- 23.09.2010, 09:18:39
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MDG Gipfel: Lichtblick für Menschen mit Behinderungen
Wien (OTS) - UN-Gipfel in New York: Erstmals werden Menschen
mit Behinderungen und ihre speziellen Bedürfnisse in die
Millenniumsentwicklungsziele mit einbezogen. 'Licht für die
Welt'-Geschäftsführer Rupert Roniger spricht von einem "Meilenstein
für die Behindertenbewegung".
New York: Mit einem großen Erfolg für die Behindertenbewegung ist
gestern Nachmittag das Gipfeltreffen zur Überprüfung der
Millenniumsentwicklungsziele (MDGs) zu Ende gegangen! In der
Schlusserklärung erkennen die Staats- und Regierungschefs an, dass
Strategien und Maßnahmen auf Menschen mit Behinderungen fokussieren
müssen, damit diese vom Fortschritt bei der Erreichung der
Millenniumsentwicklungsziele profitieren können.
Das betonte auch Bundespräsident Heinz Fischer in seiner Rede: "Es
ist meine feste Überzeugung, dass wir unsere Aufmerksamkeit auf
Menschen mit Behinderungen verstärken müssen."
Für alle Millenniumsentwicklungsziele wird ein Abbau der Barrieren
gefordert, die Menschen mit Behinderungen bisher ausgeschlossen
haben. Menschen mit Behinderungen sind doppelt so stark von absoluter
Armut betroffen wie nichtbehinderte Menschen. Ein Drittel der Kinder
ohne Zugang zu Grundschulbildung sind Kinder mit Behinderungen.
Deshalb ist es besonders erfreulich, dass in der Schlusserklärung des
Gipfeltreffens eine inklusive Bildung gefordert wird.
Grundschulbildung muss für alle Kinder zugänglich und leistbar sein,
egal ob sie blind oder gehörlos sind, eine Gehbehinderung haben oder
aus einer sehr armen Familie kommen. Nur wenn Bildung für alle
gewährleistet ist, können auch die anderen
Millenniumsentwicklungsziele erreicht werden.
Rupert Roniger, Geschäftsführer der österreichischen
Hilfsorganisation 'Licht für die Welt', über die Bedeutung dieses
Ergebnisses: "Das Schlussdokument des Gipfeltreffens ist ein
Meilenstein für die 520 Millionen Menschen mit Behinderungen in den
Entwicklungsländern. Die österreichische Entwicklungszusammenarbeit
ist damit gefordert, bestehende Barrieren abzubauen. Nur durch die
Mitgestaltung und Einbeziehung von Menschen mit Behinderungen können
wir die Millenniumsentwicklungsziele tatsächlich erreichen!"
Rupert Roniger fordert darüber hinaus entschiedene Schritte zur
Erhöhung der österreichischen Entwicklungshilfeleistungen ein:
"Österreich hat die Verpflichtung, 0,7 % des Bruttonationaleinkommens
(BNE) für Entwicklungshilfe aufzuwenden. Diese Verantwortung muss,
wie beim Gipfeltreffen in New York gefordert, wahrgenommen werden."
2009 hat Österreich nur 0,3% des BIP für Entwicklungszusammenarbeit
aufgewendet.
Interviewmöglichkeiten:
- Menschenrechtskonsulentin Mag. Marianne Schulze (war für 'Licht für
die Welt' in New York beim UN-Gipfel dabei)
- Johannes Trimmel, Leiter des Ressorts für Internationale Programme
und Anwaltschaft von 'Licht für die Welt'.
Bei Interviewanfragen wenden Sie sich bitte an Margit Draxl
(0676/4870 007) oder Andrea Zefferer (0676/453 0503).
Hintergrund Millenniumsentwicklungsziele:
Im Jahr 2000 hat die internationale Staatengemeinschaft acht
Millenniumsentwicklungsziele beschlossen:
- Halbierung der weltweiten Armut
- Bildung für alle Kinder
- Gleichberechtigung der Frauen
- Reduzierung der Kindersterblichkeit
- Verbesserung der Müttergesundheit
- Bekämpfung von Krankheiten wie AIDS, Malaria und Tuberkulose
- Umweltschutz und Zugang zu sauberem Wasser
- Globale Partnerschaft für Entwicklung
Von der Erreichung der Ziele sind wir noch meilenweit entfernt und
ohne drastische Kursänderungen werden die Ziele auch bis 2015
verfehlt werden. Bisher gab es in den MDGs keine Erwähnung von
Menschen mit Behinderungen, die vor allem in Entwicklungsländern
besonders von Armut und Ausgrenzung betroffen sind.
Von 650 Millionen Menschen mit Behinderungen weltweit leben 80%, also
540 Millionen Menschen, in Entwicklungsländern. Hunger,
Unterernährung und fehlende Gesundheitsversorgung führen zu
dauerhaften Behinderungen. 50% aller Behinderungen wären durch
entsprechende medizinische Versorgung (z.B. Operationen am Grauen
Star) und angemessene Ernährung vermeidbar. In den vergangenen Jahren
hat ein wichtiger Umdenkprozess begonnen, wie diese Missstände
überwunden werden können. Der bisher größte Erfolg: 2006 wurde die UN
Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen
verabschiedet.
'Licht für die Welt'-Geschäftsführer Rupert Roniger erklärt: "Das
Ergebnis des MDG-Gipfels zeigt, dass die Prinzipien der Konvention
nun auch in die Millenniumsentwicklungsziele Eingang finden. Jetzt
liegt es an uns allen, Staaten genauso wie internationalen
Institutionen und Nichtregierungsorganisationen,
Entwicklungsprogramme tatsächlich barrierefrei zu machen."
Weitere Informationen:
http://www.light-for-the-world.org/Lets_Enable_the_MDGs_August_2010.p
df
Hintergrund 'Licht für die Welt':
'Licht für die Welt' - Christoffel Entwicklungszusammenarbeit ist
eine international tätige österreichische Fachorganisation, die sich
in 128 nachhaltig wirksamen Hilfsprojekten in Afrika, Asien,
Lateinamerika und Südosteuropa für blinde und anders behinderte
Menschen einsetzt. Arbeitsschwerpunkte sind die Prävention und
Heilung von Blindheit und die Rehabilitation von blinden und anders
behinderten Menschen.
Im Jahr 2009 konnte 'Licht für die Welt' 16.500 behinderte Kinder
rehabilitativ fördern und 37.500 Operationen am Grauen Star
durchführen. Die Hilfe erreichte insgesamt 600.000 Menschen in den
Armutsgebieten unserer Erde.
Rückfragehinweis:
Margit Draxl Pressesprecherin LICHT FÜR DIE WELT 1120 Wien, Niederhofstraße 26 Tel.: +43/1/810 13 00 - 59 Mobil: +43/676/48 70007 E-mail: [email protected] Mag. (FH) Andrea Zefferer Pressereferentin 1120 Wien, Niederhofstraße 26 Tel.: 01/810 13 00 - 34 Mobil: +43/676/453 0503 E-Mail: [email protected]
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