• 06.10.2010, 12:46:22
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Wlodkowski: Österreich braucht kein neues Gütezeichengesetz

Stöger soll endlich wirksame Maßnahmen beim Täuschungsschutz setzen

Wien (OTS/aiz) - "Über entgeltliche Anzeigen und Webseiten stellt
der im Wiener Wahlkampf tätige Bundesminister Alois Stöger seine
Prioritäten dar, wie man Lebensmittel besser kennzeichnen kann. Dabei
ist sein Ressort bei der Lebensmittel-Kennzeichnung gemäß
Lebensmittelgesetz für vieles zuständig, was er selbst in seinem
jüngsten Inserat in der auflagenstärksten Tageszeitung und auf seiner
Webseite verlangt. Die Forderung nach drei neuen Gütezeichen ist
kontraproduktiv, wenn der Gesundheitsminister gleichzeitig die
Vielfalt an Marken kritisiert. Tatsache ist, dass die Sozialpartner
in der Lebensmittelkette bereits im Frühjahr 2010 in einer Vielzahl
von Argumenten die Untauglichkeit des von ihm geforderten Gesetzes in
der Lebensmittel-Kennzeichnung dargelegt und stattdessen einen
effektiven Vollzug beim Täuschungsschutz eingefordert haben",
erklärte Gerhard Wlodkowski, Präsident der LK Österreich, zum
abermaligen Vorstoß des Gesundheitsministers betreffend der Schaffung
eines neuen staatlichen Gütezeichens zur Auszeichnung von
Lebensmitteln.

"Bundesminister Stöger will hier in völlig sachfremder Weise die
AMA-Zeichen zur Qualitäts- und Herkunftssicherung schlechtreden.
Offensichtlich ist dem Gesundheitsminister nicht einmal ansatzweise
bekannt, dass in Österreich neben der Herkunft von Rohstoffen auch
höhere Produktionsstandards, speziell die kontrollierte Verarbeitung
sowie höhere Rückverfolgbarkeitsstandards, gegeben sind", unterstrich
Wlodkowski.

Bio- und "Gentechnik-frei erzeugt"-Kennzeichnung vorhanden

"Wenn ein Konsument beim Einkauf zu 100% sicher sein will, dass
das Tier, von dem das Fleisch stammt, zu seinen Lebzeiten nur
GVO-freie Futtermittel gefressen hat, bietet das heimische
Bio-Angebot die ideale Möglichkeit dazu. Hinzu kommt, dass Österreich
seit Anfang 2010 das einzige Land in Europa und weltweit ist, wo
Konsumenten flächendeckend und zu 100% kontrolliert gentechnikfrei
erzeugte, heimische Milch und Milchprodukte kaufen können", so
Wlodkowski weiter. Gerade bei der Hervorhebung dieses Mehrwerts
heimischer Produkte würde sich die bäuerliche Interessenvertretung
mehr Unterstützung vom Gesundheitsminister wünschen, zumal bei
Milchprodukten der Einfuhranteil immerhin noch bei 45% liegt. "Vor
eineinhalb Jahren, als die österreichischen Milchbauern die
schlimmste Krise der Nachkriegszeit zu bewältigen hatten, wäre eine
ministerielle Inseratenaktion beziehungsweise öffentliche
Unterstützung für österreichische Milchprodukte durch den
Gesundheitsminister sinnvoll gewesen, zumal Österreichs Milchprodukte
aus Verbrauchersicht auch als zu teuer angeprangert wurden", so
Wlodkowski.

Vor dem Hintergrund der laufenden Arbeiten zu einer
Verbraucher-Informations-Verordnung im Europäischen Parlament seien
die Vorstellungen und Forderungen des Gesundheitsministers jedenfalls
höchst fragwürdig. "Auf europäischer Ebene hätte Alois Stöger die
Möglichkeit, seine guten Ideen einzubringen. Wir brauchen in
Österreich jetzt eine sachliche Diskussion - auch über die
gentechnik-freie Produktion von Lebensmitteln -, aber ganz sicher
kein neues staatliches Gütezeichengesetz zur Auszeichnung von
Lebensmitteln", stellte Wlodkowski fest.
(Schluss)

Rückfragehinweis:
Landwirtschaftskammer Österreich
Ludmilla Herzog
Tel.: +43/1/53441-8522
mailto: [email protected]
www.lk-oe.at

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