Die Wienerinnen und Wiener kürten ihre beliebtesten HausbesorgerInnen
Hunderte haben sich an der großen Wahl beteiligt. Im Rahmen einer großen Gala wurden gestern die SiegerInnen auf die Bühne - und damit ein ganzer Berufsstand vor den Vorhang - gebeten.
Wien (OTS) - "Es kann wohl niemand besser beurteilen, welche
Bedeutung und welchen Stellenwert die Wiener Hausbesorgerinnen und
Hausbesorger für unsere Stadt - und vor allem für die Wienerinnen und
Wiener - haben, als die Menschen, die hier wohnen und leben. Und so
haben sich in den vergangenen Wochen auch hunderte Wienerinnen und
Wiener an der von der Stadt Wien ausgerufenen Wahl zu den
beliebtesten Hausbesorgerinnen und Hausbesorgern beteiligt", betonte
Wohnbaustadtrat Vizebürgermeister Dr. Michael Ludwig im Rahmen der
gestrigen Preisverleihung.
Insgesamt knapp 8.000 HausbesorgerInnen - rund 2.100 davon in den
Wiener Gemeindebauten - sind derzeit noch in Wien tätig. Wenngleich
seit der entsprechenden Beschlussfassung der ÖVP-FPÖ-Bundesregierung
im Jahr 2000 keine neuen HausbesorgerInnen mehr eingestellt werden
können, so spricht sich allerdings die überwältigende Mehrheit der
Wienerinnen und Wiener für neue HausbesorgerInnen aus. 84 Prozent der
WienerInnen haben sich im Rahmen der Wiener Volksbefragung im
heurigen Frühjahr dafür ausgesprochen, dass wieder die Möglichkeit
geschaffen werden soll, HausbesorgerInnen mit modernem Berufsbild
einstellen zu können. Trotz dieses klaren und unmissverständlichen
Handlungsauftrages der WienerInnen an die österreichische
Bundesregierung wurde ein entsprechender Gesetzesentwurf bis dato von
der ÖVP abgelehnt.
"Die Wiener Hausbesorgerinnen und Hausbesorger sind eine echte
Institution. Es sind Persönlichkeiten, die zumeist ihren Beruf zur
Berufung gemacht haben. Sie sind wichtige Ansprechpartner für die
Bewohnerinnen und Bewohner und zu Recht werden die Hausbesorgerinnen
und Hausbesorger gerne als die "guten Seelen" des Hauses bezeichnet.
Mit dieser Aktion wollen wir ihnen unsere Wertschätzung für Ihren
täglichen Einsatz und Ihr Engagement zum Ausdruck bringen", so
Vizebürgermeister Ludwig.
Gestern Abend wurden schließlich die beliebtesten Hausbesorgerinnen
und Hausbesorger der Stadt Wien im Rahmen einer feierlichen Gala
gekürt. Eine Jury unter dem Vorsitz der als "Hausmeisterin der
Nation" bekannten Volksschauspielerin Brigitte Neumeister (in ihrer
Rolle der Frau Leopoldine Turecek-Schoitl verkörperte sie in 44
Folgen der Serie Kaisermühlen-Blues die "echte" Wiener
Hausbesorgerin) musste zuvor aus hunderten Nominierungen die richtige
Wahl treffen. "Es war keine leichte Entscheidung. Eigentlich haben
alle eingereichten Hausbesorgerinnen und Hausbesorger eine
Auszeichnung verdient", erklärte Neumeister, die gemeinsam mit
Vizebürgermeister Michael Ludwig die Auszeichnungen vornahm und die
Preise überreichte.
Die beliebtesten Hausbesorger kommen aus Margareten und Floridsdorf Der Titel "Die beliebteste Hausbesorgerin" wurde an Elfriede Kerschbaum aus Wien-Margareten verliehen. Sämtliche Bewohnerinnen und Bewohner, der von ihr betreuten Wohnhausanlage haben die Nominierung mit ihrer Unterschrift unterstützt. "Sie betreut uns und unser Haus nicht nur nach bestem Wissen und Gewissen, sondern auch darüber hinaus, wenn es von Nöten ist. Frau Kerschbaum ist für die Gemeinschaft, die sich aus Bewohnerinnen und Bewohnern aus über zehn verschiedenen Nationen zusammensetzt, ein wichtiges Bindeglied", hieß es in der Einreichung. Da Frau Kerschbaum Ende Oktober in den wohlverdienten Ruhestand tritt, haben die MieterInnen in der kommenden Woche ein kleines Fest geplant, das sie gemeinsam organisieren wollen und bei dem alle Nachbarn zusammen kommen werden. "Sie wird uns sehr fehlen!", beteuern die BewohnerInnen mit Stolz und Wehmut.
Als "beliebtester Hausbesorger der Stadt Wien" wurde Herbert Sattler,
ein "g'standener" Hausbesorger" aus der Floridsdorfer
Großfeldsiedlung ausgezeichnet. Auch hinter seiner Nominierung steht
eine ganze Hausgemeinschaft! "Herr Sattler sorgt nicht nur für ein
picobello sauberes Haus, sondern er ist auch immer für die
Bewohnerinnen und Bewohner da! Egal, ob er die schwere Einkaufstasche
in die Wohnung trägt, Pakete übernimmt oder mit dem Hund Gassi geht,
weil die Besitzerin krank ist. Er ist Ansprechpartner für alle!", so
lautet die Begründung. Herr Sattler betreut sieben Stiegen mit 126
Wohnungen. In seiner "Freizeit" und auf eigene Kosten schmückt er zu
Weihnachten und zu Ostern das Haus, gestaltet den Garten mit einer
wahren Blumenpracht. Er organisiert Punschstände und
Gemeinschaftsveranstaltungen zum besseren gegenseitigen Kennenlernen
und vermittelt zwischen den BewohnerInnen. Und für eine Bewohnerin,
die einen Infarkt erlitten hatte, wurde er durch sein rasches und
beherztes Handeln sogar zum Lebensretter.
Drei Ehrenpreise der Jury für besondere Leistungen vergeben Aufgrund der zahlreichen Einsendungen berührender Geschichten, Einreichungen von außerordentlichen Leistungen und besonders überzeugender Nominierungen wurden von der Jury unter dem Vorsitz von Brigitte Neumeister darüber hinaus auch drei Ehrenpreise verliehen.
Über einen Ehrenpreis der Jury freute sich gemeinsam mit ihrem Mann
Frau Inge Gruber aus einem Gemeindebau in Hernals ganz besonders.
"Die Grubers sind immer für alle im Haus, die Hilfe benötigten - auch
wenn sie für diese Stiege eigentlich ,nicht zuständig' waren -, da",
schreibt eine Bewohnerin. "Sie betreuen ältere Menschen oder solche,
die allein nicht gut zurechtkommen und helfen zu jeder Tages- und
Nachtzeit bei technischen und anderen Problemen. Dabei handelt es
sich nicht nur um kleinere Hilfsdienste, wie einkaufen oder
Blumengießen. Frau Gruber putzt auch (unentgeltlich) Fenster bei
älteren Hausparteien oder begleitet sie zum Arzt, um nur einige
Beispiele zu nennen. All das ist für Inge u. Siegfried Gruber
selbstverständlich. Schön, dass es noch solche Menschen gibt, für die
der Beruf offensichtlich Berufung ist!"
Ein weiterer Ehrenpreis der Jury wurde an Frau Frederike Hemmer aus
Wien-Favoriten verliehen. Obwohl sie seit Ende 2009 im wohlverdienten
Ruhestand ist, haben sie die BewohnerInnen, für die sie auch heute
noch als die "gute Fee im Haus" gilt, nominiert. "Sie war weit über
ihre Pflichten für die Bewohner da! Frau Hemmer hat kranke Mieter im
Spital besucht, Weihnachtsmärkte organisiert. Sie hat sich um alles
gekümmert!", so begründen die MieterInnen ihre Nominierung. "Frau
Hemmer hat die Bezeichnung Hausmeister zum Ehrentitel gemacht und
gezeigt, dass Hausgemeinschaft auch im TV-Zeitalter gelebt werden
kann", schrieb in den 1990er-Jahren eine Wochenillustrierte. Sie sei
das lebendige und schöne Beispiel, dass die Hausbesorger, die Seele
der Hausgemeinschaft sind.
Der dritte Ehrenpreis der Jury wurde an Robert Schuster aus
Wien-Donaustadt verliehen. Unter dem Motto "z`Haus ist z'Haus" setzt
er unglaublich viele Aktivitäten, die die Gemeinschaft stärken:
gemeinsame Wanderungen, Sommerfeste, Ausflüge, Punschstände zu
Weihnachten und Flohmärkte. Mit dem Erlös daraus unterstützt er
karitative Einrichtungen, wie etwa die Gruft. Auf einer eigenen
Homepage (www.hochmuthgasse9.at) informiert er nicht nur über seine
Aktivitäten, sondern gibt auch wichtige Tipps für die Bewohnerschaft
(z.B.: Tipps bei Wasserschäden, Was soll man vor dem Urlaub
berücksichtigten, ..). Darüber hinaus können eigene Give-Aways mit
dem Motto "z`Haus ist z'Haus" erworben werden (T-Shirts, Feuerzeuge,
Kugelschreiber, Gästehandtücher, Baseballkappen, Schlüsselanhänger,
Kalender und Kuschelbären). Selbstverständlich geht auch hier der
Verkaufserlöses an karitative Zwecke.
Wellness für Körper und Seele und Gemeinschaftserlebnisse als Preise Allen fünf PreisträgerInnen wurden Urkunden überreicht. Außerdem wurden sie und auch jene, die eingereicht haben, mit attraktiven Preisen belohnt. Die beliebteste Hausbesorgerin und der beliebteste Hausbesorger dürfen in den nächsten Wochen ein entspannendes Wellness-Wochenende in der Therme Bad-Radkersburg verbringen. Diese beiden Preise wurden vom Gemeindebaumagazin "zuhause" und dem Wiener Bezirksblatt zur Verfügung gestellt. Die drei HausbesorgerInnen, die mit dem Ehrenpreis der Jury bedacht wurden, freuen sich über einen Wellness-Tag samt Wellness-Package in der neu eröffneten Therme Wien. Diese Gutscheine wurden von der Therme Wien und der Oberlaa Standortmarketing GmbH, beides Unternehmen der Wien Holding zur Verfügung gestellt.
Ganz besonders groß war auch die Freude bei den BewohnerInnen, die
die beiden "Titelträger" nominiert haben. Sie erhielten als besondere
Überraschung eine gemeinsame Fahrt der gesamten Hausgemeinschaft mit
dem Twin City Liner nach Bratislava inklusive Stadtführung und Besuch
des Weihnachtsmarktes. Dieser Preis wurde von der Central Danube
Region Marketing & Development GmbH, dem Eigentümer der beiden Twin
City Liner und Teil der Wien Holding zur Verfügung gestellt.
(Schluss) csi
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