OTS0188   13. Sept. 2010, 14:07

Ökostrom: Ausbau der Erneuerbaren stagniert


Mit der Präsentation des Ökostromberichts der
E-Control ist es wieder einmal amtlich, dass das österreichische
Ökostromgesetz in den vergangenen Jahren vor allem eines bewirkt hat:
Der Ausbau der erneuerbaren Stromerzeugung ist fast völlig zum
Erliegen gekommen.

Verzichtet man in Zukunft auf den weiteren Ausbau von
Stromerzeugung aus fester Biomasse und Biogas, die als einzige
Erneuerbare bis zu 8.000 Stunden im Jahr liefern können, führt das
zwangsläufig zur weiteren Forcierung der fossilen Stromerzeugung.
Wind, Photovoltaik und Wasserkraft können zwar, ohne von einem
Rohstoff abhängig zu sein, Strom erzeugen, sind aber massiv vom
Wetter abhängig. Dementsprechend schwankt auch die Stromproduktion.
Im Gegensatz dazu kann Strom aus Biomasse jederzeit erzeugt werden.
Weiters fällt bei der Verstromung von Biomasse zusätzlich Wärme an,
von der bereits jetzt eine Vielzahl von Haushalten durch nachhaltiges
und kostengünstiges Heizen profitieren.

Man muss ein Energiesystem immer als Ganzes betrachten. Eine für
das Funktionieren des künftigen erneuerbaren Gesamtsystems wichtige
Technologie, wie eben z. B. die Stromerzeugung aus fester Biomasse
oder Biogas, herauszupicken und ihre vermeintlich hohen Kosten
anzuprangern, ist einfach kurzsichtig. Ihnen mangelnde
Konkurrenzfähigkeit vorzuwerfen, ist zudem mehr als zynisch. Ein
funktionierender Markt setzt die Marktgleichheit der Marktteilnehmer
voraus - und davon sind wir aufgrund der massiven Subventionierung
der fossilen und atomaren Energieerzeugung und der mangelnden
Kostenwahrheit noch weit entfernt.

Der durchschnittliche österreichische Haushalt musste 2009 für
Energie etwa 2.300 Euro ausgeben. Etwa 50 Euro soll der heimische
Stromkunde laut Schätzungen für den Ökostrom im Jahr 2015 bezahlen.
Diese 50 Euro bleiben im Land und gehen nicht wie bis zu 70 % der
genannten Energiekosten ins Ausland - so hoch ist in etwa die
Abhängigkeit von fossilen Energieträgern. Damit sollen regionale
Strukturen aufgebaut, Arbeitsplätze geschaffen und die
Versorgungssicherheit erhöht werden. Zusätzlich zu den Ökostromkosten
sollte der nach Österreich importierte Anteil von fossiler Energie
sowie von Atomstrom auf der Stromrechnung ausgewiesen werden und für
den Österreich im Jahr zig Millionen Euro über Euratom bezahlt. Mit
dieser Maßnahme würde der Konsument endlich sehen, welche Leistungen
er schlussendlich wirklich finanziert: die weitere Stärkung der
fossilen Energieträger und damit die weitere Abhängigkeit von
ausländischen Energiekonzernen, Umweltzerstörung und Atomstrom.

OTS-Originaltext Presseaussendung unter ausschließlicher inhaltlicher Verantwortung des Aussenders.
OTS0188 2010-09-13 14:07 131407 Sep 10 BMV0001 0375



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