- 13.10.2010, 12:29:37
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Neues Mehrweg-Modell ist ökologisch und ökonomisch sinnvoll
Greenpeace fordert von Umweltminister Berlakovich rasche Umsetzung
Wien (OTS) - Greenpeace begrüßt das von Experten im
Lebensministerium geplante neue Mehrweg-Modell und kritisiert die
Stellungnahme der Wirtschaftskammer Österreich als irreführende
Panikmache. Das kürzlich von Experten im Rahmen einer Arbeitsgruppe
im Lebensministerium entwickelte Mehrweg-Modell setzt nicht, wie
fälschlich von der WKO verbreitet, bei den Konsumenten, sondern bei
den Handelsketten an. "Die Wirtschaftskammer vertritt leider nur die
Interessen von Getränke-großkonzernen, die uns mit weit
transportierten Einweggetränken überfluten wollen und verbreitet
Panikmache, anstelle ein System zu begrüßen, dass langfristig zur
Erhaltung der Arbeitsplätze bei kleinen und mittelgroßen
österreichischen regionalen Getränkeabfüllern beiträgt. Daher fordern
wir von Umweltminister DI Berlakovich die Verankerung des
Mehrweg-Modells im Rahmen der anstehenden Novelle des
Abfallwirtschaftsgesetzes", appelliert Claudia Sprinz,
Konsumentensprecherin von Greenpeace.
Das neue Modell sieht vor, dass der Handel durch ein
Bonus-Malus-System dazu motiviert werden soll, sein Angebot an
Getränken in Mehrwegflaschen zu erhöhen. Das Modell beginnt mit einer
Mehrweg-Quote von 30 Prozent und soll stufenweise auf 50 Prozent
erhöht werden. Diese Quote soll für das gesamte Handelsunternehmen im
Zeitraum eines Jahres gelten.
Dieses Modell hat viele Vorteile: Handelsbetriebe wie Billa,
Merkur oder Spar, die bereits jetzt Mehrweg-getränke anbieten, werden
belohnt, während Diskontsupermärkte wie Hofer, Lidl oder Penny, die
bis heute nicht ein einziges Getränk in Mehrwegverpackungen anbieten,
endlich auch in die Pflicht genommen werden. Durch die
Unternehmens-Mehrweg-Quote hält sich der bürokratische Aufwand für
die jeweiligen Unternehmen in Grenzen und saisonale und regionale
Schwankungen können somit ausgeglichen werden. Zudem wird damit auch
sichergestellt, dass die von Umweltminister DI Berlakovich im April
geforderte Wahlfreiheit für Konsumenten umgesetzt wird.
Untersuchungen von Greenpeace im Mai 2010 haben gezeigt, dass es
im Handel für Konsumenten und Konsumentinnen bei Getränken keine
Wahlfreiheit gibt. Es werden mehrheitlich Getränke in Einweggebinden
angeboten. Eine Greenpeace Untersuchung von prickelndem Mineralwasser
vom Juli 2010 hat ebenfalls gezeigt, dass von 50 Produkten nur zwölf
in Mehrwegflaschen erhältlich waren.
In regionalen Kreisläufen sind, und dies zeigen sämtliche
Ökobilanzen, Mehrwegverpackungen die ökologisch vorteilhafteren
Getränkeverpackungen. Die meisten negativen Umweltauswirkungen von
Getränkeverpackungen entstehen bei der Herstellung und da schneidet
Einweg schlecht ab. Obwohl Mehrwegflaschen transportiert, gereinigt
und wieder befüllt werden, verbraucht das Mehrwegsystem deutlich
weniger Energie als Einweg und nur einen Bruchteil der Rohstoffe, die
zur Herstellung von Einweg benötigt werden.
Ein weiterer großer Vorteil von Mehrwegsystemen ist die
Kostenersparnis für die Hersteller durch die mehrfache Verwendung der
Flaschen. "Von regionalen österreichischen Getränkeherstellern wissen
wir, dass die Einweg-Getränkeverpackungen die Hälfte der gesamten
Abfüllkosten verschlingen. Regionale Mehrwegsysteme sind daher nicht
nur aus ökologischer, sondern auch aus wirtschaftlicher Sicht viel
sinnvoller als Einwegverpackungen", fasst Sprinz zusammen.
Weitere Informationen:
Initiative "Ich will Mehrweg":
http://marktcheck.greenpeace.at/ichwillmehrweg.html
Rückfragehinweis:
Claudia Sprinz, Greenpeace Österreich; Tel.: 0664-6126731
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