- 14.09.2010, 10:00:13
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Aktive Arbeitsmarktpolitik als Kernelement der Bedarfsorientierten Mindestsicherung
Wien (OTS) - Anlässlich der dritten Jobmesse für
langzeitbeschäftigungslose Personen "PERSPEKTIVE:10" fand heute eine
Pressekonferenz des Wiener Dachverbands für sozial-ökonomische
Einrichtungen (DSE-Wien) statt. Die TeilnehmerInnen, Dr. Inge Friehs
(stv. Geschäftsführerin des AMS Wien), Norbert Bacher-Lagler
(Vorstandsvorsitzender des waff) sowie DSE-Vorsitzender Heimo
Rampetsreiter, schilderten dabei aktuelle Maßnahmen und Ausblicke
aktiver Arbeitsmarktpolitik in Wien im Kontext der im September 2010
gestarteten Bedarfsorientierten Mindestsicherung.
DSE-Wien: Leistungen von SÖBs und GBPs gerade jetzt von großer
Bedeutung!
"Die gesellschaftliche Bedeutung aktiver Arbeitsmarktpolitik in
Form sozial-ökonomischer Betriebe und gemeinnütziger
Beschäftigungsprojekte ist gerade im Kontext der Bedarfsorientierten
Mindestsicherung ungebrochen", betont Heimo Rampetsreiter im Rahmen
der DSE-Pressekonferenz. Es sind vor allem langzeitbeschäftigungslose
Menschen und Sozialhilfe-BezieherInnen mit zumeist geringen
beruflichen Qualifikationen, denen die Angebote der
sozial-ökonomischen Einrichtungen zugute kommen. Unterschiedliche
soziale Problemlagen und Vermittlungshemmnisse sowie lange Absenzen
vom Arbeitsmarkt erschweren ihren Wiedereinstieg ins Erwerbsleben oft
zusätzlich.
"Menschen müssen dort abgeholt werden, wo sie sind!"
Sozial-ökonomische Einrichtungen leisten einen unverzichtbaren
Beitrag, um gerade dieser Zielgruppe zu helfen, den Wiedereinstieg
ins Erwerbsleben zu meistern. Denn wie kein anderes
arbeitsmarktpolitisches Instrument bieten sozial-ökonomische Betriebe
und Gemeinnützige Beschäftigungsprojekte Menschen, deren berufliches
Selbstvertrauen durch lange Absenzen vom Berufsleben beeinträchtigt
ist, einen geschützten Entwicklungsrahmen, in dem sie sich entfalten
können. "Die Menschen müssen dort abgeholt werden, wo sie sind",
betont Rampetsreiter und fügt an: "Die persönliche Stabilisierung
braucht Zeit und damit auch finanzielle Ressourcen, doch dadurch
lässt sich eine nachhaltige soziale und berufliche Integration von
Menschen erreichen, die sowohl ihnen selbst als auch der Gesellschaft
zugute kommt".
AMS Wien: Intensive Vorbereitung auf den Start der
Bedarfsorientierten Mindestsicherung
"Um die Bedarfsorientierte Mindestsicherung erfolgreich umzusetzen
und die Bezieherinnen und Bezieher in den Arbeitsmarkt einzugliedern,
ist eine umfangreiche Betreuung notwendig", sagt Dr. Inge Friehs im
Rahmen der DSE-Pressekonferenz. Daher steht das AMS Wien nicht nur
für Informationen und gegebenenfalls Antragsausgabe zur Verfügung,
sondern hat auch frühzeitig ein Projekt zur intensiven Betreuung der
betroffenen Personen gestartet: In eigens dafür eingerichteten
Betreuungs- und Beratungseinrichtungen werden Betroffene
maßgeschneidert und mit dem Ziel des beruflichen (Wieder-)Einstiegs
beraten, betreut und begleitet. Ermöglicht wird dies durch
Kooperation aller in das Themenfeld involvierter Organisationen,
insbesondere durch eine enge Zusammenarbeit zwischen der Gemeinde
Wien (MA 40) und dem AMS Wien. Das AMS Wien hat sich intensiv auf den
Start der Bedarfsorientierten Mindestsicherung vorbereitet: "Unser
Pilotprojekt lief über ein ganzes Jahr und erbrachte
Vermittlungserfolge, die gerade für diese Zielgruppe beachtlich
sind", betont Dr. Inge Friehs. Insgesamt gibt das AMS Wien 2010 für
langzeitbeschäftigungslose Menschen rund 180 Mio. Euro aus. Die
Aufwendungen sollen 2011 in etwa gleicher Höhe bereit stehen.
waff: Ausgrenzung am Arbeitsmarkt verhindern
Der waff nimmt beim Kampf gegen die Ausgrenzung vom Wiener
Arbeitsmarkt eine wichtige Rolle ein: Er unterstützt WienerInnen, die
in Gefahr sind, langfristig oder dauerhaft vom Arbeitsmarkt
ausgeschlossen zu werden. "Uns ist es ganz wichtig, dass die
Mindestsicherung den Menschen eine gute Absicherung in einer
schwierigen Situation ermöglicht", betont Norbert Bacher-Lagler,
Vorstandsvorsitzender des waff. Aber genauso wichtig ist es,
MindestsicherungsbezieherInnen beim Weg zurück in eine Beschäftigung
gezielt zu unterstützen. "Deshalb ist es für uns zentral, den
MindestsicherungsbezieherInnen ab sofort auch die
arbeitsmarktpolitischen Angebote zu öffnen", so Bacher-Lagler. Damit
wird Betroffenen geholfen, Schritt für Schritt und gut betreut wieder
am Arbeitsmarkt Fuß zu fassen.
Allein im Jahr 2010 wendet der waff 7 Mio. Euro auf, um 5.700
Personen zu unterstützen, die mit Schwierigkeiten am Arbeitsmarkt
kämpfen. Darüber hinaus verwaltet der waff über den
Beschäftigungspakt Wien für die Periode 2010/2011 8,3 Mio. Euro an
Mitteln aus dem Europäischen Sozialfonds. Damit werden auch
Pilotprojekte in Zusammenhang mit der Einführung der
Bedarforientierten Mindestsicherung kofinanziert.
DSE-Wien: Diskurs - Vernetzung - Perspektiven
Der Wiener Dachverband für sozial-ökonomische Einrichtungen
(DSE-Wien) vertritt 30 Mitgliedsorganisationen, in denen rund 400
ExpertInnen für berufliche Integration beschäftigt sind. Auf Basis
seiner starken Vernetzung bietet der DSE-Wien fachliche Expertise in
arbeitsmarktpolitischen Belangen und ist mit seinen
Mitgliedsorganisationen Ansprechpartner für Politik, Wissenschaft,
Medien und Betroffene.
Fotos: http://www.fotodienst.at/browse.mc?album_id=3256
Detailinformationen zu den Organisationen und Betrieben, die an
der anschließenden DSE-Jobmesse PERSPEKTIVE:10 teilnehmen, finden Sie
unter http://www.dse-wien.at/news.html
Rückfragehinweis:
Wiener Dachverband für sozial-ökonomische Einrichtungen (DSE-Wien) Mag.a Martina Riedlecker (Öffentlichkeitsarbeit) Tel. 0664 811 92 02 [email protected] Geschäftsführer Mag. Christoph Parak Tel. 0664 811 91 86 [email protected]
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