• 13.10.2010, 13:10:12
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AK zur Mehrwegdebatte: Mit Ökobonus zu mehr Mehrweg-Verpackungen

Wirtschaftskammer verunsichert Konsumenten durch Polemik

wien (OTS) - "Ein Ökobonus, der die Einführung der
umweltfreundlichen Mehrwegverpackungen durch den Handel belohnt, ist
ein Schritt in die richtige Richtung", sagt AK Umweltexperte Werner
Hochreiter. Das von einer Arbeitsgruppe mit Ländervertretern
vorgeschlagene Ökobonusmodell setzt beim Handel und nicht bei den
Konsumenten an. Daher verdient es eine sachliche Diskussion statt
einer Verunsicherung der KonsumentInnen mit falschen Argumenten." Die
Wirtschaftskammer hatte heute den Ökobonus als "Strafsteuer"
bezeichnet. "Das ist reine Polemik", kritisiert der AK-Experte.
Anders als von der Wirtschaftskammer unterstellt, führt das Modell
keinesfalls zu hohen Strafsteuern, weil es bei realistischen
Mehrwegquoten ansetzt. "Diese kann der Handel ohne Belastung der
KonsumentInnen erreichen. Sachliche Argumente hätte die
Wirtschaftskammer im Übrigen längst einbringen können, denn
Vorschläge zur Stabilisierung des Mehrweganteils werden seit Anfang
2010 diskutiert. Die WKÖ hat es aber vorgezogen, jegliche
konstruktive Aus-einandersetzung zu verweigern. Vertreter des Handels
haben sich so bisher überhaupt nicht in die Debatte eingebracht",
kritisiert Hochreiter.

Hochreiter fordert eine sachliche Diskussion des vorgelegten Modells
zur Sicherung des Mehrwegs in Österreich. Eine "Strafsteuer" gäbe es
nur, wenn der Handel die gesetzten Ziele nicht einhalten kann", so
Hochreiter. Das vorgeschlagene Modell knüpft nicht an den hohen
Zielen früherer Verpackungszielverordnungen an, sondern legt die
Messlatte deutlich niedriger. So soll zunächst der ohnehin niedrige
status quo bei den Mehrwegverpackungen stabilisiert werden und dann
schrittweise wieder langsam gesteigert werden. "Das führt zu keiner
Belastung der KonsumentInnen und bedeutet, dass es natürlich
wei-terhin eine Nebeneinander von Einweg und Mehrweg geben kann",
sagt Hochreiter.

Bislang hat es einen politischen Konsens gegeben, dass die
Wahlfreiheit der Konsumenten - ob Einweg- oder Mehrwegverpackung -
weiterhin sichergestellt sein soll. Doch die derzeit geltende
"freiwillige Selbstverpflichtung der Wirtschaft" hat dazu geführt,
dass der ehemals in einigen Bereichen bei über 90 Prozent liegende
hohe Mehrweganteil bei Getränken schon auf rund 20 Prozent gesunken
ist. Statt Maßnahmen zur Erhaltung der eindeutig ökologischeren
Mehrwegverpackungen sind jedoch in den letzten Jahren alle
Anstrengungen der Wirtschaft - unterstützt durch die Untätigkeit des
Umweltministeriums - in das Recycling gegangen, um dieses salonfähig
zu machen.

Nach wie vor haben die KonsumentInnen eine große Bereitschaft, mit
ihren Kaufentscheidungen auch den Umweltschutz zu fördern, so
Hochreiter. Darauf setzt der Handel ja auch in seiner sonstigen
Werbung und Produktpräsentation. Mehrwegverpackungen sind ein
wichtiger Beitrag zum Umweltschutz und sollen daher nicht völlig aus
den Regalen verschwinden.

Rückfragehinweis:
AK Wien Kommunikation
Ute Bösinger
Tel.: (+43-1) 501 65-2779
mailto:[email protected]
wien.arbeiterkammer.at

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