• 30.09.2010, 13:19:29
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Schatz zu Mehrstundenzuschlag: Handelsverband erklärt MitarbeiterInnen den Krieg

Streichung der Mehrstundenzuschläge der völlig falsche Weg

Wien (OTS) - "Mit welcher Dreistigkeit der Handelsverband
ArbeitnehmerInnenrechte und -ansprüche mit Füßen tritt, ist
unfassbar. Die Forderung nach einem Wegfall der Mehrstunden-, Abend-
und Samstagszuschläge ist eine Kriegserklärung an die 500.000 im
Handel Beschäftigten und eine absolute Zumutung", erklärt Birgit
Schatz, ArbeitnehmerInnenensprecherin der Grünen.

"Bereits jetzt gibt es im Handel unzählige Teilzeitjobs, von denen
man nicht leben kann. Diese sollen jetzt noch billiger werden, in dem
die Zuschläge für Mehrstunden und Abendarbeit gestrichen werden. Das
darf nicht passieren", so Schatz und weiter:. "Der Handelsverband
geht sogar soweit, mit der Perspektive den Mindestlohn auf 1.300,-
Euro anzuheben quasi eine All-inclusive-Leistung von den
MitarbeiterInnen zu verlangen. Jetzt verdienen die Leute so wenig,
dass sie mit einem Vollzeitjob nicht einmal ein Einkommen über der
Armutsgrenze erwirtschaften. Das ist an sich ein Skandal und die
Erhöhung auf 1.300 Euro brutto längst überfällig. Diese Erhöhung aber
an Bedingungen zu knüpfen, die de facto die Lohnsituation wieder
verschlechtern ist selbst für ArbeitgeberInnenvertreterInnen ein
starkes Stück."

Schatz fordert einmal mehr einen gesetzlichen Mindestlohn von 7,50
Euro pro Stunde, was bei Vollzeitarbeit 1.300 Euro brutto ergibt.
"Mit einem gesetzlichen Mindestlohn können alle Einkommen nach unten
abgesichert werden und niemand läuft Gefahr, dafür unzumutbare
Rahmenbedingungen, so wie sie der Handelsverband aktuell verlangt,
akzeptieren zu müssen", meint Schatz, die darüber hinaus eine
Verteuerung von Teilzeitarbeit statt deren Verbilligung fordert.
"Viele Teilzeitbeschäftigte arbeiten unfreiwillig so wenig und wären
sofort bereit, Vollzeit zu arbeiten. Der Handel bietet aber bevorzugt
nur Teilzeitjobs an, weil so Personalkosten gespart werden können.
Die erzielte Flexibilität geht voll auf Kosten der ArbeitnehmerInnen.
Da muss umgesteuert werden. Eine Streichung der Mehrstundenzuschläge
wäre der völlig falsche Weg", so die ArbeitnehmerInnensprecherin
abschließend.

Rückfragehinweis:
Die Grünen
Tel.: +43-1 40110-6697
mailto:[email protected]

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