- 04.10.2010, 12:30:36
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Tumpel: Hochschulen nicht kaputtsparen
AK unterstützt Protest von Studierenden und Rektoren
Wien (OTS) - "Bildung darf nicht der Budgetkonsolidierung zum
Opfer fallen", sagt AK Präsident Herbert Tumpel zu den geplanten
Protesten und Vollversammlungen von Studierenden und Rektoren, "wir
unterstützen die Forderung der Hochschulen und der Studierenden nach
einer Ausweitung der Budgetmittel für den Hochschulsektor auf zwei
Prozent des BIP, allerdings wollen wir darauf nicht noch jahrelang
warten. Diese Anhebung muss rasch geschehen, denn die Hochschulen
dürfen nicht kaputtgespart werden. Höchste Bildung darf nicht nur ein
Privileg für einige wenige sein - ganz besonders in wirtschaftlich
schlechten Zeiten, denn: Gerade jetzt kommt höherer Bildung ein noch
größerer Stellenwert zu - immerhin schützt Bildung vor drohender
Arbeitslosigkeit. Wir brauchen also mehr, nicht weniger
Akademikerinnen und Akademiker. In diesem Zusammenhang wären
Zugangsbeschränkungen, Studiengebühren oder gar ein Schließen von
Hochschulen - wie in letzter Zeit häufig angedroht - der absolut
falsche Weg, die Uni-Misere in den Griff zu bekommen." Neben einer
ausreichenden Finanzierung der Hochschulen und einer notwendigen
Transparenz bei der Studienplatzfinanzierung braucht es einen Ausbau
des Fachhochschulsektors sowie des Stipendienwesens. Die
Studienbedingungen an den Universitäten gehören in den großen
Studienrichtungen dringend verbessert - gerade auch für berufstätige
Studierende.
Gerade in der Wirtschaftskrise wird gute Bildung und Ausbildung
noch wichtiger. Hoch- und höchstqualifizierte ArbeitnehmerInnen sind
der entscheidende Motor für Innovation, Kreativität und Produktivität
in Wirtschaft und Gesellschaft, daher brauchen wir grundsätzlich
dringend mehr und nicht weniger AkademikerInnen. In der OECD befindet
sich Österreich auch nach dem neusten OECD-Bildungsbericht nach wie
vor unter den Schlusslichtern bei der AkademikerInnenquote. Der Ruf
nach Zugangsbeschränkungen einiger Rektoren und der
Wissenschaftsministerin ist also zweifelsohne der falsche Weg.
Anstatt die Universitäten finanziell auszuhungern und den
Studierenden eine Hürde nach der anderen in den Weg zu legen, wäre es
höchst an der Zeit, endlich einen Hochschulmasterplan vorzulegen.
Dieser sollte zum Ziel haben, Synergien zwischen den einzelnen
Hochschulen zu nutzen, Effizienzreserven offen zu legen und sinnlose
Doppelgleisigkeiten abzustellen. Die Ziele der einzelnen Systeme des
tertiären Systems müssen abgestimmt werden, um klarzulegen worin die
unterschiedlichen Aufgaben wissenschaftlicher Universitäten,
Fachhochschulen und pädagogischer Hochschulen bestehen. Das würde
auch die Studienwahl erleichtern. Darüber hinaus sollte das Angebot
an berufsbegleitenden Studien ausgeweitet werden. Als ersten Schritt
fordert die AK dazu die Einfühung von je zwei Pilotprojekten pro
Universität, damit Studium und Beruf endlich besser vereinbar sind.
Rückfragehinweis:
AK Wien Kommunikation
Mag.a Olivia Weiss
Tel.: (+43-1) 501 65 2641; mobil: (+43) 664 845 42 14
mailto:[email protected]
http://wien.arbeiterkammer.at
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