- 29.09.2010, 14:40:17
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Grünewald: Studiengebühren-Abschaffer Broukal resigniert und schlägt sich auf Seite ehemaliger Gegner
Wien (OTS) - "Wenn Josef Broukal nun nach Jahren eigener Erfahrung
zur Erkenntnis kommt, dass weder ÖVP, noch FPÖ und SPÖ bereit waren,
den Zugang zu Universitäten und Fachhochschulen frei und offen zu
halten und die dafür notwendigen Budgets nie zur Verfügung stellten,
ist dieser Erkenntnisprozess jedenfalls ein träger," kommentiert der
Wissenschaftssprecher der Grünen, Kurt Grünewald, den Beitrag des
früheren SPÖ-Wissenschaftssprecher Broukal in einem von
Ex-SPÖ-Bildungssprecher Niederwieser herausgegebenen Sammelband.
"Wenn es laut Broukal zudem an der Zeit wäre sich das einzugestehen
und daraus die Konsequenzen zu ziehen, so kann man das als gelebten
Realismus aber auch als fatalistisch angehauchte Resignation
betrachten. Fein wäre es gewesen, doch Bildungsziele zu formulieren
und sich einzugestehen, dass wenig ruhmreiche Positionen Österreichs
im Ranking nicht zuletzt auf Unterdotierung, mangelnde Teilhabe am
tertiären Bildungssektor und schlechten Betreuungsverhältnissen
liegen", kritisiert Grünewald.
"Alles klingt mir zuviel nach: 'Lassen wir uns halt von der OECD und
der EU kritisieren und sagen einfach: da kann man nichts machen. Bei
uns in Österreich ist es halt so, dass die notwendige Einsicht zur
ausreichenden Finanzierung von Bildung und Forschung fehlt.' Diese
Bildungspolitik ist defensiv und letztlich die Akzeptanz einer
Vogel-Strauß-Politik," ärgert sich Grünewald. Wenn Qualität nur
herstellbar ist, indem man die Zahl der im internationalen Vergleich
wenigen Studierenden noch reduziert und Studierende jene Geldmittel
aufbringen sollen, die der Staat den Unis und Fachhochschulen
verweigert, dann gute Nacht."
Die Frage, warum Broukal nicht auch andere Meinungen zu Wort kommen
lässt, als die der ÖVP-Wissenschaftssprecherin Cortolezis-Schlager
bleibt für Grünewald offen. "Es geht nicht um das Tabuisieren von
Gebühren und bessere Treffsicherheit bei der Studienwahl, auch
Finanzierungsmodelle für den tertiären Bereich liegen auf dem Tisch.
Warum darf nur über das gesprochen werden, was ist und nicht über das
was sein soll?" schließt Grünewald.
Rückfragehinweis:
Die Grünen
Tel.: +43-1 40110-6697
mailto:[email protected]
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