- 06.10.2010, 14:01:21
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Republika Slovenija und Land Kärnten: Erfolgreiche Wirtschaftspartnerschaft
Wirtschaftskammervertreter beiderseits der Karawanken ziehen eine gute Bilanz - und haben gemeinsam in Europa noch viel vor.
Klagenfurt (OTS) - Die bevorstehenden Feierlichkeiten zum 90.
Jubiläum der Kärntner Volksabstimmung nahm heute die Kärntner
Wirtschaftskammer zum Anlass, die positive Entwicklung der
wirtschaftlichen Beziehungen zwischen der Republik Slowenien und dem
Land Kärnten in den vergangenen Jahren zu beleuchten. Seit dem
EU-Beitritt Österreichs (1995) und Sloweniens (2004) liegt Kärnten
nicht mehr an einer Demarkationslinie des Wohlstands, sondern ist
gemeinsam mit seinen Nachbarn in die Mitte Europas gerückt.
Wirtschaftskammerpräsident Franz Pacher: "Die Wirtschaft, aber auch
die Menschen sind - wie immer - viel weiter als die Politik. Ein
herzliches Dankeschön an unsere Partner in Slowenien für die
Offenheit, aufeinander zuzugehen."
Stabile Beziehungen
Diese Annäherung hat auch spürbare wirtschaftliche Folgen, die auf
den mit der europäi-schen Integration einhergehenden Handels- und
Kooperationserleichterungen beruhen.
Jahr Importe Exporte Überschuss
2005 125 161 36
2006 148 173 25
2007 171 196 25
2008 173 218 45
2009 143 153 10
Importe Kärntens aus und Exporte Kärntens nach Slowenien, in Mio. EUR
Auch die durchwegs positive Entwicklung der wirtschaftlichen
Verflechtung zwischen der Republik Slowenien und dem Bundesland
Kärnten hat die weltweite Finanz- und Wirt-schaftskrise zu spüren
bekommen. Aber während der Kärntner Export 2009 im Vergleich zu 2005
insgesamt um 12,9 Prozent zurückging, sanken die Ausfuhren ins
Nachbarland Slowenien um lediglich 4,9 Prozent. Pacher: "Das zeigt
eindrucksvoll, wie stabil die wirtschaftliche Kooperation unserer
Volkswirtschaften mittlerweile ist, und darauf sind wir stolz."
Slowenien ist damit nach Deutschland und Italien der drittwichtigste
Handelspartner Kärntens.
Konjunktur: Aufschwung ist im Alpen-Adria-Raum angekommen
Die Erholung der Weltwirtschaft lässt sich aber auch an den
Kärntner Exportzahlen des 1. Halbjahres 2010 ablesen: Die Ausfuhren
konnten in diesem Zeitraum um 17,8 Prozent im Vergleich zu 2009
gesteigert werden (Österreich: 12,5 Prozent). Dazu kommt nach
Schätzungen der Außenwirtschaft Österreich noch einmal etwa die
Hälfte an Dienstleistungsexporten, die aktuell statistisch nicht
erfasst werden.
"Besseres Leben"
Stefan Pavlinjek, Präsident der 52.000 Mitgliedsbetriebe
umfassenden Handwerkskammer Sloweniens, würdigte die positive
Kooperation mit der Kärntner Wirtschaftskammer, die eine gute Basis
für weitere internationale Zusammenarbeit und gemeinsame Projekte
darstelle. Besonders hob Pavlinjek die kürzlich gegründete
"Grenzüberschreitende Holzge-meinschaft" im Rahmen des EU Projektes
"ALPEN ADRIA HOLZ/LES" und die slowenisch-österreichischen
Kooperationsbörsen - vor kurzem bei der größten slowenischen
Handels-messe in Celje - hervor: "Wir arbeiten gemeinsam für ein
besseres Leben auf beiden Seiten der Grenze."
Dieses Ziel unterstützt auch Ales Cantarutti, Direktor der
internationalen Abteilung der WK Slowenien: "Uns sind die
Nachbarmärkte wie Kärnten, die Steiermark, Ungarn, Italien und auch
Deutschland am wichtigsten - nicht nur der Handelsbilanz wegen,
sondern auch aufgrund der engen Zusammenarbeit bei Technologie und
Entwicklung." Die slowenische Wirtschaftskammer vertritt rund 12.000
Unternehmen, die etwa 70 Prozent des BIP erwirtschaften. Cantarutti:
"Slowenien ist das erfolgreichste Bundesland Ex-Jugoslawiens, dazu
hat auch die enge Kooperation mit Kärnten und der Steiermark
entscheidend beigetragen."
Alpe-Adria-Wirtschaftskammer-Netzwerk
Die WK Kärnten ist als einzige österreichische Wirtschaftskammer
Mitglied in dem 2007 gegründeten "New Alpe Adria Chamber Network".
Weitere Mitglieder sind die regionalen Wirtschaftskammern Udine,
Triest, Venedig, Pula, Rijeka, die Handwerkskammer Slowe-nien und die
Wirtschaftskammer Slowenien. Präsident Pacher hat sich besonders für
die Aufnahme der WK Slowenien im Vorjahr eingesetzt: "Ziel sind
gemeinsame internationale Veranstaltungen, speziell branchenbezogene
Unternehmertreffen im Alpe-Adria Raum sowie gemeinsame Messeprojekte
und Markterschließungen."
Gemeinsames EU-Lobbying
Darüber hinaus will man künftig gemeinsame Lobbyinginteressen
bündeln und auf den jeweils nationalen Ebenen und gemeinsam in Europa
vertreten. Pacher: "Wir werden auch beim European Parliament of
Enterprises am 14. Oktober in Brüssel eine gemeinsame Sprache
sprechen." Das ist umso wichtiger, da auf europäischer Ebene vor
allem gemeinsame Interessen größerer Regionen effizient vertreten
werden können. Die Hauptpositionen Sloweniens und Kärntens werden die
Stärkung und Positionierung des Alpe-Adria-Raums im europäischen
Regions-Wettbewerb und das Lobbying für einen gut dotierten
Alpe-Adria-Raum in der neue EU-Förderperiode ab 2014 sein.
Kleiner, großer Partner Österreichs
Benjamin Wakounig, Präsident des slowenischen Wirtschaftsverbandes
in Kärnten, unter-strich die gute wirtschaftliche Zusammenarbeit
Kärntens mit Slowenien, zu der auch die slowenische Volksgruppe
sprachlich und kulturell viel beigetragen habe. Österreichs
Han-delsdelegierter in Laibach, Christian Miller, rückte die
Dimensionen der wirtschaftlichen Verflechtung Österreichs mit dem
"kleinen" Nachbarn Slowenien zurecht: "Was haben Spanien, das
sechsmal so viel Einwohner hat wie Österreich, und Russland, das
213-mal so groß ist, gemeinsam? Sie liegen im Außenhandel beide
hinter Slowenien. Jeder Slowene importiert jedes Jahr statistisch
Waren im Wert von 1000 Euro aus Österreich - das gibt es auf der Welt
kein zweites Mal."
Rückfragehinweis:
Wirtschaftskammer Kärnten
Öffentlichkeitsarbeit
Peter Schöndorfer
Tel.: 05/90 90 4-660
mailto:[email protected]
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