• 16.09.2010, 10:31:30
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  • OTS0086 OTW0086

Erstmaliger Anstieg der Bilanzsumme der Banken seit Ende 2008

Unkonsolidierte Geschäftsentwicklung der österreichischen Banken im 1. Halbjahr 2010

Wien (OTS) - Bei der unkonsolidierten Bilanzsumme wurde erstmals
seit Ende 2008 wieder ein Anstieg (+4,03 Mrd EUR im ersten Halbjahr
2010) verzeichnet, welcher großteils auf Forderungen an ausländische
Kreditinstitute und Verbindlichkeiten gegenüber diesen zurückzuführen
war. Der Stand Ende Juni 2010 ereichte jedoch nicht das Niveau und
den Höchststand (1.071,10 Mrd EUR) zum Zeitpunkt des Beginns der
Wirtschaftskrise (Ende September 2008). Im ersten Halbjahr 2010 war
weiters ein Wachstum der Einlagen um 4,33 Mrd EUR (+1,6%) erkennbar.
Dabei erhöhte sich vor allem der Stand der Sichteinlagen deutlich
(+4,87 Mrd EUR). Im Gegensatz dazu ging das Volumen der Spareinlagen
leicht zurück (-1,3%). Die Auslandsforderungen erhöhten sich um 4,4%
und die Auslandsverbindlichkeiten um 3,7%. Der Zuwachs im
Auslandsgeschäft ging hauptsächlich auf das Interbankengeschäft
zurück.

Ende Juni 2010 belief sich die unkonsolidierte Bilanzsumme der in
Österreich meldepflichtigen Kreditinstitute auf 1.037,98 Mrd EUR.
Aufgrund der folgenden Entwicklungen konnte in den ersten 6 Monaten
ein leichter Anstieg von 0,4% festgestellt werden:

Die Gesamteinlagen bei allen in Österreich meldepflichtigen
Kreditinstituten beliefen sich auf ein Volumen von 283,45 Mrd EUR.
Die Einlagenentwicklung war durch einen deutlichen Zuwachs der Sicht-
(+4,87 Mrd EUR bzw. +5,6%) und Termineinlagen (+1,47 Mrd EUR bzw.
+4,4%) charakterisiert. Der Stand der Spareinlagen reduzierte sich
hingegen um 2,02 Mrd EUR. Ende Juni 2010 verteilte sich das Volumen
auf 55,4% Spareinlagen (156,97 Mrd EUR), 32,4% Sichteinlagen (91,70
Mrd EUR) und 12,2% Termineinlagen (34,78 Mrd EUR). Das
Einlagenwachstum war sektoral mehrheitlich auf nichtfinanzielle
Unternehmen (+2,39 Mrd EUR) zurückzuführen - in der Kategorie
Sichteinlagen (+2,45 Mrd EUR) war der größte Zuwachs zu beobachten.
Auch die Nichtbanken-Finanzintermediäre (+0,86 Mrd EUR) und der
Sektor Staat (+0,49 Mrd EUR) wiesen Gesamteinlagenzuwächse auf. Die
privaten Haushalte wiesen in Summe einen geringen Zuwachs von 0,26
Mrd EUR aus, welcher sich aus einem deutlichen Plus bei den
Sichteinlagen (+2,24 Mrd EUR) sowie aus Rückgängen bei den Spar-
(-1,84 Mrd EUR) und Termineinlagen (-0,14 Mrd EUR) zusammensetzt.

Der Stand der Direktkredite war im Vergleich zum Ultimo 2009
leicht ansteigend und belief sich Ende Juni 2010 auf 308,22 Mrd EUR
(+2,0%). Bei volkswirtschaftlich-sektoraler Betrachtung fällt auf,
dass der Zuwachs der Forderungen hauptsächlich auf die beiden
Sektoren private Haushalte (+4,16 Mrd EUR) und nichtfinanzielle
Unternehmen (+1,54 Mrd EUR) zurückzuführen war.

Der Stand der Auslandsforderungen erhöhte sich im ersten Halbjahr
2010 um 14,89 Mrd EUR und die Auslandsverbindlichkeiten um 9,22 Mrd
EUR. Die "Forderungen an ausländische Kreditinstitute" stiegen um
12,83 Mrd EUR und die "Verbindlichkeiten gegenüber ausländischen
Kreditinstituten" um 9,57 Mrd EUR. Durch die unterschiedlichen
Wachstumsraten im ersten Halbjahr 2010 betrug die
Nettoforderungsposition österreichischer Kreditinstitute gegen das
Ausland 93,88 Mrd EUR (+5,67 Mrd EUR). Ende Juni 2010 lag der Anteil
der Auslandsaktiva (352,47 Mrd EUR) an der Bilanzsumme bei 34,0% und
jener der Auslandspassiva (258,59 Mrd EUR) bei 24,9%.

Ende Juni 2010 betrug das Volumen der Derivativgeschäfte 2.586,59
Mrd EUR. Im ersten Halbjahr 2010 war ein Anstieg um 13,4% erkennbar.
Der Großteil des Derivativgeschäfts entfiel auf Zinssatzverträge
(79,9% Anteil), der Rest fast ausschließlich auf Wechselkurs- bzw.
Goldverträge (19,0% Anteil). Bei Edelmetall-, Waren- und
Substanzwertverträgen wurde auch 2010 kaum ein Bankgeschäft getätigt.

Die nach den Bestimmungen von Basel II errechneten
unkonsolidierten anrechenbaren Eigenmittel betrugen Ende Juni 2010
94,18 Mrd EUR, was einer Erhöhung im ersten Halbjahr von 0,92 Mrd EUR
bzw. 1,0% entsprach. Mit 74,23 Mrd EUR (+2,16 Mrd EUR) entfielen rund
79% der Eigenmittel auf das Kernkapital. Die unkonsolidierte
Eigenmittelausstattung in Prozent der Bemessungsgrundlage (solvency
ratio) betrug 18,7% (unveränderte Relation im Vergleich zum Ultimo
2009).

Weitere statistische Informationen unter dieaktuellezahl.oenb.at bzw.
www.oenb.at im Bereich "Statistik und Melderservice".

Rückfragehinweis:

Oesterreichische Nationalbank 
   Mag. Oliver Huber
   Pressesprecher
   Tel.: +43-1 404 20/6622
   mailto:[email protected]
   www.oenb.at

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