OTS0246 / 09.09.2010 / 14:04 / Channel: Wirtschaft / Aussender: Amt der Kärntner Landesregierung
Stichworte: Dörfler / EU / Europa / Italien / Kärnten / Verkehr / Wirtschaft


Kärnten und Venedig wollen Kooperation in den Hafen bringen

Utl.: LH Dörfler: Große Chancen durch Zusammenarbeit von ALPLOG Carinthia und Hafen Venedig - Lobbying für Baltisch-Adriatische Achse gemeinsam verstärken =


   Venedig, Klagenfurt (OTS/LPD) - Die Zusammenarbeit zwischen dem
Logistikzentrum ALPLOG Carinthia in Fürnitz und dem Hafen Venedig
stand heute, Donnerstag, im Mittelpunkt von Gesprächen zwischen
Landeshauptmann Gerhard Dörfler und Vertretern aus dem Veneto rund um
Hafenpräsident Paolo Costa. Das Zusammenspiel von Schiff und Bahn
werde für die Zukunft eine zentrale Rolle einnehmen, war man sich
einig. Zweites großes Thema war das Lobbying für die
Baltisch-Adriatische Achse mit der Koralmbahn. Dörfler sieht Costa
hierbei als wichtigen Verbündeten.
    Der Landeshauptmann dankte für die Einladung nach Venedig und die
Fortsetzung der Gespräche, die er mit Costa bereits im April in
Kärnten geführt hatte. "Große Projekte kann man nur gemeinsam
entwickeln", betonte er. Mit der Umsetzung der Baltisch-Adriatischen
Achse könnte man europäische Wirtschafts- und Verkehrsgeschichte
schreiben. Dörfler teilte Costa mit, dass er mit dem polnischen
Botschafter, Jerzy Marganski, vereinbart habe, dass es ein Treffen
mit dem polnischen Verkehrsminister in Warschau oder Danzig geben
werde. Dörfler berichtete auch von seinem Besuch bei der EU in
Brüssel gemeinsam mit Albert Kreiner von der Infrastrukturabteilung
des Landes. "Ich habe dort gespürt, dass Ihre Arbeit sehr geschätzt
wird und dass man die Struktur der Häfen an der oberen Adria -
Ravenna, Triest, Venedig, Koper - gut bewertet", sagte er zu Costa.
    ALPLOG hat für den Landeshauptmann Drehscheibenfunktion, weil es
genau am Knotenpunkt zwischen der Baltisch-Adriatischen Achse und dem
Korridor X liegt. Dieses Zentrum könnte für den Hafen Venedig und
Kärnten wechselseitig von großem Nutzen sein. Auch bei den Plänen zur
Umsetzung der Baltisch-Adriatischen Achse spiele es eine große Rolle.
Beim Besuch der Kärntner Delegation lag gerade die Yacht von Heidi
Horten im Hafen von Venedig. "Die 'Carinthia VII' könnte ein Symbol
für den Erfolg unseres heutigen Treffens sein", meinte Dörfler. Vor
allem in der Kühllogistik sieht er große Chancen durch die
Kooperation Kärntens und Venedigs. Milch aus Spittal könnte zum
Beispiel über ALPLOG und Venedig in die Welt verschifft werden.
    Hafenpräsident Costa hob ebenfalls die Bedeutung der
Baltisch-Adriatischen Achse für den Hafen Venedig hervor. Für ihn ist
sie eine wichtige Institution für die weitere Öffnung Europas und die
Zusammenarbeit aller Staaten. Er teilte dem Landeshauptmann mit, dass
die oberadriatischen Häfen in den nächsten Jahren enorm wachsen
würden. Ziel sei es, ein Multiboard Gateway zu werden. Costa teilte
auch mit, dass Venetos Präsident Luca Zaia fest an die
Baltisch-Adriatische Achse glaube und sie unterstütze. Zaia wurde
beim heutigen Treffen von seinem Berater Stefano Beltrame vertreten,
der die besonders guten Beziehungen zu Kärnten und Österreich
betonte.
    Giuseppe Parrello, Präsident der nordadriatischen
Hafenvereinigung, stellte den Hafen Venedig näher vor. Er verwies auf
internationale Kooperationen beispielsweise mit den Häfen von
Shanghai oder Alexandria. In den nächsten sieben Jahren wolle man 3,4
Mrd. Euro investieren, davon würden 1,2 Mrd. aus dem öffentlichen
Bereich und 2,2 Mrd. von Privaten kommen.
    Franco Sensini, Generalsekretär des Hafen Venedig, stellte den
Handels- und Passagierhafen vor. Der Handelshafen habe eine Fläche
von 2.000 Hektar, verfüge über 25 Güterterminals und 163
Anlegestellen. In den nächsten Jahren gebe es drei wichtige Projekte:
Die Errichtung eines Offshore-Seeterminals, eines neuen
Containerterminals für 800.000 bis eine Million Container, und eines
Seeautobahnterminals, der bereits 2013 in Betrieb gehen soll.
    Seitens der Kärntner Delegation stellte Sabrina Schütz-Oberländer
von der Entwicklungsagentur Kärnten (EAK) den Standort Kärnten und
das ALPLOG Carinthia vor. Sie strich auch die Kärntner
Kompetenzzentren für Forschung und Entwicklung hervor. ALPLOG hat
derzeit eine Grundfläche von 160 Hektar. Neben dem
ÖBB-Containerterminal und dem Verschiebebahnhof sind dort 36 Firmen
angesiedelt. Schütz-Oberländer verwies auf den optimalen
Autobahnanschluss und die hohe Qualität des Standorts. Der
Landeshauptmann ergänzte, dass es an ALPLOG bereits großes Interesse
aus z.B. Deutschland und anderen österreichischen Bundesländern gebe.
Wie Schütz-Oberländer weiters ausführte, haben sich bereits
zahlreiche italienische Firmen in Kärnten angesiedelt, wo es
umfassende Beratung und Unterstützung sowie kurze Behördenverfahren
gebe.
    Der Kärntner Delegation gehörten auch Albert Kreiner von der
Abteilung 7 des Landes, Johannes Kasal von der Rail Cargo Austria und
Martina Rattinger vom Verbindungsbüro des Landes Kärnten in Brüssel
an. Von italienischer Seite nahmen noch Luigi Brugnaro, Präsident der
Industriellenvereinigung Venetiens, und Antonio Revedin, Direktor für
strategische Planung und Entwicklung, an den Gesprächen teil.
    (Schluss)
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   Kärntner Landesregierung, Landespressedienst 
   Tel.: 05- 0536-22 852
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