• 07.10.2010, 10:41:34
  • /
  • OTS0099 OTW0099

Vorsichtiger Optimismus stützt Österreichs Außenwirtschaft

Wien (OTS) - Österreichs Wirtschaftsaktivitäten mit dem Ausland
zeigten sich im ersten Halbjahr 2010 wieder etwas lebhafter. Vor
allem die spürbaren Zuwächse im Güterverkehr (jeweils mehr als +10%)
zeichneten ein optimistischeres Stimmungsbild als zuletzt. Die
Leistungsbilanz ergab in den ersten sechs Monaten ein Plus von 4 Mrd
EUR. Wesentlich dynamischer verlief auch das Finanzgeschäft mit dem
Ausland. Wertpapierinvestitionen legten ebenso zu wie das Kredit- und
Einlagengeschäft der Banken.
Österreichs Leistungsbilanz erreichte im ersten Halbjahr 2010 einen
Überschuss von 4 Mrd EUR und lag damit geringfügig unter dem
Vergleichswert 2009 (1. Halbjahr: 4,4 Mrd EUR). Die Güterausfuhren
stiegen um 11% auf 52,5 Mrd EUR, die Einfuhren zeigten ein Plus von
12% und erreichten 54,2 Mrd EUR. Der Außenhandel erweist sich damit
als zentrale Stütze im Konjunkturaufschwung. Deutschland war
weiterhin mit Abstand der wichtigste Handelspartner Österreichs, der
auch die höchsten Zuwächse verzeichnete. Etwas stärker als zuletzt
präsentierte sich der grenzüberschreitende Dienstleistungshandel, der
per Saldo einen Überschuss von 7,8 Mrd EUR ergab. Das
Reiseverkehrsergebnis lag - vor allem infolge geringerer Ausgaben
österreichischer Touristen im Ausland - mit 4,5 Mrd EUR etwas über
dem Vergleichswert 2009 (4,2 Mrd EUR).
Abgesehen von dieser realwirtschaftlichen Belebung beschleunigte sich
im Umfeld freundlicherer Konjunkturaussichten auch Österreichs
Finanzgeschäft mit dem Ausland deutlich. Die internationalen
Veranlagungen erreichten knapp 26 Mrd EUR, nachdem im
Vergleichszeitraum 2009 unter dem Eindruck der Finanzkrise per Saldo
keine Investitionen getätigt worden waren. Ebenso ist das Interesse
internationaler Investoren an Finanzgeschäften in Österreich
zurückgekehrt, die hier netto 28 Mrd EUR veranlagten. Im ersten
Halbjahr 2009 waren per Saldo noch Finanzmittel in Höhe von 3,2 Mrd
EUR aus Österreich abgezogen worden.
Besonders vehement kehrten Österreichs Banken an die internationalen
Kapitalmärkte zurück, indem sie ihren Einlagenbestand im Ausland um
10,8 Mrd EUR ausbauten und damit deutlich mehr Zuversicht
signalisierten als zuletzt (1. Halbjahr 2009: Mittelabzug von 3,2 Mrd
EUR).
Auf merkbar größere Nachfrage stießen ausländische Wertpapiere, die
von österreichischen Investoren im Umfang von 2,6 Mrd EUR gekauft
wurden. Besonders gefragt waren Investmentzertifikate (2 Mrd EUR).
Aktien blieben dagegen mit Zukäufen von 0,2 Mrd EUR deutlich hinter
dem Vergleichswert 2009 (1,7 Mrd EUR) zurück. Schwächer zeigte sich
dagegen die Inlandsfinanzierung durch Wertpapiere im Ausland: Diese
wurden von internationalen Anlegern per Saldo sogar um knapp 1 Mrd
EUR abgestoßen.
Österreichs strategische Unternehmensbeteiligungen im Ausland lagen
mit 4,8 Mrd EUR deutlich über den Veranlagungen des ersten Halbjahres
2009 (0,4 Mrd EUR). Hierbei handelte es sich jedoch nicht um eine
Rückkehr auf breiter Front sondern vielmehr um wenige
Einzelbeteiligungen mit großen Volumina. Ähnliches gilt für die
Veranlagungen ausländischer Direktinvestoren in Österreich, die ihr
Engagement auf fast 10 Mrd EUR etwa verfünffachten.

Weitere statistische Informationen unter dieaktuellezahl.oenb.at

Heraugeber:
Oesterreichische Nationalbank
Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: +43-1 404 20/6666
http://www.oenb.at

Rückfragehinweis:
Statistik Hotline
Tel.: +43-1-404 20-5555
[email protected]

Rückfragehinweis:

Oesterreichische Nationalbank 
   Mag. Oliver Huber
   Pressesprecher
   Tel.: +43-1 404 20/6622
   mailto:[email protected]
   www.oenb.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | ONB

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel