- 30.09.2010, 10:15:34
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Ö1-Programmänderung anlässlich des Alternativen Nobelpreises an Bischof Erwin Kräutler
Wien (OTS) - Anlässlich der Vergabe des Alternativen Nobelpreises
(Right Livelihood Award) an Bischof Erwin Kräutler ändert die
Ö1-Reihe "Logos - Theologie und Leben" ihr Programm und sendet am
Samstag, 2. Oktober, 19.04 Uhr "Was glauben Sie? - Der
austro-brasilianische Bischof Erwin Kräutler im Gespräch mit Johannes
Kaup".
Der 1939 in Vorarlberg geborene brasilianische Bischof Erwin
Kräutler erhält den "Alternativen Nobelpreis 2010". Als einer von
vier Preisträgern bekommt Bischof Kräutler diesen Preis für seinen
Einsatz für die Rechte indigener Völker, sowie für sein Engagement
den Amazonas-Urwald vor der Zerstörung zu bewahren. Der Right
Livelihood Award wurde 1980 von Jakob von Uexküll gegründet, um "jene
zu ehren und zu unterstützen, die praktische und beispielhafte
Antworten zu den dringendsten Herausforderungen unserer Zeit finden
und erfolgreich umsetzen".
Bischof Erwin Kräutler, der von der katholischen
Befreiungstheologie inspiriert ist, gilt als der bedeutendste
Verteidiger der Menschenrechte der Indigenen Völker Brasilien. In den
letzten Jahren ist der Bischof von Xingu als Gegner des größten
Südamerikanischen Staudamm-Projekts, des Belo-Monte-Damms,
aufgetreten. Das Projekt am Xingu-Fluss bedroht den Lebensraum von
30.000 Indigenen, die vertrieben und umgesiedelt werden müssten. Ein
Drittel der Stadt Altamira würde durch den drittgrößten Staudamm der
Welt überflutet. Wegen seines Engagements wurde Kräutler wiederholt
mit dem Tod bedroht. 2005 wurde seine engste Mitarbeiterin, die
Ordensschwester Dorothy Stang, ermordet. Seit vier Jahren steht Erwin
Kräutler unter konstantem Polizeischutz. Bereits im Oktober 1987
wurde auf ihn ein Attentat verübt, das er schwer verletzt überlebte.
Erwin Kräutler wurde 1964 in Österreich zum Priester geweiht und
ging danach als Ordensmissionar nach Brasilien. 1980 wurde er zum
Bischof der größten brasilianischen Diözese Xingu ernannt. 2006 wurde
er Präsident des Indianermissionsrates CIMI. Ihm ist es maßgeblich zu
verdanken, dass der Schutz der Menschenrechte der Indigenen Völker in
die brasilianische Verfassung aufgenommen wurde. Doch zwischen der
Verfassung und der faktischen Durchsetzung dieser Rechte klafft nach
wie vor ein Abgrund. Durch den Alternativen Nobelpreis und der damit
verbundende internationalen Aufmerksamkeit könnte Bischof Kräutlers
Einsatz für die Indigenen der Rücken gestärkt werden.
Aus diesem Anlass ändert die Ö1-Reihe "Logos" ihr Programm und
bringt die Wiederholung eines Gesprächs vom 21.5.2000, das Johannes
Kaup mit Bischof Erwin Kräutler über sein Engagement und seinen
Glauben geführt hat. Die ursprünglich für den 2.10. vorgesehene
Sendung "Logos - Was glauben Sie? - Flüchtlingshelferin Ute Bock"
wird am 16. Oktober um 19.04 Uhr ausgestrahlt. Mehr zum Programm von
Ö1 ist unter http://oe1.ORF.at abrufbar.(hb)
Rückfragehinweis:
ORF Radio Öffentlichkeitsarbeit
Barbara Hufnagl
Tel.: (01) 501 01/18175
mailto:[email protected]
http://oe1.ORF.at
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