• 22.09.2010, 09:30:04
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WKÖ-Hochhauser: Hat EU-Kommission auf Vereinbarkeit Beruf und Familie vergessen?

Strategie für Chancengleichheit von Männern und Frauen - 2010 - 2015 lässt wichtigen Punkt vermissen

Wien (OTS/PWK710) - Ist der Kommission die Vereinbarkeit von
Beruf und Familie nicht mehr wichtig?" Mag. Anna Maria Hochhauser,
Generalsekretärin der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), wundert
sich darüber, dass die wesentlichen Bereiche der Strategie 2006-2010
zwar auch in den nächsten fünf Jahren fortgeführt werden sollen, dass
aber die Vereinbarkeit als eigener Themenschwerpunkt wegfällt.

"Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist das zentrale Thema,
um insbesondere Frauen einen raschen Wiedereinstieg nach der Geburt
eines Kindes zu ermöglichen. Familie und Erwerbstätigkeit dürfen
einander nicht ausschließen, sondern müssen sich so ergänzen, dass
eine befriedigende Lebensführung des Einzelnen möglich wird", so
Hochhauser weiter.

Die Schwerpunkte der Strategie wie gleiche wirtschaftliche
Unabhängigkeit, gleiches Entgelt für gleiche Arbeit, ausgewogene
Beteiligung bei der Entscheidungsfindung, Ende der
geschlechtsspezifischen Gewalt und Förderung der Chancengleichheit
außerhalb der EU seien grundsätzlich begrüßenswert. Für deren
Erreichung sei aber die Vereinbarkeit von Beruf und Familie eine ganz
wesentliche Voraussetzung.

Eine klare Absage erteilt Hochhauser auch den Ankündigungen von
EU-Kommissarin Viviane Reding, über gesetzliche Frauenquoten in
Aufsichtsräten nachdenken zu wollen. "Gerade das Beispiel Norwegen,
wo Frauenquoten in Aufsichtsräten seit 2008 gesetzlich verpflichtend
sind, hat gezeigt, dass dort wenige Frauen viele
Aufsichtsratspositionen innehaben. Das Ziel, mehr Frauen ins
Management zu bekommen, wurde jedoch klar verfehlt. Das Motto muss
lauten: Qualifikation statt Quote. Es geht nicht um Mann oder Frau,
sondern darum, die Bestqualifizierten zu finden."

Deshalb hat die Wirtschaftskammer Österreich gemeinsam mit der
Industriellenvereinigung und dem Bundesministerium für Wirtschaft,
Familie und Jugend ein eigenes Führungskräfteprogramm für Frauen ins
Leben gerufen. Das Programm "Zukunft.Frauen" hat das Ziel, Frauen
verstärkt in Management- und Aufsichtsratpositionen zu bringen. Durch
Networking sollen sie in die Lage versetzt werden, sich für höhere
Positionen zu bewerben. Gleichzeitig werden Unternehmen für dieses
Thema sensibilisiert.

"Frauen brauchen keine einseitige Bevorzugung. Sie müssen vielmehr
endlich raus aus der Opferrolle und haben das Recht, auf Basis ihrer
Fähigkeiten beurteilt zu werden, statt sich mit dem Stigma
'Quotenfrau' konfrontiert sehen zu müssen," so Hochhauser
abschließend. (PM)

Rückfragehinweis:
Wirtschaftskammer Österreich, Abteilung für Sozialpolitik und Gesundheit
Dr. Martina Rosenmayr
Tel.: 05 90 900-4284
mailto:[email protected]

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