• 01.10.2010, 10:03:25
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Konjunkturerholung setzt sich fort

Ergebnisse des OeNB-Konjunkturindikators vom Oktober 2010

Wien (OTS) - Nach der außergewöhnlich starken Konjunkturbelebung
zur Jahresmitte erwartet die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) für
die zweite Jahreshälfte eine anhaltend hohe wirtschaftliche Dynamik
in Österreich. Das Wirtschaftswachstum bleibt sowohl im dritten als
auch im vierten Quartal über dem langfristigen Durchschnitt, wird
sich aber gegen Jahresende etwas abschwächen. Gemäß den aktuellen
Ergebnissen des OeNB-Konjunkturindikators ist für das dritte und
vierte Quartal 2010 mit einem Wachstum des realen BIP von 0,9% bzw.
0,6% (saison- und arbeitstägig bereinigt, im Vergleich zum
Vorquartal) zu rechnen. Damit sollte das Wirtschaftswachstum für das
Gesamtjahr 2010 bei knapp 2% liegen. Gegenüber der letzten
Veröffentlichung des Konjunkturindikators vom Juni 2010 wurde die
Wachstumsprognose für das dritte Quartal 2010 um 0,2 Prozentpunkte
angehoben.

Von der Erholung der Weltwirtschaft und insbesondere vom starken
Wachstum unseres größten Handelspartners Deutschland gehen die
wichtigsten Impulse für die österreichische Wirtschaft aus. Der
Außenhandel erweist sich als die zentrale Stütze im aktuellen
Aufschwung. Die nominellen Güterexporte sind saisonbereinigt im
zweiten Quartal um fast 8% gegenüber dem Vorquartal gestiegen und
nach den aktuellen Ergebnissen des auf LKW-Fahrleistungsdaten
basierenden OeNB-Exportindikators wird sich dieser Trend im dritten
Quartal in nur geringfügig abgeschwächter Form fortsetzen. Zum
Jahresende könnte das Güterexportvolumen das Vorkrisenniveau wieder
erreicht haben.

Von der dynamischen Exportkonjunktur kann insbesondere die Industrie
profitieren. Die Hälfte des krisenbedingten Produktionseinbruchs von
rund 20% konnte bis zur Jahresmitte bereits wieder wettgemacht
werden. Die Vertrauensindikatoren signalisieren zwar eine leicht
nachlassende Dynamik, das Wachstum der Industrie sollte aber auch in
der zweiten Jahreshälfte robust bleiben. Der Höhepunkt des
Lagerzyklus dürfte zwar bereits überschritten worden sein,
Umfragewerte deuten jedoch auf weiterhin positive Wachstumsimpulse
vom Lageraufbau hin.

Im Sog der Export- und Industriekonjunktur ist mit dem zweiten
Quartal 2010 auch die rezessive Phase des Investitionszyklus zu Ende
gegangen. Die Unternehmen der Sachgütererzeugung vermelden wieder
eine überdurchschnittliche Kapazitätsauslastung und die
Ausrüstungsinvestitionen wachsen nach fast zwei Jahren erstmals
wieder. Enttäuschend entwickeln sich hingegen die Bauinvestitionen:
Sowohl die Wohnbau- als auch die Tiefbauinvestitionen sind weiterhin
rückläufig.

Die Erholung auf dem Arbeitsmarkt wird sich in der zweiten
Jahreshälfte fortsetzen. Vorlaufindikatoren wie die Zahl des
beschäftigten Leihpersonals und die offenen Stellen signalisieren ein
anhaltendes Beschäftigungswachstum und einen weiteren leichten
Rückgang der Arbeitslosenquote. Aufgrund des verhaltenen Wachstums
der Reallöhne sind vom privaten Konsum trotzdem keine kräftigen
Konjunkturimpulse zu erwarten.

Angesichts des exportgetriebenen Wachstums stellen Unsicherheiten
bezüglich der außenwirtschaftlichen Entwicklungen das größte Risiko
für den weiteren Konjunkturverlauf in Österreich dar. Eine
Verschärfung der Schuldenkrise, ein stärkerer Konjunktureinbruch in
den USA oder die Folgen einer möglichen konjunkturellen Überhitzung
in China würden auch das Wirtschaftswachstum in Österreich dämpfen.

Herausgeber:
Oesterreichische Nationalbank
Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: +43-1 404 20/6666
http://www.oenb.at

Rückfragehinweis:
Oesterreichische Nationalbank
Mag. Oliver Huber
Pressesprecher
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