• 29.09.2010, 09:40:11
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Biodegradation von Fumonisinen: Aufs richtige Pferd gesetzt - BILD

Von Fusarien befallener Maiskolben

Wien (OTS) - Wissenschaftern der Universität für Bodenkultur in
Wien ist es vor kurzem gelungen, eine besonders gefährliche Gruppe
von Pilzgiften, die sogenannten Fumonisine, auf biologischem Wege zu
entschärfen.

Fumonisine bereiten vor allem Probleme in der Pferde- und
Schweinehaltung

Fumonisine werden hauptsächlich von bestimmten Schadpilzen der
Gattung Fusarium gebildet. Fusarien infizieren vor allem Mais, aber
auch andere Getreidesorten wie Hirse und Reis. Aufnahme von
Fumonisinen mit kontaminiertem Futtergetreide löst, abhängig von der
Tierart, verschiedene schwere Erkrankungen aus. Pferde, bei denen
Fumonisinvergiftungen oft tödlich enden, aber auch Schweine und
Hühner erwiesen sich als besonders empfindlich gegenüber dieser
Toxinklasse.

Eine mögliche Lösung: Biodegradation von Fumonisinen

Fumonisine sind äußerst stabile Verbindungen. Bemühungen, ihren
Gehalt im Tierfutter mit physikalischen und chemischen Methoden zu
reduzieren, waren bisher wenig erfolgreich. Ein anderer Weg zur
Verminderung des Fumonisingehalts von Futtermitteln wurde von den
Forschern in Wien eingeschlagen: die sogenannte Biodegradation der
Gifte. Dabei werden die Toxine durch Mikroorganismen oder Enzyme in
ungiftige Verbindungen umgewandelt. Dem Molekularbiologen Stefan
Heinl und seinen Kollegen am Vienna Institute of BioTechnology (VIBT)
gelang es, in Zusammenarbeit mit dem renommierten österreichischen
Futtermittelhersteller BIOMIN GmbH, Gene eines Bodenbakteriums zu
identifizieren, die es diesem Mikroorganismus ermöglichen, Fumonisine
als Nahrungsquelle zu nutzen. Diese Gene kodieren für Enzyme welche
vor allem Fumonisin B1, das häufigste und daher wichtigste Fumonisin,
in ungiftigen Verbindungen umwandeln, und somit für Tiere unschädlich
machen können. Die Enzyme konnten erfolgreich in verschiedenen
Mikroorganismen hergestellt werden und sollen in Zukunft in
gereinigter Form fumonisinkontaminiertem Tierfutter beigemischt
werden. Die Enzyme können dann direkt im Gastrointestinaltrakt der
Tiere aktiv werden und so zu einer deutlichen Verringerung der
Fumonisinbelastung führen. Die Wissenschafter versprechen sich davon
eine erhebliche Verbesserung der Gesundheit und Leistung der Tiere
und haben bereits Patent angemeldet.

Bild(er) zu dieser Aussendung finden Sie im AOM/Original Bild
Service, sowie im OTS Bildarchiv unter http://bild.ots.at

Rückfragehinweis:

DI Dr. Stefan Heinl
   CD-Laboratory for Genetically Engineered Lactic Acid Bacteria
   VIBT, Universität für Bodenkultur,
   Muthgasse 11, Wien
   Tel.: +43(0)1-47654-6926
   www.lactomics.at
   E-mail: [email protected]

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