- 07.10.2010, 09:58:42
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FEEI und JI: Blockade der Bildungspolitik sofort beenden
FEEI-Ederer: Schulsystem den gesellschaftlichen Veränderungen anpassen - JI-Mitterbauer: Weitere "Verländerung" wäre doppelte Rolle rückwärts
Wien (OTS) - Für ein "sofortiges Ende der dauernden politischen
Blockade in der Schulpolitik" sprechen sich der Fachverband der
Elektro- und Elektronikindustrie (FEEI) sowie die Junge Industrie
(JI) aus. "Unser Schulsystem hat sich de facto seit den 60er Jahren
kaum weiterentwickelt, und das trotz der teilweise dramatischen
gesellschaftlichen, sozialen und wirtschaftlichen Umwälzungen. Dies
gilt es im Interesse der Zukunftsfähigkeit unseres Landes rasch zu
ändern", stellte FEEI Obfrau Mag. Brigitte Ederer fest. "Die
Bildungspolitik ist der zentrale Hebel, um die Konkurrenzfähigkeit
des Standorts Österreich zu sichern. Gerade als rohstoffarmes Land
sind wir auf die besten Hände und Köpfe angewiesen. Die
bildungspolitische Blockade gefährdet unser aller Zukunft",
unterstrich auch JI-Bundesvorsitzende Dr. Therese Mitterbauer.
Gefordert seien daher einmal mehr eine Entpolitisierung des
Schulwesens sowie eine Entideologisierung der politischen
Bildungsdiskussion. Weiters müsse durch Bildung Chancengleichheit für
Alle sichergestellt werden. Naturwissenschaften und technische Fächer
müssten zudem gefördert werden, mangle es doch sogar jetzt, den
Auswirkungen der Krise zum Trotz, an Fachkräften.
Mehr Autonomie für bessere Schulen
"Man muss den Schulen mehr Autonomie geben. Es kann nicht sein,
dass Direktorenposten politisch vergeben werden. Direktoren sollen
aufgrund ihres Know-hows bestellt und müssen mit wirtschaftlichen
Lenkungskompetenzen ausgestattet werden. Dies beginnt bei der Auswahl
ihrer Mitarbeiter und endet bei der inhaltlichen Schwerpunktsetzung
an ihren Schulen", forderte Brigitte Ederer. "Vor einem
ordnungspolitischen Salto rückwärts in der Schulpolitik" warnte in
diesem Zusammenhang Mitterbauer: "Diskussionen darüber, den
Bundesländern noch mehr Macht in der Schul- und Bildungspolitik zu
geben, sind ein Anschlag auf die nachhaltige Zukunftsfähigkeit des
österreichischen Bildungssystems." Statt einer weiteren
"Verländerung" seien vielmehr eine Kompetenzbündelung sowie eine
Beseitigung von Doppelgleisigkeiten notwendig. "In Österreich kommt
derzeit nur jeder zweite Euro überhaupt in den Klassen an." Man sei
daher eigentlich in einer beneidenswerten Situation: "Mit Reformen
könnten wir sparen, und gleichzeitig die Qualität der öffentlichen
Leistung sogar heben", so die JI-Bundesvorsitzende.
Chancengleichheit für Alle, Rollenbilder aufbrechen
"Weniger Ideologie und mehr Pragmatismus in der Schulbildung"
erwartet sich Mitterbauer von der Politik: "Wichtig ist nicht was
drauf steht, sondern was drin ist. Abseits der ewigen ideologischen
Diskussionen muss gerade auch die Schulpolitik für Chancengleichheit
genutzt werden." Dies sei nicht zuletzt auch mit Blick auf die
aktuellen Diskussionen um die Themen Migration und Integration von
zentraler Bedeutung.
"Bildung hat als öffentliches Gut möglichst allen Kindern und
Jugendlichen in Österreich zuzukommen. Nicht nur einer elitären
Schicht. Derzeit ist es aber so, dass laut einer IHS-Studie jeder 7.
Jugendliche aus dem Bildungssystem fällt. Wir fordern ein
Ausbildungssystem, das allen Kindern und Jugendlichen die gleichen
Chancen eröffnet - unabhängig von ihrer Herkunft und ihrem sozialen
Background", so Ederer.
Weiters wies die Obfrau des FEEI darauf hin, dass Technik in einer
hochtechno-logisierten Welt ein wesentlicher Teil einer umfassenden
Allgemeinbildung sein müsse. "Unser Schulwesen muss Technik und
Naturwissenschaften einen entsprechenden Raum geben. Wir sollten
daher verstärkt in die Ausbildung von Lehrern technischer Fächer
investieren", unterstrich Brigitte Ederer. Auch der verstärkte Aufbau
eines weiblichen Lehrkörpers sei dafür wichtig.
In diesem Zusammenhang betonte die JI-Bundesvorsitzende, dass es
gelingen müsse, "alte Rollenbilder aufzubrechen und gerade mehr
Mädchen für Naturwissenschaften und Technik zu begeistern." Ganz
allgemein müsse es aber gelingen, die Talente und Fertigkeiten junger
Menschen früher zu fordern und zu fördern. Auch den Kindergarten
müsse man in diesem Sinne bereits als Bildungseinrichtung begreifen.
"Derzeit wählen 60 Prozent der Studierenden nur 10 Prozent der
angebotenen Fächer. Wir müssen dringen an den Schulen für eine
bessere Berufsorientierung und Studienberatung sorgen", so
Mitterbauer, die auch auf die guten Job-Chancen im
naturwissenschaftlich-technischen Bereich verwies.
Abschließend appellierten Ederer und Mitterbauer gemeinsam an die
Politik, "innerhalb eines Jahres endlich die lange hinausgeschobene
fundamentale Reform und Modernisierung des österreichischen
Schulsystems umzusetzen."
Für Rückfragen:
Mag. (FH) Kathrin Mück-Puelacher FEEI Kommunikation T: +43 1 588 39 29 M: +43 664 619 25 08 E: [email protected] I: www.feei.at
Rückfragehinweis:
Junge Industrie
Mag. Johannes Höhrhan
Tel.: +43 1 71135-2463
mailto:[email protected]
www.jungeindustrie.at
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