- 22.09.2010, 12:17:26
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IGEPHA: Diskussion über kontrollierte Selbstmedikation muss erlaubt sein!
"Individuelles Gesundheitsmanagement" als Trend der Zukunft
Wien (OTS) - Nach dem Vorstoß des Österreichischen
Apothekerverbandes, dessen Präsident sich letzte Woche für
verstärkte, kontrollierte Selbstmedikation aussprach, liefern sich
Vertreter der Apotheker und Ärzteschaft derzeit einen heftigen
verbalen Schlagabtausch. Eine aktuelle Befragung, die im Auftrag der
IGEPHA (Interessensgemeinschaft Österreichischer Heilmittelhersteller
und Depositeure) durchgeführt wurde, zeigt auf, dass die heimischen
Patienten sorgsam und bewusst mit rezeptpflichtigen und rezeptfreien
Arzneien umgehen. Der "mündige Patient" ist also längst Realität! +++
Selbstmedikation mit nicht-verschreibungspflichtigen Arzneimitteln
ist ein wesentlicher Bestandteil der heutigen Gesundheitsversorgung
und wird angesichts der wachsenden Bereitschaft der Bevölkerung,
eigenverantwortlich mit der Gesundheit umzugehen, immer wichtiger.
Die in der Vorwoche neuerlich entfachte Diskussion zwischen der
Österreichischen Ärztekammer und dem Österreichischen
Apothekerverband um die kontrollierte Selbstmedikation zeigt einmal
mehr, dass dieses Thema aus dem Gesundheitswesen nicht wegzudenken
ist. Eine von der IGEPHA in Auftrag gegebene Marktforschung, die die
ökonomischen und gesellschaftspolitischen Aspekte der
Selbstmedikation im österreichischen Gesundheitswesen untersuchte,
lieferte vor kurzem überraschende Ergebnisse. Demnach ist die große
Mehrheit der Bevölkerung dazu bereit, verstärkt Eigenverantwortung
für die Gesundheit zu übernehmen. "Über 90 Prozent der Befragten
gaben an, beim Auftreten einer leichten Erkrankung wie Erkältung,
Schmerzen, HNO-Beschwerden oder Verdauungsproblemen selbst über erste
Maßnahmen zu entscheiden. Selbstverantwortliches
Gesundheitsmanagement ist daher als starker Trend zu bezeichnen", so
Mag. Alfred Grün, Präsident der IGEPHA.
Chancen und Möglichkeiten durch Selbstmedikation aufzeigen
Die eigenverantwortliche Behandlung von "leichten" Erkrankungen
mit OTC ("over the counter")-Produkten und in Absprache mit dem
Apotheker kann das öffentliche Gesundheitssystem entlasten. Erhält
der Patient in der Apotheke kompetente Beratung und Information, so
können dadurch die nachfolgenden Stationen im Gesundheitswesen, also
die Ärzte und Ambulanzen, entlastet werden. Zu den geringfügigen
Beschwerden, die mit OTC-Präparaten behandelt werden können, zählen
unter anderem:
- Erkältungen und grippale Infekte
- Husten
- Halsschmerzen
- Kopfschmerzen
- Verdauungsproblemen und Durchfall
- Geringe bis mäßige Hautprobleme
Wenn bei diesen oder ähnlichen Beschwerden Selbstmedikation
sachgemäß und nach ausführlicher Beratung durch den Apotheker
eingesetzt wird, kann ein beträchtliches Kostendämpfungspotential
freigesetzt werden. Besonders deutlich ist dies bei der Indikation
Erkältung: "In Frankreich werden 99 Prozent des Erkältungsmarktes
durch OTC-Produkte abgedeckt, in Österreich hingegen lediglich 61
Prozent. Unser Ziel ist es, die spezifische Bedeutung des OTC-Marktes
im Gesundheitswesen zu erhöhen und allen Beteiligten die
realistischen Möglichkeiten aufzuzeigen, welche Rolle
Selbstmedikation in einem modernen Gesundheitswesen spielen kann", so
Mag. Grün weiter. Dass Selbstmedikation bei schwerwiegenden
Erkrankungen an ihre Grenzen stößt, sei den Konsumenten ebenfalls
bewusst. "Wenn Beschwerden über einen längeren Zeitraum bestehen oder
bereits eine schwere Erkrankung diagnostiziert ist, muss
selbstverständlich ein Arzt aufgesucht werden. Unserer Untersuchung
zufolge treffen Patienten diese Entscheidungen sehr überlegt und
verantwortungsbewusst. Die Menschen übernehmen bereits
Eigenverantwortung für ihre Gesundheit und sind durchaus bereit, dies
in Zukunft noch stärker zu tun", räumt Mag. Grün ein.
Österreicher sind bereit, mehr Geld für Gesundheit auszugeben
Dass rezeptfreie ebenso wie rezeptpflichtige Medikamente Wechsel-
und Nebenwirkungen hervorrufen können und sie daher
verantwortungsvoll eingenommen werden müssen, ist für die meisten
Konsumenten ebenso klar. "Die Patienten nehmen selbst gekaufte
Medikation mit der gleichen Therapietreue ein wie verordnete
Medikamente, bei 20 Prozent ist die Compliance bei rezeptfreien
Arzneien sogar noch höher. Die bewusste persönliche Entscheidung für
ein Medikament scheint also einen positiven Einfluss auf die
Compliance zu haben. Generell hat unsere Untersuchung gezeigt, dass
Konsumenten sowohl mit rezeptpflichtigen als auch mit rezeptfreien
Arzneimitteln sorgsam und verantwortungsbewusst umgehen", führt Mag.
Grün an.
Das österreichische Gesundheitssystem wird schon in naher Zukunft
an seine finanziellen Grenzen stoßen. Für mehr als 60 Prozent der
Befragten ist es vorstellbar, das Gesundheitssystem in Zukunft durch
vermehrte Selbstmedikation zu unterstützen. Das Ergebnis zeigt also
eine tendenzielle Bereitschaft der Österreicher, zur Entlastung des
Gesundheitswesens beizutragen. 80 Prozent der Befragten können sich
vorstellen, mehr als zehn Euro für ein OTC-Produkt auszugeben - das
liegt deutlich oberhalb der Rezeptgebühr. "Es vollzieht sich ein
sichtbarer Wandel des Einzelnen bei der Einstellung zu seiner
Gesundheit. Das hat auch unsere aktuelle Marktforschung sehr deutlich
gezeigt. Der Trend geht immer stärker in Richtung eines individuellen
Gesundheitsmanagements, was natürlich auch eine Entlastung für das
Gesundheitswesen darstellt. Würden alle so genannten 'leichten'
Erkrankungen mit dem Apotheker als Berater behandelt werden, könnte
viel an ärztlichen Kapazitäten und Ressourcen eingespart werden.
Dafür ist die Zusammenarbeit aller Beteiligten im Gesundheitssektor
erforderlich. Die IGEPHA wird dazu gerne ihren Beitrag leisten",
betont Mag. Alfred Grün abschließend.
Die vollständigen Ergebnisse der im Frühjahr 2010 durchgeführten
Konsumentenbefragung "Ökonomische Aspekte der Selbstmedikation"
werden anlässlich der heurigen IGEPHA-Jahrestagung präsentiert. Diese
findet am 30. September 2010 um 16 Uhr im Wiener Europahaus statt.
Interessierte Journalisten können sich bei der IGEPHA, Sabine Grasl
([email protected]), anmelden.
Über die IGEPHA
Die Interessengemeinschaft österreichischer Arzneimittelhersteller
und Depositeure (IGEPHA) wurde 1967 gegründet. Sie vertritt
Unternehmen, die rezeptfreie Arzneimittel und Gesundheitsprodukte
herstellen, vertreiben und bewerben. Ihre Mission liegt in der
Imagesteigerung der Selbstmedikation in der Gesellschaft und im
Gesundheitswesen sowie in der Förderung der persönlichen
Verantwortung für die eigene Gesundheit. Derzeit zählt die IGEPHA
etwa 70 ordentliche und außerordentliche Mitglieder. www.igepha.at
Die in diesem Pressetext verwendeten Personen- und
Berufsbezeichnungen treten der besseren Lesbarkeit halber nur in
einer Form auf, sind aber natürlich gleichwertig auf beide
Geschlechter bezogen.
Rückfragehinweis:
Welldone GmbH Werbung und PR Mag. Elisabeth Kranawetvogel; Mag. Sabine Sommer Public Relations Lazarettgasse 19/4. OG, 1090 Wien Tel.: 01/402 13 41-40 | e-Mail: [email protected] www.welldone.at
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