- 13.09.2010, 15:28:37
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BAUERNBUND KÄMPFT UM ZUKUNFT DER HÖFE
Grillitsch: "Unterschriftenaktion zur Zukunftssicherung der Landwirtschaft"
Graz (OTS) - Landeshauptmann-Stellvertreter Hermann Schützenhöfer
verweist darauf, dass die rund 42.000 steirischen Bauern einen
unverzichtbaren Beitrag zur Lebensqualität in unserem wunderschönen
Bundesland leisten. Neben der Versorgungssicherheit mit
hochqualitativen Lebensmitteln sorgen unsere Bauern für sauberes
Wasser, eine reine Luft, eine gesunde Umwelt und eine lebenswerte
Kulturlandschaft in der Steiermark, unterstreicht er gleich zu Beginn
die Bedeutung der Bäuerinnen und Bauern für die Gesellschaft. "Wir
haben in der Steiermark noch eine echte bäuerliche Landwirtschaft,
denn 70% der landwirtschaftlichen Betriebe sind unter 20 Hektar groß"
untermauert der Landeshauptmann-Vize sein Argument.
Die Herkunft von Lebensmitteln ist neben Qualität, Frische und dem
Gesundheitsaspekt für Konsumenten besonders wichtig. Besonderer Wert
wird auf die regionale Herkunft der Lebensmittel gelegt. Zudem ist
"Regionalität" für den Tourismus wichtig, weil die Kulinarik eine
große Rolle in der Auswahl des Urlaubszieles Österreich spielt. Wenn
man Touristen fragt, ist das "Genießen landes-typischer Speisen und
Getränke" eine der Top-Aktivitäten der Urlaubsgäste in Österreich.
Die kulinarischen Schätze der Steiermark sind ein unverzichtbarer
Bestandteil steirischer Identität und Lebensart. Sie prägen durch
ihre traditionelle Erzeugung die Regionen, deren gepflegte
Kulturlandschaften das Tourismusland und machen die Steiermark
einzigartig", meint Schützenhöfer.
"Unsere weiß-grüne Lebensqualität ist ein großer Wachstumsmarkt:
Wohlfühlen, Entspannen, Sinnlichkeit und Genuss sind dabei ganz
entscheidende Faktoren" verweist Landeshauptmann-Vize Hermann
Schützenhöfer unter dem Motto "mit allen Sinnen wahrnehmen" auf die
Bedeutung von Landwirtschaft und Kulturlandschaft auf den Tourismus.
"Die Steiermark hat sich in den vergangenen Jahren erfolgreich als
Land der Genusskultur etabliert und hat heute unter Österreichs
Bundesländern den Ruf, das "Schlaraffenland" schlechthin zu sein.
Reiht sich doch eine herzhafte Köstlichkeit an die andere, ganz zu
schweigen von kulinarisch so einzigartigen Leitprodukten wie der
Almo, Grazer Krauthäuptel, der Murtaler Steirerkäs oder das
Kürbiskernöl" nennt Schützenhöfer nur einige Beispiele.
"Die Steiermark hat auf jeden Genusswunsch die passende Antwort -
von den Bergregionen bis zum Thermenland, vom Almo bis zum Weinland.
Die wunderschöne Kultur-, Natur- und Erholungslandschaft bietet
Einheimischen und Gästen eine hervorragende Lebensgrundlage. Diese
von unzähligen fleißigen Händen geformte "Heimat" können wir nur dann
in dieser Pracht erhalten, wenn unsere Bauern, auch in Zukunft einen
angemessenen Preis für ihre Leistungen, vor allem auch für ihre
Leistungen für die Gesellschaft erzielen können", meint Schützenhöfer
abschließend.
Bauernbund-Präsident Fritz Grillitsch: "Starke Verhandlungsposition
für EU-Agrarbudget notwendig."
"Seit Monaten greifen die SPÖ, die AK und die Gewerkschaften die
Bäuerinnen und Bauern massiv an. Dabei verfolgen die Sozialisten nur
ein Ziel - den Wert der Bauernarbeit zu mindern und die
Ausgleichszahlungen in Frage zu stellen", erklärte
Bauernbund-Präsident Fritz Grillitsch heute vor Journalisten in Graz.
Diese Attacken wolle man nicht länger hinnehmen: "Auch vor dem
Hintergrund der massiven Einkommenseinbußen für die bäuerlichen
Betriebe im Vorjahr stellen wir uns diesen Angriffen entschieden
entgegen und starten eine Unterschriftenaktion bei allen Bäuerinnen
und Bauern Österreichs", kündigte Grillitsch die Aktion "Kampf um
unsere Bauernhöfe" an. "Mit dieser Initiative kämpfen wir um die
existentielle Absicherung unserer bäuerlichen Landwirtschaft, um
Investitionssicherheit, um den Erhalt der Kultur- und
Tourismusregionen, um bauerngerechte EU-Agrarprogramme, um die
Finanzierung von leistungsfähigen Verbänden", führte
Bauernbund-Präsident Grillitsch aus.
"EU-Haushaltskommissar Janusz Lewandowski hat bereits massive
Kürzungen im Agrarbudget angekündigt. Am Vorabend schwieriger
Budgetverhandlungen mit Brüssel lassen wir nicht zu, dass unsere
Verhandlungsposition in der EU geschwächt wird. Deshalb erheben wir
in einer Urabstimmung, ob die Landwirte die Linie des Bauernbundes
mittragen", so der Bauernbund-Präsident.
"Uns geht es darum, dass Eigentum und die Ausgleichszahlungen für die
Landwirtschaft als existentielle Grundlage gesichert sein und bleiben
müssen", stellte Grillitsch klar, dass jeder Euro, der im nationalen
Budget gekürzt wird, sich wegen im System der Co-Finanzierung auf
3,30 Euro multipliziert. "Bäuerliche Arbeit stellt einen
Milliardenwert dar - dank einer flächendeckenden Versorgung mit
Lebensmitteln, genauso wie dem Erhalt von Kultur- und
Tourismusregionen. Dieser Wert muß gewürdigt werden", meinte
Grillitsch. "Wenn die SPÖ die österreichische Landwirtschaft
attackiert, dann soll sie sagen, was dann droht: eine
industrialisierte Produktion mit Gentechnik und Hormonfleisch zu
Standards bei Mensch und Tier gegen die die Konsumentschützer Sturm
laufen werden", warnte der Bauernbund-Präsident vor roten
Industrialisierungs-Experimenten.
Bauernbund-Landesobmann Präsident Gerhard Wlodkowski: "Dramatische
Situation bei Bauerneinkommen."
Die Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft je Betrieb fielen auf
19.000 Euro (-28%) gegenüber 2008 zurück; je nicht entlohnter
Arbeitskraft (nAK) waren es 14.521 Euro (-27%). Die Ergebnisse wurden
aus den Buchführungsdaten von 2.222 land- und forstwirtschaftlichen
Betrieben ermittelt.
Alle Betriebsformen verzeichneten im Vergleich zu 2008
Einkommenseinbußen, die geringste Verschlechterung hatten die
Veredelungsbetriebe mit -1%. Relativ glimpflich kamen auch die
Betriebe mit 25 bis 50% Forstanteil davon (-9%). Alle übrigen
Betriebsformen verzeichneten Einkommenseinbußen von -20% (landw.
Gemischtbetriebe) bis -48% (Dauerkulturbetriebe). Marktfruchtbetriebe
mussten ein Einkommensminus von 38% hinnehmen, Futterbaubetriebe -26%
und die Betriebe mit über 50% Forstanteil -21%.
Die Gründe für den Einkommensrückgang waren der um 9% im
Durchschnitt aller Betriebe niedrigere Ertrag, vor allem verursacht
durch niedrigere Erträge bei Getreide, Ölfrüchten, Hackfrüchten,
Energiepflanzen und im Obst- und Weinbau. Im tierischen Bereich gab
es niedrigere Erträge vor allem bei Milch. Der Aufwand hat gegenüber
2008 um nur 1% abgenommen, was zu einer Verstärkung der
Einkommensminderung beigetragen hat. Steigender Aufwand wurde bei
Düngemitteln, Instandhaltung, AfA, Pacht- und Mietaufwand und beim
Personalaufwand verzeichnet. Diese Aufwandssteigerungen wurden durch
geringeren Aufwand, insbesondere bei Futtermittel, Energie und
Vorsteuer, mehr als wettgemacht.
Die öffentlichen Gelder sind 2009 um 4% gestiegen und trugen damit
Wesentlich zur Einkommenssicherung bei. Im Durchschnitt aller
Betriebe wurden 17.928 Euro je Betrieb direkt als einkommenswirksam
verbucht, das sind 23% vom Ertrag. Nach Förderungsmaßnahmen teilten
sich die die öffentlichen Gelder wie folgt auf: Betriebsprämie 36%,
ÖPUL 34%, Ausgleichszulage in Benachteiligten Gebieten 15%, Sonstiges
15%.
"Als Anker erwiesen sich die Zahlungen und Leistungsabgeltungen,
welche die Einkommen noch einigermaßen stabilisieren konnten. Damit
zeigt sich einmal mehr, dass es durch eine starke GAP und nationale
Agrarpolitik gelingen kann, den österreichischen Betrieben ein
planbares Wirtschaften zu ermöglichen" erklärt
Landwirtschaftskammer-Präsident Gerhard Wlodkowski die dramatische
Situation bei den Bauerneinkommen.
Angesichts dieser extrem negativen Einkommensergebnisse sollten
alle Diskussionen über zusätzliche Steuerbelastungen oder
Agrarbudgetkürzungen sofort beendet werden. Für die kommende
GAP-Reform, für die die Vorbereitungen bereits jetzt intensiv laufen,
verlangt Präsident Gerhard Wlodkowski nicht nur im Hinblick auf
dieses katastrophale Einkommensergebnis, dass keinerlei Kürzungen
oder Umschichtungen im EU-Agrarbudget und im nationalen Budget
erfolgen dürfen. "Wer also Bauern will, die für die Gesellschaft
Leistungen erbringen, muss auch die nötigen Mittel dafür
bereitstellen. Die Bauern sorgen für die Identität des Landes und die
Vielfalt der Steiermark", meint Wlodkowski abschließend.
Rückfragehinweis:
Bauernbund Österreich
Mag. Andrea Salzburger
Tel.: +43 1 505 81 73 - 28, Mobil: +43 699 1810 1805
mailto:[email protected]
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