammer für Wien - Pressestelle
Dr. Hans-Peter Petutschnig
Tel.: (++43-1) 51501/1223, 0664/1014222, F:51501/1289
mailto:[email protected]
http://www.aekwien.at
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