- 30.09.2010, 17:56:59
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Ärztekammer und WGKK erreichen Durchbruch bei neuem Vertrag
Wien baut Spitzenstellung bei Gruppenpraxen aus
Wien (OTS) - Die Ärztekammer für Wien und die Wiener
Gebietskrankenkasse (WGKK) haben sich heute, Donnerstag, nach
intensiven Verhandlungen auf eine neue Honorarordnung geeinigt. Damit
ist die ärztliche Versorgung in der Bundeshauptstadt für die nächsten
drei Jahre fixiert. ****
Der Abschluss beinhaltet auch einige für die Patientinnen und
Patienten wichtige Entscheidungen. So wird mit 1. Jänner 2011 ein
neuer Gruppenpraxisgesamtvertrag inklusive der Ärzte-GmbHs
abgeschlossen. Weiters haben sich Ärztekammer und WGKK darauf
geeinigt, bis 2015 die Vertragsarztstellen so zu verteilen, wie es
der künftigen Stadtentwicklung und dem Bevölkerungswachstum
entspricht.
Die Tarife der Allgemeinmediziner und allgemeinen Fachärzte sowie
der Pathologen werden per 1. April 2011 um 2,05 Prozent erhöht. Ab 1.
April 2012 kommt es für die gleiche Gruppe zu einer weiteren
Tariferhöhung um 2,05 Prozent - wobei hier eine Klausel sicherstellt,
dass im Falle einer höheren Inflationsrate die Tarife jedenfalls um
die Inflationsrate erhöht werden.
Für die Fachgruppen Labor und Radiologie wurden in Absprache mit
den jeweiligen Fachgruppen gesonderte Regelungen vereinbart.
Bereits 50 Gruppenpraxen in Wien
In den jetzigen Honorarabschluss einbezogen sind auch die
Gruppenpraxen, unabhängig davon, welche Rechtsform gewählt wird. Für
die Patientinnen und Patienten ist damit eine moderne
Gesundheitsversorgung garantiert: Gruppenpraxen ab zwei Ärztinnen
oder Ärzten haben mindestens 30 Stunden pro Woche geöffnet, ab drei
Ärztinnen und Ärzten sind 40 Stunden vorgesehen - und zwar fünf Tage
die Woche. Dazu kommt, dass es keine Urlaubssperre gibt. Aktuell hat
Wien 50 derartige Zusammenschlüsse von Ärztinnen und Ärzten in
folgenden Fächern:
Allgemeinmedizin:3 Augenheilkunde- und Optometrie: 3 Chirurgie: 1 Frauenheilkunde und Geburtshilfe: 3 Kinder-und Jugendheilkunde: 2 Radiologie: 19 Orthopädie: 4 Innere Medizin: 8 Medizinische und chemische Labordiagnostik: 5 Pathologie: 2
Damit ist das "Ende der Fahnenstange" aber noch nicht erreicht. An
die 40 weiteren Gruppenpraxen befinden sich bereits in der Pipeline.
Zusätzlich wird es gemeinsame intensive Bemühungen zur besseren
Versorgung der Kinder geben: Ein gemeinsames Pilotprojekt - vorerst
befristet auf zwei Jahre - sieht erstmals einen Kostenzuschuss im
Bereich der Kinder- und Jugendpsychiatrie vor. Gemeinsames Ziel ist
es, in der Folge auch Kassenverträge für niedergelassene Kinder- und
Jugendpsychiater zu vergeben.
Krankmeldung per E-Card
Weniger Zettelwirtschaft für alle Beteiligten soll der verstärkte
Einsatz der so genannten Elektronischen Arbeitsunfähigkeitsmeldung
(e-AUM) bringen - sprich: die Krankmeldung per E-Card. Für die
Versicherten ist die Krankmeldung damit unbürokratisch und rasch
erledigt. Der Einsatz des Systems wird schrittweise bis 2015
ausgebaut. Ab dann ist die Anwendung der elektronischen Krankmeldung
verpflichtend.
Für die Patienten auch wichtig: Bei Nichtübernahme des
Ordinationsstandorts können der bisherige Arzt und sein Nachfolger
über einen beschränkten Zeitraum parallel arbeiten. Damit soll
gewährleistet werden, dass es in jedem Fall zu einer kontinuierlichen
medizinischen Betreuung bei Übergabe von Ordinationen kommt.
Zufriedenheit bei Ärztekammer und Gebietskrankenkasse
Für den Verhandlungsführer der Ärztekammer, Vizepräsident Johannes
Steinhart, stellt das Ergebnis "unter den aktuellen Voraussetzung
einen wirklich guten Kompromiss" dar. Wichtige Weichenstellungen vor
allem hinsichtlich der Ärzte-GmbHs würden den Patientinnen und
Patienten garantieren, auch in Zukunft "eine exzellente extramurale
Versorgung in der Bundeshauptstadt mit hoher Patientenzentriertheit"
zu erhalten.
Ingrid Reischl, Obfrau der WGKK, unterstreicht vor allem den
breiten Einstieg bei den modernen Gruppenpraxen: "Wien baut damit
seine Spitzenstellung in Österreich weiter aus. Wir sind das erste
Bundesland, das das Gesetz zur Stärkung der ambulanten Versorgung in
die Praxis umsetzt." Und weiter: "Durch den jetzigen Abschluss sind
bis 2013 die Leistungen, die die Wienerinnen und Wiener per E-Card
erhalten, in gewohnter Qualität gesichert."
Besonders freut sich Reischl, dass trotz des engen finanziellen
Rahmens "ein wichtiger Schritt bei der medizinischen Betreuung der
Kinder und Jugendlichen in Wien erreicht wurde". Die Verhandlungen
seien "nicht immer einfach" gewesen, die Einigung zeige aber, dass
"sich das System der Selbstverwaltung und vor allem die
Verhandlungsführung auf regionaler Ebene bewährt haben".
Steinhart wertet es in Zeiten eines immer stärker werdenden
Ökonomiedrucks im Gesundheitssystem zudem als "beachtlichen Erfolg,
wenn sich die Kasse vertraglich verpflichtet, die Leistungen nicht
herunterzufahren".
Rückfragehinweis:
Ärztekammer für Wien - Pressestelle Dr. Hans-Peter Petutschnig Tel.: (++43-1) 51501/1223, 0664/1014222, F:51501/1289 mailto:[email protected] http://www.aekwien.at Wiener Gebietskrankenkasse Mag. Evelyn Holley-Spieß Leitung Öffentlichkeitsarbeit Wienerbergstraße 15-19, 1100 Wien Tel.: (01) 60122-2254 mailto:[email protected] www.wgkk.at
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