• 14.09.2010, 12:58:45
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Cortolezis-Schlager: Weiterentwicklung des Stipendienwesens gemeinsam mit neuen Modellen der Studienplatzfinanzierung notwendig

ÖVP-Wissenschaftssprecherin: Rasches Studieren muss möglich werden

Wien (OTS/ÖVP-PK) - Der Bericht zur sozialen Lage der Studierenden
2010 zeigt, dass die Weiterentwicklung des Stipendienwesens gemeinsam
mit neuen Modellen der Studienplatzförderung notwendig sind. Das
stellte heute, Dienstag, ÖVP-Wissenschaftssprecherin Abg. Mag.
Katharina Cortolezis-Schlager anlässlich der Sitzung des
Wissenschaftsausschusses fest. Die "Materialien zur sozialen Lage der
Studierenden 2010" enthalten einerseits eine umfangreiche Darstellung
der Entwicklungen in der Studienförderung in den letzten Jahren und
andererseits die zusammengefassten Ergebnisse der
"Studierenden-Sozialerhebung 2009". ****

"Wir müssen den Fokus weiter auf die Weiterentwicklung des
Stipendienwesens legen", so Cortolezis-Schlager. Sie wies in diesem
Zusammenhang darauf hin, dass die staatliche Studienförderung von
2000 (105 Millionen Euro) bereits auf rund 200 Millionen Euro im Jahr
2009 erhöht wurde. 25 Prozent der Studierenden erhalten eine
Studienförderung. "Wir brauchen die entsprechenden Rahmenbedingungen,
um ein rascheres Studieren zu ermöglichen. Dafür benötigen wir neue
Modelle zur Studienplatzfinanzierung, und dazu gehört auch ein
Beitrag der Studierenden." Die ÖVP-Wissenschaftssprecherin wies
darauf hin, dass ein geregeltes Zugangsmanagement auch international
üblich sei. Gleichzeitig soll es eine Art "Garantie" für
Vollzeitstudierende geben, dass diese mit entsprechenden Leistungen
auch nach drei Jahren Studium ein Bakkalaureat und nach zwei weiteren
Jahren einen Mastertitel erhalten können. Für Teilzeitstudierende
wiederum sei eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Studium
notwendig. "Immer mehr junge Leute möchten zunächst einmal
Berufserfahrung sammeln und dann erst berufsbegleitend studieren.
Diesem Wunsch sei durch geeignete Rahmenbedingungen Rechnung zu
tragen.

"Andererseits brauchen die Universitäten selbstverständlich
Finanzierungssicherheit - nicht nur bis 2013, sondern auch mit den
nächsten Leistungsvereinbarungen", so die Abgeordnete weiter.
"Deshalb benötigen wir möglichst rasch die Kosten pro Studienplatz
und ein entsprechendes Finanzierungsmodell, das sicherstellt, dass
pro Studienplatz genügend Budgetmittel zur Verfügung stehen." Die
ÖVP-Abgeordnete wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass als ein
Ergebnis des Hochschuldialogs auch eine Studie zur
Studienplatzfinanzierung beauftragt wird.

In welcher Form die Studierenden ihren Beitrag leisten, sei noch zu
diskutieren, verwies Cortolezis-Schlager auf international bestehende
Modelle wie Beiträge für eine Universitätsmitgliedschaft oder pro
Lehrveranstaltung. Wichtig sei dabei die leichte Administrierbarkeit.
Sie, Cortolezis-Schlager, könne sich entweder Beiträge pro
Lehrveranstaltung oder einen neu gestalteten Pauschalbetrag
vorstellen.

"Das markanteste Ergebnis der Studierendensozialerhebung ist
sicherlich, dass knapp 40 Jahre freier Hochschulzugang zu keiner
besseren sozialen Durchmischung geführt hat. Das muss uns zu denken
geben. Universitäten rekrutieren zirka 55 Prozent ihrer Studierenden
aus den so genannten gehobenen bzw. hohen sozialen Schichten", so
Cortolezis-Schlager weiter. "Der von Seiten der SPÖ hochgehaltene
freie Hochschulzugang bedeutet somit für Studierende aus
bildungsfernern Schichten, dass sie sich für einen Studienplatz mehr
anstrengen müssen und mehr leisten müssen als ihre Kolleginnen und
Kollegen aus sozial besser gestellten Schichten. Es stellt sich hier
die Frage: Wo bleibt da die soziale Gerechtigkeit?"
(Schluss)

Rückfragehinweis:
Pressestelle des ÖVP-Parlamentsklubs
Tel.: 01/40110/4436
http://www.oevpklub.at

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