• 17.09.2010, 13:49:19
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NÖ: Arbeitslosigkeit geht zurück, aber nur für Männer

AKNÖ fordert: "Mehr Chancen für Frauen auf dem Arbeitsmarkt"

Wien (OTS) - In jüngster Vergangenheit waren erste erfreuliche
Meldungen zum österreichischen Arbeitsmarkt seit der Wirtschaftskrise
zu hören. Es hieß, dass das Schlimmste überstanden sei und die
Arbeitslosigkeit endlich zurückgehen würde. Allerdings nicht für alle
gleichermaßen, wie AKNÖ-Wirtschaftsexpertin Claudia Tschernutter
weiß:
"Die Wirtschaftskrise hat die soziale geschlechtsspezifische
Schieflage noch verstärkt.
Zwar waren Männer im Jahresrückblick etwas stärker von
Arbeitslosigkeit betroffen als Frauen, doch im Vergleich zu Männern
nimmt die Frauenarbeitslosigkeit nur sehr verhalten ab."
Das bestätigen auch die aktuellen Zahlen der Statistik Austria,
wonach in Österreich im Jahresverlauf die Arbeitslosigkeit nur für
Männer gesunken ist. Sie ging um 0,7 Prozentpunkte auf 4,5 Prozent
zurück, während jene der Frauen praktisch stagnierte.
Auch in Niederösterreich ist dieser Trend erkennbar. Quer durch alle
Altersgruppen geht die Arbeitslosigkeit bei Männern zum Teil deutlich
stärker zurück als bei Frauen.

Frauen stärker von Krise betroffen

"Wirtschaftliche Krisenzeiten, in denen Arbeitsplätze knapp werden,
fördern das Zurückdrängen von Frauen aus dem Arbeitsmarkt und das
Abdriften in prekäre Arbeitsverhältnisse. Das hat wiederum
Auswirkungen auf die soziale Absicherung und die
Einkommenssituation", so AKNÖ-Vizepräsidentin Brigitte Adler. Hinzu
kommt, dass Frauen zumeist mehr Hausarbeit oder Betreuungsarbeit
verrichten als Männer - Tätigkeiten, die bekanntlich nicht entlohnt
werden, aber viel Zeit beanspruchen. Laut Statistik Austria wurden
bei den Erwerbstätigen in den vergangenen Monaten 20.000
Vollzeitstellen durch Teilzeitstellen ersetzt. 25.700
Vollzeit-Arbeitsplätze vor allem von jungen und geringer
qualifizierten Frauen wurden im Jahresvergleich gestrichen. Der
Rückgang von Vollzeitstellen trifft weibliche Arbeitnehmerinnen am
meisten.

Frauen sind daher von den Auswirkungen der Krise oftmals ungleich
mehr betroffen als Männer. Zum Jobverlust oder dem Umstieg von Voll-
auf Teilzeitarbeit kommt die Armutsgefahr hinzu, die entsteht, wenn
Frauen sich aufgrund der schlechten Vereinbarkeit von Beruf und
Familie aus dem Arbeitsleben zurückziehen.

"Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist Grundvoraussetzung"

"Damit Frauen sich aus der Armuts- und Arbeitslosenfalle befreien
können, bedarf es Rahmenbedingungen zur Vereinbarkeit von Beruf und
Familie. Diese sind eine Grundvoraussetzung für chancengleiche
Frauenbeschäftigung", betont Adler. Arbeit müsse dabei neu bewertet
werden. Zeitliche Vereinbarkeit von Familie und Beruf würde dann
Frauen leichter fallen. Wenn Teilzeitarbeit freiwillig gewählt werde,
sei sie an sich für viele Frauen ein attraktives Modell, jedoch, so
Adler, "muss Teilzeitarbeit auch in qualifizierten Branchen möglich
sein".

"Sozialpartner sind gefordert"

"Auch Frauen brauchen Jobs mit einem Einkommen von dem sie leben
können. Sonst ist Armut und insbesondere Altersarmut
vorprogrammiert. Deshalb sind unsere frauenpolitischen
Schwerpunkt-Themen von AKNÖ und ÖGB NÖ Vereinbarkeit von Beruf und
Familie, Einkommengerechtigkeit, Arbeitsbewertung und natürlich
Chancengleichheit. Diese Themen sind von den Sozialpartnern
weiterhin voranzutreiben, damit bedarfsgerechte gesetzliche
Rahmenbedingung auf Landes- und Bundesebene geschaffen werden",
erklärt die ÖGB NÖ Frauenvorsitzende und Leiterin der AKNÖ Abteilung
Frauenpolitik, KRin Christa Bogath.

Rückfragehinweis:
Rückfragehinweis:
AKNÖ Wirtschaftspolitik
MMag.Claudia Tschernutter
Abteilung Wirtschaftspolitik, 01/ 58883-1637
[email protected]

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