- 21.09.2010, 10:19:56
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Pirklhuber: Futtermittel in Österreich müssen endlich 100% Gentechnikfrei werden
Grüne: Wlodkowski völlig inkompetent - unsere Tiere fressen Gentechnik-Futter
Wien (OTS) - "Der steirische ÖVP-Politiker und Präsident der
österreichischen Landwirtschaftskammern Gerhard Wlodkowski outet sich
in Sachen Agro-Gentechnik als völlig inkompetent. ,Fleisch sei immer
zu 100 % Gentechnikfrei!', behauptete dieser kürzlich in einer
Reaktion auf Gesundheitsminister Stöger, der ein staatliches
Gütesiegelgesetz für Gentechnikfreiheit vorschlägt", kritisiert
Wolfgang Pirklhuber, Sprecher für Landwirtschaft und
Lebensmittelsicherheit der Grünen.
"Zahlreiche Studien belegen inzwischen, dass der Gen-Transfer aus dem
Verdauungstrakt in die Blutbahn und die Organe bei Tieren nicht
ausgeschlossen werden kann und dass die gentechnisch manipulierten
Gensequenzen sogar direkt über die Ausscheidungen in den Boden
gelangen", informiert Pirklhuber und verweist auf eine aktuelle
umfassende Zusammenstellung wissenschaftlicher Ergebnisse der ARGE
Gentechnikfrei vom September 2010, die über 300 kritische
Forschungsergebnisse zu den Auswirkungen von Gentech-Soja auf Natur,
Umwelt, Gesundheit der Tiere und Menschen sowie die bäuerlichen
Erzeuger darstellt und von namhaften internationalen Wissenschaftlern
erstellt wurde.
"Der Etikettenschwindel bei tierischen Produkten, wie Fleisch und
Eier, die von Tieren stammen, die mit Gentechnik-Soja gefüttert
werden muss daher endlich aufhören. Die KonsumentInnen dürfen auch
durch das AMA-Gütesiegel, das bei Fleisch derzeit keine
Gentechnikfreiheit gewährleistet, nicht länger hinters Licht geführt
werden", kritisiert Pirklhuber die Untätigkeit und Blockadehaltung
der Landwirtschaftskammern.
38 Millionen Tonnen Sojamehl werden jährlich in die EU importiert -
vorwiegend aus den USA, Brasilien und Argentinien - davon sind etwa
65% GVO-Soja. In Österreich landen mehr als 1000 Tonnen oder 50
Lkw-Ladungen GVO-Soja täglich im Futtertrog bei Schweinen,
Mastrindern und Geflügel!
"Die Landwirtschaftskammer Österreich hat bisher kaum etwas
unternommen, um die Versorgung aller heimischen Betriebe mit
gentechnikfreien Futtermitteln, selbstverständlich möglichst zum
selben Preis, sicherzustellen. Stattdessen verbreiten sie das
Märchen, dass die kleineren Bauern bei einer Umstellung auf
Gentechnikfreiheit zusperren müssten", so Pirklhuber und weist darauf
hin, dass die Raiffeisen Ware Österreich bei einem der größten
europäischen Gen-Soja-Importeure im Aufsichtsrat sitzt.
"Tatsächlich gibt es ausreichende Mengen gentechnikfreier
Futtermittel am Markt - wie das Handelshaus Pilstl als Händler von
GVO-freiem Soja - beweist. Darüber hinaus wollen die Grünen
Bäuerinnen und Bauern, dass in Europa endlich ein Programm für
gentechnikfreie Eiweißfuttermittel umgesetzt wird. Ackerbohnen,
Erbsen, Lupinen und Sojabohnen können wir auch in Österreich und den
Nachbarländern verstärkt selbst anbauen und dies natürlich zu 100 %
Gentechnikfrei. Dies ist ein Beitrag für mehr Kreislaufwirtschaft und
stärkt das Vertrauen in die heimische Landwirtschaft", so Pirklhuber.
Er fordert Minister Stöger auf einen Runden Tisch in Sachen
Gütesiegelgesetz mit den VertreterInnen der NGOs, der ARGE
Gentechnikfrei und den Landwirtschaftskammern einzuberufen, um die
offenen Punkte umgehend abzuklären, um endlich die staatliche
Anerkennung für das Gentechnikfrei-Siegel sicherzustellen.
Rückfragehinweis:
Die Grünen
Tel.: +43-1 40110-6697
mailto:[email protected]
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