• 09.09.2010, 13:02:12
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Lückenlose Aufarbeitung von Missbrauchfällen

LH Sausgruber, LR Schmid: Kommission wird eingerichtet

Bregenz (OTS/VLK) - Zur lückenlosen Aufarbeitung von Gewalt- und
Missbrauchsfällen in Einrichtungen des Landes sowie zur Unterstützung
der Opfer wird eine eigene Kommission eingerichtet. Derzeit sind zehn
Einzelfälle bekannt. Landeshauptmann Herbert Sausgruber und
Landesrätin Greti Schmid bitten die Opfer von Missbrauchsfällen um
Verzeihung.

Mit IfS-Expertin Ruth Rüdisser, Primar Reinhard Haller und dem
früheren Leitenden Staatsanwalt Franz Pflanzner konnten ausgewiesene
Fachleute für die Mitwirkung in der Vorarlberger Kommission gewonnen
werden. Bei der Aufarbeitung wird man sich an den Tiroler Richtlinien
bzw. an den Richtlinien der kirchlichen Kommission orientieren und
strebt eine länderübergreifende Vorgangsweise an.

"Dass Jugendliche und Kinder seelische, physische und sexuelle
Gewalt erleiden mussten, ist traurig und beschämend", bedauern
Landeshauptmann Sausgruber und Landesrätin Schmid. Geschehenes könne
nicht ungeschehen gemacht werden, es dürfe aber auch keine pauschalen
Verurteilungen geben. Umso wichtiger sei es, dass dieses sensible
Thema lückenlos aufgearbeitet wird. Sausgruber und Schmid bitten die
Missbrauchsopfer um Verzeihung.

Jegliche Form der Gewalt an Kindern muss verhindert werden

In den Kontakten mit den Betroffenen standen immer wieder zwei
Anliegen im Vordergrund, so Schmid: "Zum einen, dass ihre Berichte
und Erfahrungen ernst genommen werden und zum anderen, dass Kindern
und Jugendlichen heute und in Zukunft eine solche Behandlung nicht
mehr widerfahren soll." Um eine abgestimmte und einheitliche Form der
Bewältigung und Aufarbeitung in allen Bundesländern zu gewährleisten,
werden in den nächsten Wochen länderübergreifende Gespräche in
Kooperation mit der unabhängigen Opferbeauftragten der katholischen
Kirche, Waltraud Klasnic, stattfinden.

Gewalt in der Erziehung, wie sie die Betroffenen vor langer Zeit
erlitten haben, soll in den privaten Einrichtungen der
Jugendwohlfahrt nicht mehr vorkommen können, betont Landesrätin
Schmid: "Daher nehmen diese Einrichtungen die Erfahrungen der Opfer
zum Anlass, in Zusammenarbeit mit der Fachaufsicht des Landes ihre
Vorkehrungen zum Schutz der Kinder zu überprüfen, um jegliche Form
der Gewalt an Kindern nach Möglichkeit verhindern zu können."

Kinder- und Jugendanwalt bleibt zuständig

Betroffene, die in der Vergangenheit Gewalt in Landeseinrichtungen
erlebt haben, können sich auch weiterhin an die Opferschutzstelle
unter der Telefonnummer des Kinder- und Jugendanwaltes 05522/84900
und der E-mail-Adresse [email protected] wenden.

Rückfragehinweis:

Landespressestelle Vorarlberg
   Tel.: 05574/511-20137, Fax: 05574/511-20190
   mailto:[email protected]
   http://www.vorarlberg.at/presse
   
   Hotline: 0664/625 56 68, 625 56 67

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